Eine lange erwartete Quantifizierung

Wir wussten ja, dass München toller ist als die Hauptstadt – aber um wie viel toller ? Nun gibt es endlich Zahlen: wenn Menschen bereit sind, für das Leben in München 70% mehr zu zahlen als für das Leben in Berlin, heißt das in Präferenzen übersetzt, dass München auf den Bevölkerungsdurchschnitt gerechnet exakt 70% toller gefunden wird als Berlin.
(Für mich persönlich sind es eher sowas wie 200%. Keine 10 Pferde brächten mich für läppische 200€ im Monat nach Berlin!)

Decline of a Nation: nasty, brutish, and short


So schaut’s typischerweise bei den BBC News UK aus. Jedesmal, wenn ich diese Seite aufschlage, kommt es mir wie ein Wunder vor, dass in Großbritannien überhaupt noch Menschen am Leben sind…
Unvermittelt kommt einem diese Textpassage in den Sinn, die jedoch schon ein paar hundert Jahre vor der Einrichtung von BBC-Seiten verfasst wurden:

"(…) no commodious Building; no Instruments of moving, and removing such things as require much force; no Knowledge of the face of the Earth; no account of Time; no Arts; no Letters; no Society; and which is worst of all, continuall feare, and danger of violent death; And the life of man, solitary, poore, nasty, brutish, and short." (Leviathan)

Der Autor dieser weltberühmten Zeilen war, wie könnte es anders sein, natürlich: Engländer! Ist das genetisch?

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To the Lighthouse

Leuchtturmwärter Cohu

So, da isse wieder, Eure Cohu. Begrüßt wird man hier gleich von seltsamen Nachrichten, etwa jetzt diese Transrapid-Sache. Also, ob die den bauen oder nicht ist mir persönlich wurscht (gibt vermutlich größeren Schmarrn, um Steuern zu vergeuden, siehe: Werbekampagnen der Bundesregierung, Programmierung von Trojanern). Aber diese seltsame Metapher, die sticht mir ins Auge: "Stoiber sprach von einem "Leuchtturm-Projekt" deutscher Hochtechnologie." (FTD)
Ich bin weitestgehend eine Landratte, aber die Funktionsweise von Leuchttürmen (so hab ich das auch im Urlaub kennengelernt, wo wir einen ganz charmanten Leuchtturm inkl. verlassenem Leuchtturmwärterhäusl besucht haben, siehe Abb.), sieht doch so aus, dass man das Ding weiträumig umfährt. Sonst: Kawumm, denn Leuchttürme sind ja üblicherweise auf Land gebaut, während Schiffe, mit Ausnahme der Kirchenschiffe, sich nur im Wasser wohlfühlen. Die Kombination von "Leuchtturm" mit "Hochtechnologie" schafft zudem eine reizvolle Inkonsistenz, schließlich sind diese Dinger seit der Einführung von GPS und Radar für die ernsthafte Seefahrt so gut wie überflüssig geworden. Und zu allem Überfluss ist ein Leuchtturm auch noch eine Einrichtung, die seit Nutzbarmachung der Elektrizität praktisch keine Arbeitsplätze mehr schafft (vgl.: seit 20 Jahren verlassenes Leuchtturmwärterhäusl!). Heutzutage betreibt ein einziger Arbeitnehmer 4 oder 5 Leuchttürme! Was hat das nur mit dem Transrapid zu tun, der uns bekanntermaßen um (Jahr)millionen nach vorne katapultieren wird, fortschrittstechnisch, wirtschaflich und arbeitsplatzmäßig gesehen???
Insgesamt fällt mir zu dem ganzen eigentlich nur eine positive Interpretation ein:
 Dadurch, dass wir den Transrapid bauen, bewahren wir andere (Europäer) davor, auf Felsen aufzulaufen. Etwa auf Felsen in Form von absurden Hochtechnologieprojekten. Ein hehres, altruistisches und sinnvolles Projekt, denn nichts ist wirkungsvoller als ein warnendes Beispiel (siehe auch).

Kurzer Gruss aus dem Süden

1. Deutsche Maenner erkennt man hier am Bauch, den sie so stolz vor sich hertragen wie sonst nur vierundvierzigjaehrige Eppendorfer Erstmütter nach erfolgreicher ICSI, deutsche Frauen an der misslungenen Dauerwelle. Attribute ausserdem: Vollkornbrotdose und Nutellaglas werden zum Frühstück mitgebracht. Briten dagegen: weisse, bzw. hellblaue Beine in kurzen Hosen bei beiderlei Geschlecht.
2. Kann auf alle meine üblicherweise besuchten Seiten surfen, nur nicht auf die vom Stadtneurotiker. Folgender Hinweis erscheint: Access to this site has been suspended in accordance with decision no: 2007/195 of T.C. Fatih 2.Civil Court of First Instance. Brenne jetzt darauf bei meiner Rückkehr den Anlass für diese Entscheidung, vermutlich in Form eines gesalzenen Blogeintrags, zu lesen. Die Wahrheit über Atatürk? Unzüchtige Bilder? Haette aber schon  verdacht schoepfen sollen, als der junge Mann damals eine kurdische Taverne ın Haidhausen empfahl…
3. Wenigstens geht hier auf der Tastatur das Ü.

 

Bis bald

Cohu’s Blog macht Urlaub, Cohu auch.
Diese Bücher kommen mit.

Ah ja, noch was:

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Liebesregen

Da bin ich ja mal gespannt, ob wir heute abend auf dem Weg nach Cavusköy, der ja auch durch das Betonparadies Kemer führt, die sagenumwobene Porno-Statue zu sehen bekommen. Mit ihren sechs Metern dürfte sie jedenfalls schwer zu übersehen sein. Habe leider kein Bild von ihr gefunden, aber veröffentlichen könnte ich es eh nicht, denn ich will ja keinen jungen Mädchen verderben!
(Früher war man in der Gegend übrigens nicht so empfindlich, was Porno-Skulpturen angeht. Ay caramba, muy caliente! Und nicht zu vergessen, die vielbrüstige Artemis von Ephesos.)

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Blondinenregister

Registrierungspflicht für Käufer von Wasserstoffperoxid? Das kann auch nur eine (wenig überzeugend mahagonibraun getönte) Brünette fordern.

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Ich rieche, rieche Menschenfleisch!

Ich hätte ja nicht gedacht, dass ich hier mal einen Zombie-Film empfehlen würde. Aber bei dem Gruselwetter bleibt einem ja gar nix anders über. Also, Cohu-Prädikat für "Shaun of the Dead". Der Untertitel "A Romantic Comedy. With Zombies" verrät schon ganz gut, worum es geht. Hier auch bei Wikipedia, aber Obacht, Spoiler! Interessant im Übrigen auch die Geschichte der Zombies in der Voodoo-Kultur.
Wem das alles zu splatterig ist, der kann sich auf "philosophische Zombies" beschränken, denen sogar in der renommierten Stanford Encyclopedia of Philosophy ein umfänglicher und ganz und gar unblutiger Eintrag gewidmet ist. Warnung: diese Zombies sind (zumindest für den Nicht-Philosophen) stinklangweilig und fressen nicht mal Gehirne. Gähn!

(Bild: Joel Friesen/Wikimedia Commons)

Sein Wort sei Gesetz

"Schäuble will Aufenthalt in Terrorcamps bestrafen", berichtet der Tagesspiegel.
Cohu – immer zutiefst besorgt um die Sicherheit unseres Vaterlandes – hat noch einen viel besseren Vorschlag. Bestrafen wir doch gleich alle bösen Menschen. Gut, auch das müsste man verfassungskonform ausgestalten (siehe "Die Fliege"-Stegner zum gleichen Thema), aber mit einer Meute juristisch ausgebildeter Ministerialreferenten wird auch das gelingen. Der Terrorismus darf nicht siegen!

(Bild: Wikimedia Commons)

Tapfere Résistance

Rahmstorf: sieht harmlos aus, aber oh weh!

Hihi, also diese Debatte dieser Zwergerlaufstand einer Gruppe von Klimaskeptikern, darunter auch der immer wieder durch gesteigerte Hirnrissigkeit auffallende "Zukunftsforscher" Matthias Horx ("Megatrend Gesundheit" – "Luxus ist elitär") entlockt mir doch das eine oder andere Kichern. Da erbost man sich tatsächlich über den Klimaforscher Rahmstorf vom PIK, nicht nur, weil er ein wenig Klimahysterie verbreitet, sondern auch weil er eine "schwarze Liste" von Journalisten führt, mit denen er nicht zusammenarbeitet, laut Skeptikervorwurf lediglich deshalb, weil sie "ihren Beruf ernst nehmen" und "eigenständig recherchieren"…Und man wirft ihm dann nicht nur vor, einen "heiligen Krieg", einen "Dschihad" zu führen, sondern man verwendet auch die elegante und dezente Formulierung, Rahmsdorf arbeite in der Klimadebatte auf einen Endsieg  hin.
Huihuihui! Endlich mal wieder ein Nazivergleich. Sogar den Popper zitieren sie (hey krass jetzt, richtig recherchiert, oder? So mit Buch gelesen, These verstanden, Argument gecheckt?), und sie verwenden ganz viele distanzierende "Anführungszeichen", und erfinden das Wort Apokalyptizismus, da müssen sie ja recht haben, die selbstständig recherchierenden Journalisten, Retter des kleinen Mannes.
[Niggemeier hat, wie ich sehe, auch was dazu geschrieben]

(Bild: Stefan Rahmstorf, PIK)

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