Backspielhaus an der Ludwigstraße: schon zu. Backspielhaus Glückstraße: dito. Konditorei Erbshäuser: nix. Café Luidpold: erst nächsten Dienstag. Café Kreutzkamm: nix. Manufaktum-Bäcker: erwartungsgemäß nix. Dallmayr-Bäcker: alles weg.
Erst beim Rischart am Marienplatz Krapfen gefunden, “mit roter Marmelade” (Auwehzwick!). Ich habe langsam den Eindruck, bei Krapfen herrschen nicht die heilsbringenden Gesetze des Freien Marktes, sondern fehlgeschlagene Planwirtschaft. Krapfensozialismus. Deshalb heißen die ja auch Berliner!
Auf der Suche nach Jodlern aus aller Welt dürfen wir Mexiko nicht übersehen. Da gibt es nämlich die Huasteca (auch bekannt als Huapango). Neben wildem Gefiedel und Falsetteinlagen hat diese Musikform auch noch einen seltsamen Rhythmus, die Taktarten wechseln sich nämlich ab (ähnlich wie beim Zwiefachen).
Eine besonders nette Huasteca ist das Lied El Gustito – “Das Freudchen”, hier vorgetragen von den Mariachi Los Camperos aus Los Angeles:
Leider nur Audio, aber die sehen exakt so aus, wie man sie sich vorstellt, und für Geige und Gesang ist natürlich ein Jesús zuständig, nämlich Jesús “Chuy” Guzmán, das ist der gmiatliche Olibaträger in der ersten Reihe. Eine CD kann man bei Smithsonian Folkways downloaden.
Auf der Suche nach dem Text von El Gustito habe ich eine von Chuys Gesang leicht abweichende, aber besonders nette Version gefunden:
Cantando el gustito estaba
Cuando me quedé dormido
Cuando me quedé dormido
Cantando el gustito estaba
Ay la la la…
Mi mamá me depertaba
Yo me hacía el desentendido
Para ver si me dejaba
Otro ratito contigo
Ay la la la…
Dicen que el hombre casado
A bailes no va a gozar
A bailes no va a gozar
Dicen que el hombre casado
Ay la la la…
Pero se han equivocado
Porque él también sabe amar
Porque él también sabe amar
Nada más que es reservado
Ich kann zwar nicht Spanisch, würde das aber mit Google-Translate-Hilfe so übersetzen:
Ich sang “El Gustito”
als ich einschlief
Meine Mutter weckte mich
Ich tat, als hätte ich sie nicht gehört
damit ich noch ein wenig von Dir träumen konnte
Man sagt, ein verheirateter Mann
hätte beim Tanzen keine Freude
Aber das ist ein Missverständnis
denn er weiß zu lieben
Er ist nur diskret
Bis auf die andere Seite des Golfs von Mexiko ist diese Botschaft allerdings noch nicht vorgedrungen…
Gordon Brown führt nicht nur die Briten, sondern auch die diesjährige “GQ”-Rangliste der schlechtestgekleideten Männer an (siehe ersatzweise die Guardian-Berichterstattung, da ich die englische Seite der zweifelhaften Publikation nicht aufrufen kann)
Es kommt aber noch dicker: Cohus Liebling Boris Johnson steht direkt hinter dem nordkoreanischen Diktator auf Platz 4 der GQ-Schlechtestenliste. Lachhaft und voll daneben, liebe Leser. Als BoJo letztes Jahr auf Platz 1 der Esquire-Liste der stillosesten Männer (wieviele solche bescheuerten Listen gibt es eigentlich?) gekürt wurde, hieß es andernorts ja schon sehr treffend:
“…Esquire complains, with with what looks to me like a sad lack of vision, about how Boris ”wears odd socks, has jacket pockets like second-hand bookshops and hair the result of an encounter with a ghost in a wind tunnel”.
They think that’s a bad thing? He sounds like just our kind of guy.” (Baroque in Hackney)
So sieht “Die erste Brigitte OHNE MODELS” unter der fetten (haha) “OHNE MODELS”-Banderole aus. Für die Herren unter meinen Lesern: das Äquivalent wäre der Kicker, “Ab jetzt OHNE PROFIFUSSBALLER!!!”, mit dem Aufmacher: “Training: So passt es in Ihr Leben – 14-Tage-Programm für den perfekten Elfmeter – Plus: Offizielles DFB-Regelwerk für die Sporttasche”. Na sauber.
Andersrum, liebe Brigitte, wird ein Schuh draus: mit Models, aber ohne Diäten. In einer modernen Gesellschaft mit effizienter Arbeitsteilung macht jeder, was er am besten kann. Die Models: diätieren und gut aussehen. Ich: auf dem Sofa liegen, ein Stück Pizza essen und schöne Menschen anschauen. OK?
Zu Weihnachten bekam ich das Popup-Buch von Sam Ita, das ich schon ein ums andre Mal beim Goltz bewundert hatte. Wolf vom Moby-Dick-Blog widmet meinem Fundstück “One Drawing for Every Page of Moby-Dick” einen aufschlussreichen Eintrag (wobei aller Dank natürlich, wie so oft, meiner Lieblingscommunity MetaFilter bzw. Herrn synecdoche gebührt). Und gestern im Baader-Café schwärmte ein Herr am Nebentisch von einer Hörbuchfassung des Klassikers, die ihm eine tagelange Autofahrt regelrecht zur Walfangexpedition machte. Ich glaube, ich bin der Anti-Ahab. Der weiße Wal verfolgt mich!