Decline of a Nation: Plagiarism Edition

"Copy & paste" heißt der Trendsport an der Universität Oxford. Ihre Studenten kupfern ungeniert aus dem Internet ab und geben die fremde Quelle nicht an. Dabei ist es nicht schwer, Abschreiber zu überführen – schon zehn identische Wörter in Folge genügen.

Eigentlich ist ein Abschluss der Universität Oxford ein Beleg für ausgeprägte wissenschaftliche Fähigkeiten: Wer sich durch Auswahlverfahren und Studium an der renommierten Universität gekämpft hat, hat beste Voraussetzungen für den Start ins Berufsleben. Die Oxford-Professoren sorgen sich aber um die Qualität ihrer Abschlüsse, weil sich viele Studenten ihre Arbeiten aus dem Internet zusammenklauben.

Also ich weiß ja nicht. Ich als Oxford-Alumna würde sowas ja nie machen!

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Kosmetisches Doppel

Eine der schrecklichsten Erfindungen der Kosmetikindustrie: Klebestreifen zur Haarentfernung. Der Mensch, der das entwickelt hat, bangt jetzt wahrscheinlich gerade um seinen Arbeitsplatz in Abu Ghraib. Wenigstens springt da ein mehr-schlechtes-als-rechtes Doppel raus…

Kleine Beben

Beine kleben

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Sonnige Grüße

Von wegen, München leuchtet, also wenn ich mal so einen gefühlsmäßigen Wettervergleich mache, scheint mir das eher für Hamburg zuzutreffen. Zu verdanken haben wir dies, wie so vieles, einem Ingo. Heute muss ich den Tag leider im enorm düsteren MPI verbringen, draußen ist aber toller Pulverschnee und Sonne. Naja, kann ich wenigstens meinen leichten Sonnenbrand (!) auskurieren. Sogar der Müll wird wieder abgeholt: was will man mehr!
Viel mehr Sorgen macht mir ja ein anderer Arbeiteraufstand: wenn jetzt sogar noch Personal der Theater und Opern streikt, wird die Gesellschaft vielleicht mal merken, wie sehr wir auf diese Helden des Alltags angewiesen sind. Wer bläst dem Fliegenden Holländer in die schlaffen Segel? Wer schmiert Effi Briestens Schaukel? Wer stellt der Diva den Kamillentee hin? Ja richtig, die Bühnenarbeiter. Wenn das öffentliche Leben nun aufgrund szenischer Ersatzvorstellungen in ein anarchisches Chaos stürzt, werdet ihr an mich denken.
Nun noch zwei Eindrücke von meinem gestrigen Spaziergang um die Außenalster. Zunächst eine allegorische Darstellung meines Flirts mit dem Winter:

Und hier noch der etwas negativ gefärbte Kommentar eines Hamburgers angesichts der auf einer Gedenktafel verewigten kulturellen Vergangenheit Deutschlands. Undank der späten Geburt!

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Stalins Affenmenschen

Bei meinen Recherchen zu Mensch-Tier-Mischwesen bin ich auf eine Geschichte gestoßen, die sich so anhört, als käme sie aus einem T.C.Boyle-Roman. Oder jedenfalls so, als müsste irgendjemand dringend mal ein Buch drüber schreiben. Einige von Euch haben vielleicht vor ein paar Monaten der Boulevardpresse entnommen, dass “Stalin Affenmenschen züchtete” (der Bild.de-Artikel ist leider nicht mehr online, aber die BILDblog-Berichterstattung darüber).

Tatsächlich: In den 20er Jahren hat ein russischer Biologe, und zwar ein sehr renommierter – Ilya Ivanov – damals der Experte für künstliche Befruchtung, mit Unterstützung der Akademie der Wissenschaften und der russischen Regierung, aber auch des Institut Pasteur in Paris, eine Expedition nach Afrika unternommen, mit dem Plan, dort Mensch-Affen-Hybriden zu züchten; genauer: Schimpansenweibchen mit menschlichem Sperma künstlich zu befruchten. Dreimal hat er’s versucht, erfolglos. Schließlich wollte er dann Afrikanerinnen – ohne ihr Einverständnis und Wissen – mit Schimpansensamen künstlich befruchten, was ihm – welch Ironie – glücklicherweise nicht gelang, weil die kolonialen Besatzer keine Schwarzen in ihrer Klinik haben wollten. Nachträglich beschwerte er sich auch noch über die “Rückständigkeit” der Afrikaner, die eine freiwillige Teilnahme von Frauen an seinen Experimenten verhinderte! Sympathischer macht einem das diesen Ivanov ja nicht, aber wartet ab… in Georgien wollten er, und sein Sohn und Assistent, schließlich das Gleiche mit Frauen der kommunistischen Avantgarde und einem Orang-Utan namens “Tarzan” (!) probieren, die (also, die Frauen) sich aus “idealistischen Motiven” angesprochen fühlen sollten: schließlich handelte Ivanov – von Anfang an – mit Unterstützung von ganz oben. (Wenn man den überaus aufschlussreichen und spannenden Aufsatz von Kirill Rossiianov zu Ivanovs Hybridisierungsversuchen liest, bekommt man übrigens den Eindruck, dass diese Faszination keineswegs nur in Russland existierte. Noch 1971 arbeitete ein Biologieprofessor aus Yale, Charles L. Remington, einen detaillierten Plan für die Herstellung und Aufzucht von Mensch-Affen-Hybriden aus.)

Naja, kurz gesagt: keines der Experimente von Ivanov funktionierte. Der glücklose Hybridiseur fiel dann auch noch bei der Regierung in Ungnade und kam, von der Geheimpolizei verschleppt, ins Arbeitslager. Ein paar Wochen nach seiner Entlassung und einen Tag vor seiner Rückreise nach Moskau starb er.

Was mein Fachgebiet, die Ethik, angeht, habe ich das jetzt noch gar nicht analysiert. Aber schon die Geschichte ist filmreif, finde ich. Ein bekannter Deutscher Großdeutscher des letzten Jahrhunderts wird vom Ivanov-Experten Rossiianov im Übrigen mit diesen Worten zitiert:

“The State is called upon to produce creatures made in the likeness of the Lord and not create monsters that are a mixture of man and Ape.”

Recht hat er, und entschuldigt, dass ich ihn nicht im deutschen Original zitiere: aufgrund der Rechtsauffassung des Freistaates Bayern ist an ein solches recht schwer heranzukommen…

Auf und unter Wasser

Morgen gehts mal wieder nach Hamburg. Eigentlich wollte ich ja dort mal – inspiriert von Lyssa – die große Eislauffläche im "Planten un Blomen" besuchen und ein paar Runden drehen, mit oder ohne Hilfe eines Pinguins (oder der IT). Aber leider machen die anscheinend schon am Sonntag dicht. Wobei es ja hier trotz Regen noch nicht so aussieht, als wäre die Eislaufsaison wirklich vorbei…es ist so gut wie Frühling! Angeblich.
Ein passendes Schwimmbad (als Nordbad-Ersatz) habe ich Hamburg auch noch nicht gefunden – das günstig gelegene Holthusenbad verlangt für popelige eineinhalb Stunden Schwimmen 6,80€ !!! Womit füllen die den Pool, mit Evian? In Eppendorf wohnt halt tatsächlich das alte Geld…da kann man nur hoffen, dass die Münchner Bäder niemals in Privathand gelangen und weiterhin brav städtisch subventioniert werden. Ich schwimme gern auf Kosten der Gesamtgesellschaft!

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Immer sauber bleiben

Frohe Botschaft: bei meiner Recherche für den Besuch beim mir aus England bekannten Kosmetikladen Lush, den in für meinen Hamburg-Aufenthalt nächste Woche geplant hatte, stolperte ich gerade über die Meldung, dass es in München auch bald einen Lush gibt. Und zwar: ab morgen! In der Sendlinger Str. 27.
Einen Einkauf dort kann ich nur empfehlen. Bei Lush gibt es nämlich z.B. eine Kokosnussseife, die tatsächlich hauptsächlich aus Kokosnuss besteht und auch so riecht, mjam! Dann auch die köstliche, Kater-bekämpfende “Red Rooster Soap”, die zwar Zimt und Orange enthält, aber nicht nach Weihnachten riecht, sondern eher so lecker wie ein australischer Surfer, kurz, nachdem er aus dem Ozean gestiegen ist (nicht dass ich schon mal an einem gerochen hätte, seht dies bitte lediglich als rein fiktive, metaphorische Umschreibung eines frisch-herben Duftes). Und zuletzt natürlich das legendäre Trichomania-Shampoo, das aus festen Brocken besteht, ist also etwas gewöhnungsbedürftig. Habe damit im Nordbad schon so manchen mitleidigen Blick und Schauma-Angebote geerntet, anscheinend sah dasTeil so aus, als könne ich mir kein Haarwaschmittel außer Kernseife leisten…trotzdem sehr zu empfehlen! Tierversuche machen die nämlich auch nicht.

Nazivergleich: on tape, on thread

Mein nimmermüder Nazivergleich-Informant Thersites hat mich netterweise auf zwei drollige Nazivergleiche hingewiesen, da wäre erstens ein Erdkundelehrer, dessen Vergehen von einem seiner Schüler nicht nur auf Band aufgenommen, sondern auch noch an eine Radiostation weitergereicht wurde. Er hatte Bush mit Hitler verglichen. Da fallen natürlich mehrere Dinge ins Auge:
1. “auf Band aufgenommen”?  “Tonband”? Hat das was mit “Microfiches” zu tun? Colorado ist wohl der einzige Ort der Welt, an dem junge Burschen noch nie was vom iTalk gehört haben.
2. Derartige Vergleiche gab es schon öfter. Ja, und den verschärften hier auch noch, weil ich den Chavez gar so gern mag.
3. Erdkundelehrer. Das mag jetzt eine sehr subjektive Aussage sein, aber: da sollte man immer vorsichtig sein. Ich hatte eine schreckliche Erdkundelehrerin, die einzige Frau, die ich je getroffen habe, bei der mir spontan das seltsame Wort “Gewitterziege” in den Kopf kam – Wunder der Assoziation! Wobei mich dieser Bennish, so von seiner Art her, jetzt spontan eher an meinen Geschichtslehrer erinnert. Es mag Zufall gewesen sein, aber nach meinem Referat über Marx bekam ich nur noch Einsen, davor waren es eher Dreier. Vermutlich hatte mich danach einfach das historische Bewusstsein gepackt.
Ich schweife ab. Im Heise-Newsticker geht es nazivergleichmäßig natürlich direkter zur Sache, da wird nämlich im Zusammenhang mit irgendso einem Open-Source-Programm, das am 20.April (übrigens der Geburtstag meines Vaters, meines Schwagers und des Vaters meines Schwagers, gell, da staunt ihr!) rauskommen soll, in einem geschmackvollen Thread, wie wir sie von Heisianern gewöhnt sind, von einer “Endlösung für Windows” gesprochen. Wie schon Susan Sontag sagt: “The discovery of the good taste of bad taste can be very liberating.” So, da hab ich jetzt passend zum internationalen Frauentag glatt noch eine Feministin zitiert!

(Bild: Wikimedia Commons)

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Wiederentdeckt: Roald Dahl

Als Kind war ich nicht nur ein Freund von Naturforscher- und Entdeckerbüchern, sondern auch von den Erzählungen Roald Dahls. Manche kennen ihn vielleicht als Autor des Kinderbuches "Hexen hexen" (The witches), das 1990 (soweit ich mich erinnern kann) ganz nett verfilmt wurde; letztes Jahr wurde dann ja mit "Charlie and the Chocolate Factory" ein anderes seiner Bücher verwurstet, ich konnte aufgrund einer starken Johnny-Depp- und Musikfilm-Allergie das Machwerk leider nicht begutachten. Wie ich der IMDB entnehme, hat Dahl sogar das Drehbuch für "Man lebt nur zweimal" mit dem "Best Bond" Sean Connery geschrieben.
Viel köstlicher als die Kinder- und Drehbücher fand ich allerdings Roald Dahl’s Kurzgeschichten, die einen unnachahmlichen "schwarzen Humor" haben, jedoch immer vollkommen harmlos bleiben, obwohl es teilweise um blutige Morde und seltsame Perversionen geht. Gerade im Kontrast zur heute üblichen brutalen Spielart des schwarzen Humors (Tarantino etc.) und der vollkommenen Arriviertheit dieses einst provokanten Stilmittels – gibt es überhaupt noch "weißen" Humor? –  wirken Dahls Stories wirklich noch frisch, charmant und drollig. Aufgrund ihrer doch recht schlichten Sprache leiden die Kurzgeschichten auch nicht großartig unter der Übersetzung ins Deutsche, sagen wir es so: das sind Geschichten, die gut sind, egal, wie man sie erzählt. Man könnte sich daher auch kaum Vorlagen vorstellen, die sich für die Verfilmung besser eignen.
Wer einmal "Man from the South"  (aka The Smoker) gelesen hat, wird übrigens jedesmal unwillkürlich an Roald Dahl denken, wenn sein Feuerzeug nicht geht  – jedenfalls geht es mir so! Auch das ist wohl eine Form der Unsterblichkeit …(hier kann man die Geschichte nachlesen).

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Is ja gut!

Sehen wir der Sache gelassen ins Auge. Schnee ist gefrorenes Wasser. Und von wegen Schneechaos, das Zeug ist doch total berechenbar. Fällt von oben runter, bleibt unten liegen und irgenwann isses Matsch. Für manch einen mag die Wetterlage symbolische Relevanz haben, ich bin inzwischen wahrscheinlich zu zynisch (etwa seit dem Studium?). Lasst das Zeug da oben. Oder meinetwegen soll es schnellstmöglich wegtauen. Schnee gehört auf Berge und Tannenwipfel, Stadt + Schnee = Wasserränder auf den guten Stiefeln (nicht, dass ich welche hätte, ich bin momentan mit denen hier unterwegs), unheimliche Stille, bis auf das frühmorgendliche Kratzen von Schaufeln auf Asphalt erstickt alles in diesem widerlichen Zeug, und man kann sich nicht mal an köstlicher Schadenfreude laben, wenn Autofahrer ihren Clio ausgraben müssen, weil man sein eigenes Radl auf dem Hof auch nicht mehr findet und die Tram stehen bleibt. Schluss! Wir brauchen keinen Schnee! Wir haben heutzutage DSL, und da kann man gemütlich von zu Hause aus das einzige machen, wozu Schnee abseits von Skipisten einen Sinn hat, nämlich Schneeballschlacht! Es lebe der Fortschritt und die warmen Hände.

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Neues von Paris Hilton und Nicole Ritchie?

Könnte man denken, wenn man sieht, worüber ich da grad schreibe, aber tatsächlich geht es um Hühner, denen man Wachtelgehirne eingepflanzt hat, woraufhin sie wie Wachteln gackerten. Und das schon seit 1988!
(Zu seltsamen Wachteln siehe auch Quailtard)