New Yorker Leser, also nicht jetzt Leser des New Yorker sondern Leser in New York, jedenfalls: aufgehorcht! Nächste Woche Donnerstag Pflichttermin im Philoctetes Center for the Multidisciplinary Study of Imagination, nämlich: "Living in the Musical Moment: Interspecies Jamming with Whales, Birds, and Humans." Für uns bedauernswerte Nicht-Neujorker wird der artübergreifende Jazzabend wohl gestreamt.
Und wenn mich nicht alles täuscht, dürften unter den Cohu-Lesern auch einige sein, die sich für das Video hier interessieren: "The Presumption of Rationality: Psychological Challenges to Legal Certainty" – mit Peter Brooks (Yale/Princeton), Anne Dailey (moderator), Carol Gilligan (NYU), Nomi Stolzenberg (USC), Kenji Yoshino (NYU).
Wer weiß, wie lange das Philoctetes Center noch solche abgefahrenen Veranstaltungen organisiert – einer der großen Finanziers des Instituts war nämlich der Große Bernie, von dem es andernorts heißt:
"He out-Ponzied Charles Ponzi. He out-Princed Chuck Prince. He could have taught the Egyptians how to build pyramids. In the history of high-stakes grifting, he out did them all. A Robin Hood with Alzheimer’s; he stole from the rich. If he’d only remembered to give to the poor he’d be a hero!" (Bill Bronner)
Für die hoffentlich wenigen unter meinen Lesern, die wider Erwarten weder Interspecies Jazz noch einer Dekonstruktion der juristischen Rationalitätsannahme etwas abgewinnen können, zum Trost Shirley MacLaine und Frank Sinatra – letzterer passenderweise in der Rolle eines pseudorationalen Juristen mit Gesangstalent.

Wer kennt sie nicht: lästige Suchmaschinen-Optimierer, die in privaten Blogs Pseudo-Kommentare mit Links zu kommerziellen Seiten hinterlassen, um deren Google-Ranking zu verbessern. Man kann sich über die Herrschaften wundern (oder sie gar bedauern). Man kann ihre Links oder die Kommentare einfach löschen (wie bis jetzt bei Cohu geschehen). Man kann ihnen, wenn man besonders geschäftstüchtig ist, 





Marktwirtschaftliche Zwänge haben es bis jetzt verhindert, dass wirkliche Romane veröffentlicht werden – damit meine ich 800 Seiten aufwärts. Wenn aber das Kindle die Kosten für lange Texte abschafft, brechen goldene Zeiten an für Leser und Autoren. Warum musste Melville seinen Moby-Dick auf popelige 536 Seiten beschränken? Eine zeitlose Geschichte erfordert mehr Raum, die Cetology ist kurz gefasst und wichtige Details fehlen. Warum ist Donna Tartts großartiger "Little Friend" schon nach 555 Seiten vorbei? Köstliche Spannung, aber doch etwas übereilt. Und warum kann man sich in einen genialen Wolfe wie "A Man In Full" nur viel zu kurze 742 Seiten lang vergraben? Bei so wenig Raum ist es nicht verwunderlich, dass der Weißgewandete einen etwas überstürzten Schluss an dieses Meisterwerk hängen musste. Schreib’s nochmal, Tom! 1000, 2000, 3000 oder 10.000 Seiten – wenn das Kindle sich durchsetzt, werden die literarischen Genies der Zukunft keine Grenzen mehr kennen.
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