Wunder der Technik

Mit der Cohu-spezifischen Schwäche für Ingenieurswissenschaften und technischen Erfindergeist dürfte der aufmerksamen Leser mittlerweile hinlänglich vertraut sein. Aber bei der folgenden Hammer-Meldung müsste ja eigentlich selbst der vergeisteswissenschaftlichste, linksbedaumteste Abstraktionsfetischist vor Begeisterung seinen tractatus oder, um mal den guten LW zu schonen, seinen Stapel aus zu Unrecht gemordeten Bäumen fallen lassen:

Wissenschaftler der TU München haben einen Klettverschluss aus Stahl entwickelt!

"Temperaturen über 800 °C oder aggressive Lösungsmittel sind kein Problem für "Metaklett" – und das bei einer Haltekraft von bis zu 35 Tonnen pro Quadratmeter bei Zug parallel zur Klettfläche. Senkrecht zur Klettfläche hält sie immer noch einer Zugkraft von sieben Tonnen pro Quadratmeter stand. Dennoch kann sie jedermann rasch und ohne jegliches Werkzeug lösen und wiederverschließen, wie einen Klettverschluss am Kinderschuh." (TUM-Pressemitteilung)

"Metaklett" hat auch eine eigene Website, und einen Stahl-Innovationspreis gewonnen (auf der Seite gibt es auch ein Filmchen mit Vorführung der verschiedenen Produktversionen: wmv). Wahnsinn.

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Ich hätt da mal ne Frage…

Also wenn ich’s nicht schon mal gemacht hätte, würd ich glatt in Moralphilosophie promovieren, und zwar zu dieser Frage: Könnte die genetische Manipulation hin zur Schmerzfreiheit zu einer Verbesserung oder Lösung moralischer Probleme der Haltung und Schlachtung von Tieren führen?

"I argue that there may be a technological solution to the problem of animal suffering in intensive factory farming operations. (…)  Moreover, I will argue that all people concerned with animal welfare should agree that we ought to replace the animals currently used in factory farming with animals whose ability to suffer is diminished if we are able to do so.", 

meint jedenfalls Adam Shriver in seinem Artikel Knocking Out Pain in Livestock: Can Technology Succeed Where Morality has Stalled? (pdf)

Jodeln rockt, zum Dritten

Teil 1, Teil 2, und hier Teil 3 – Hank Williams’ Lovesick Blues, der von manchen für den besten Country-Song aller Zeiten gehalten wird:

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Wal-Empfehlung…

…gibt es hier. Ich würde ja eigentlich den Narwal empfehlen, ist der nicht toll? Oder – Halt, Moment, noch besser! – den Beluga, äh sorry, ganz falscher Link, den Beluga meinte ich.

Cohu bleibt dabei: das Lustigste an der Vorwahlkampfzeit sind immer noch die Wahl-O-Mat-Ergebnisse (startet heute, angeblich). Mal sehen, was diesmal rauskommt.

Cohus Reisen, Teil 1

Von wegen downsizing! Cohu war diesen Sommer ja gleich zweimal im Urlaub. Zuerstmal im reizenden Tirol. Geographischer Höhepunkt und metaphorischer Tiefpunkt: Besuch des Gletscherindustrieparks über Sölden. Ein Gletscher an sich ist schon ziemlich hässlich. Jaja, ich weiß schon, so ein Naturschauspiel muss man ja eigentlich toll finden, aber mal ehrlich:

Das sieht doch nicht gesund aus. Ekzem aus Eis quasi! Der Tiroler, geschmackssicher wie immer, begegnet dem natürlich entsprechend: neben zahlreichen Großbaustellen wird dort oben nämlich jährlich ein Riesenspektakel aufgeführt. Ringsgwandl-Fans denken bitte jetzt an die Stelle mit "mindestens 200 Opern-Elefanten", weil so in die Richtung geht das nämlich, Mega-Event, und es handelt (Elefanten gespielt von Pistenraupen!) von Hannibals Alpenüberquerung. Yes baby: 

Eine durchschaubare Strategie, liebe Tiroler! Diesen ganzen Event-Schmarrn und die sonstigen Söldener Hässlichkeiten – inklusive zweier Tabledance-Bars namens Rodelhütte und haha, Hasenhütte – gibt es natürlich nur aus einem Grund. Nämlich, um unliebsame Gäste (hier nennt man die noch Fremde) aus dem ansonsten reizenden Tal fernzuhalten. Es funktioniert: alles vollständig hipsterfrei. Sonne und Bergluft in rauen Mengen, ohne nennenswerte Mengen von Konkurrenzreisenden. Eine derart wildromantische und zugleich liebliche Landschaft, dass sich sämtliche Cohu-Gemälde auf Anhieb als kitschiger Touristennepp verkaufen ließen (Achtung: aufstrebende Aquarellkünstler bitte nur in Industrieruinen malen lernen!). Also, Ötztaler, es braucht schon mehr als das Geschwür Sölden, um die schönheitsliebende Cohu aus Eurem Tal fernzuhalten…