An Guadn Rutsch…

…wünscht Cohu, und hat vom Silvesterspaziergang (bei dem man heute temperaturmäßig schon das frühlingshafte "Vom Eise befreit…" hätte anstimmen können, hätte es dieses Jahr überhaupt schon mal Eis gegeben) was mitgebracht: ein Foto aus der Giselastraße – besonders geeignet für meine Hauptstadtleserschaft.

Schaut Euch ruhig mal auf der Seiten dieser urig-separatistischen Partei um; sowohl Landesverband als auch die Münchner betreiben Blogs. Laptop und Lederhosen sind kein schwarzes Monopol, scheint mir. Besonders interessant aber wie immer das Forum, wo sich "Oberbayer85", "blos a waidla" (sinngemäß: nur ein Bewohner des Bayerischen Waldes) und "NRW ist viel besser" die Schädel einschlagen oder sich über die Diskriminierung der bayerischen Ethnie bzw. Sprachform ereifern. Da legst di nieder! (sinngemäß: Gib dir das mal!)

Bless this Mess

Na super. Kaum hat Cohu die halbe Wohnung mit ANTONIUS ausgestattet (dank Mimik-Minimalisten
sogar mit Hilfe eines Ssst-ssst-Krk! Akkuschraubers), kommt von Seiten der New York Times der neueste Amerikanische Scheißdreck Trend: Unordung. Es soll drüben gar ein sog. anti-anti-clutter-movement geben, eine Antiantisaustallbewegung. Ein Vertreter der US-Schlamperiche meint: “Order can be profane and life-diminishing.”
“It’s a flippant remark, but if you’ve never had a messy kitchen, you’ve probably never had a home-cooked meal. Real life is very messy.
These boxes, these organizing supplies, are the containers for all our superficial selves.” erdreistet sich ein anderer Unordnungsfreak zu statuieren.  Und wüste Schreibtische, behaupten die Analysten der “semiotics of mess”, sind sogar ein Zeichen für besonders arbeitsame Zeitgenossen.
Lieber Herr Salzmann und Konsorten, wenn derart küchenpsychologische Mutmaßungen typisches Produkt ungeordneter Regale, Schubladen und Hirnregionen sind, dann bleib ich bei meinen Hängeregistern, Leitz-Ordnern und natürlich ANTONIUS. Man muss ja nicht jeden Scheiß mitmachen.

Decline of a Nation: Cutting Edge

Hier immer noch Umzugschaos und totale körperliche Erschöpfung seitens der Computadora. Immerhin steht der Mittelpunkt meines Lebens wieder fest und stabil auf dem Fundament der Heiligen Schrift (ja, die Bibel eignet sich hervorragend dazu, mein unvermittelt dreibeinig gewordenes EKTORP-Sofa zu stützen!).
Aber das hier wollte ich Euch nicht vorenthalten: Briten geben aufgrund der hohen Selbstmordrate in Gefängnissen, insbesondere durch Erhängen, den Sicherheitsbeamten nun “cut-down tools” auf ihre Rundgänge mit. Eine bessere Methode, um Suizidtode zu verhindern, würde selbst Cohu nicht einfallen! Obwohl, warum teilt man die Messer nicht gleich an die Suizidgefährdeten Strafgefangenen aus? Dann könnten sie sich im Notfall einfach selbst helfen!
(Alternativvorschlag: Installation von Suicide Booths.)

Fenster zum Hof

Nur eine kurze Eilmeldung, da es gleich zum Kühlschrankkauf geht:  man sieht von unserer Küche aus perfekt in die Apartments gegenüber. Während unseres ersten Abendessens hier kommt der Nachbar heim, zieht sich das Oberhemd aus, greift zu einem Rückenkratzer (!) und kratzt sich damit ausgiebig zwischen den Schulterblättern. Toll, diese Reichen!

Posted in München. Comments Off on Fenster zum Hof

Es ist ein Doppel entsprungen

Wer hätte gedacht, dass ich aktuelle Politik und religiöse Archetypen in einem Doppel zusammenbringe, und das sogar noch zeitlich passend zum Heiligabend? Frohes Fest!

Sohnträgerin

Thronsägerin

Decline of a Nation: Halleluja!

Eine britische Komodo-WaranIn (Warana? Waran-Kuh? Waranesse?) pflanzt sich fort – und zwar nachweisbar ohne, dass ein Komodo-Waran-Mann beteiligt gewesen wäre (MSNBC). Die Ausbrütung des Geleges wird zu Weihnachten erwartet. Großbritannien kann immer wieder überraschen – mit einer Jungfrauengeburt hätte ich jetzt allerdings am wenigsten gerechnet.
[Ich weiß nicht, was für die Christenheit schockierender sein wird: dass es sich beim Gesalbten diesmal um sieben (!) übelriechende, vor Giftspucke triefende Riesenechsen handelt – oder dass die neuen Messiasse ausgerechnet britische Staatsangehörige sind?]

Posted in Decline of a Nation, Kollektivneurose, Nichtmenschliche Tiere. Comments Off on Decline of a Nation: Halleluja!

Kurze Meldung von der Front

Cohu ist momentan etwas beschäftigt – weniger mit dem “Shopping” als mit dem bald anstehenden Umzug (habe mich entschlossen, die vormals hamburgische IT-Abteilung in-zu-sourcen und daher neue Geschäftsräume in der Türkenstr. anmieten müssen…).
Trotzdem, etwas Erstaunliches vom Obletterbesuch neulich muss ich berichten: es gibt dort ein Playmobil-Frauenfußballteam! Endlich tut mal (außerhalb von Wien) jemand was gegen Gender-Stereotyping. Neffe und Nichte haben sich allerdings davon unbeeindruckt gewünscht: einen Polizei-Motorradfahrer und eine Lillifee-Puppe. In der zu erwartenden Verteilung.
Kein Wunder:

Although you may not realize it, your child is constantly being bombarded with gender stereotypes — the oversimplified ideas about how males and females are “supposed” to act. These messages come from the media — through movies, TV programs, books, and commercials — as well as through things like kids’ clothing and toys and even the way in which parents divide up the household duties, says Kathleen Crowley-Long, PhD, professor of psychology at The College of Saint Rose in Albany, New York, and an expert in gender and child development. (“Avoiding Gender Stereotypes”)

Ach, ich weiß nicht. Frauen sollte man in so wissenschaftlichen Dingen eh nicht trauen, glaub ich – hormonelle Schwankungen machen akademisches Arbeiten ja fast unmöglich! Obwohl, is schon mal gut, dass sie was mit Kindern macht, diese Crowley-Long. Können Frauen einfach besser.

Krapfenporno

Komisch, wenn Cohu mit der U-Bahn fährt, fallen ihr ganz andere Sachen auf als dem berüchtigten U-Bahn-Blogger. Statt primären und sekundären Geschlechtsmerkmalen (ich zitiere wörtlich: “Knutsch, Grunz, Fummel, Leck“) stach mir nämlich heute in der U2 die Werbung für einen Krapfenlieferdienst für “Krapfenparties” und “Seniorenstammtische” ins Auge, mit der denkwürdigen URL: www.call-a-krapfen.de .*
Ab 1.1. gibt es in der Faschingskrapfen-Kollektion sogar einen “Braunbär Bruno”- Krapfen (á 1,60): “Mit jedem Braunbär Bruno unterstützen Sie die Bärenprojekte des WWF, Vanillepudding mit Haselnusslikör”. Ich vermute, dass der Bruno Hiffenmark vorgezogen hätte (neben Schafen mögen Bären nämlich angeblich Hagebutten), aber: was die Krapfensorten angeht, kann man zu dezidiert unterschiedlichen Geschmacksurteilen kommen, siehe auch Ursis Krapfentest. Spätestens bei Jager-Tee – Hagebuttenkonfitüre mit Jagertee und Stroh Rum hört bei Cohu der Spaß auf. Uäh! Wer mich jedoch zu einer Krapfenparty mit “Dem Klassiker” einladen will, den möchte ich davon nicht abhalten.

* Information für Nichtbayern: Krapfen sind Berliner bzw. Pfannkuchen. Information für Bayern: Pfannkuchen heißen da oben Eierkuchen. Information für Hessen: Wir sprechen vom Kreppel.

Verregnet

Erstaunlich: sobald es regnet, läuft Cohu glatt 1 km/h schneller (von welcher Grundgeschwindigkeit ich ausgehe, kann ich hier nicht preisgeben – auch ich habe meinen Stolz, und am Schluss wirds noch zur “Jobfalle” oder gar zum “Karrierekiller”). Vielleicht ist es das Prinzip Wasserkühlung, das ja auch bei PCs einiges an Leistungssteigerung bringt. Weiteres Vorteil des Matschlaufs: My Adidas sehen endlich nicht mehr so nagelneu aus.
Die übertaktete Cohu hat sich dann auch Sekundenbruchteile lang darüber gewundert, wie sich das mit der WAMS-Schlagzeile “Eltern töten jede Woche drei Kinder” ausgeht. Nach internen Berechnungen von Cohu wären da ja schon nach ein paar Stunden überhaupt keine Kinder mehr übrig? Scherz beiseite: beim Googeln nach dem Originalbeleg fand Cohu auch die traurige Information:
“In Deutschland sterben zur Zeit täglich drei Kinder und Jugendliche durch Suizid. Weitere 40 Kinder versuchen jeden Tag sich das Leben zu nehmen. (…) Genaue Zahlen über Suizide gibt es leider nicht, da Experten die Dunkelziffer um ein vielfaches höher schätzen als in den Statistiken aufgeführt sind.” (Walter Blüml, Suizid bei Kindern und Jugendlichen)
Unschön! Wem’s da nicht die Stimmung verregnet…

Posted in Cohu, Gedrucktes, Sport & Spiel. Comments Off on Verregnet

Cohus Winter des Mißvergnügens

Ich habe es fast schon geahnt: jedes Buch, das man nach dem "Ganzen Kerl" von Tom Wolfe (sozusagen der Sonne New Yorks) aufschlägt, muss gegen dieses monströse Meisterwerk (Spoiler Warning: NYT review) verblassen.
Aber ich dachte eigentlich, dass David Lodge’s "Small World" (dt.: Kleine Welt oder, erstaunlicherweise, "Schnitzeljagd") ein ganz geeigneter Nachfolger wäre: soll es sich dabei doch auch um eine – Hörensagen! – äußerst gelungene Satire handeln. Wenn auch mit einem ganz anderen Anspruch: will Wolfe in seinen 800-Seiten Roman, an dem er 11 Jahre lang gearbeitet hat, ins volle Leben greifen, beschränkt sich Lodge vollständig auf "Academia", genauer gesagt: auf den wohl noch übersichtlicheren Elfenbeinturm der von Konferenz zu Konferenz reisenden Literaturkritiker. Ja, wahnsinnig lustig, oder soll ich sagen: irre komisch, wie diese Sprachwissenschaftler ihre Theorien verteidigen bzw. um Forschungsgelder konkurrieren. Sie sind schon crazy Typen, diese "Profs", und so witzig dabei. Ich zitiere einen Protagonisten, Philip Swallow: "Theory? That word brings out the Goering in me. When I hear it I reach for my revolver." Und dann diese Debatten! Also, da enthüllt ja dieser Lodge tatsächlich, dass viele dieser Geisteswissenschaftler einen ziemlichen Schmarrn reden. Oder im Vortrag Kreuzworträtsel lösen. Wie da diese Gelehrten praktisch zu ganz normalen Menschen werden, vor den ungläubigen Augen des Lesers, ein Wahnsinn! Cohu wird das Buch widerwillig fertiglesen, hat aber für den Lodge nur drei Wörter übrig: Ab. Ge. Schmackt.
(Wer ein wirklich lustiges Buch zum Sujet Academia lesen will, dem empfehle ich: Lucky Jim von Kingsley Amis. Der kann als alter Oxonian und guter Freund meines neuen Lieblingsdichters Philip Larkin auch mit dem "Yalie" Wolfe mithalten.)

Posted in Fröhliche Wissenschaft, Gedrucktes. Comments Off on Cohus Winter des Mißvergnügens