…und gleich noch ein amerikanisches Schmankerl!

In meiner Eigenschaft als Nazivergleichsammlerin hab ich ja schon einiges erleben dürfen – siehe extensive Nazivergleichsammlung. Aber das ist doch ein besonderes Exemplar. Via Ingo, via Lawblog, via FTD –  Kolumnistin Ellen Goodman schreibt  im Boston Globe:

I would like to say we’re at a point where global warming is impossible to deny. Let’s just say that global warming deniers are now on a par with Holocaust deniers, though one denies the past and the other denies the present and future. (Boston Globe: No Change in Political Climate)

Hmmm. Und Glühbirnenverwender sind dann vermutlich Nazis? Ich hab nur laut gedacht!

Posted in Fröhliche Wissenschaft, Nazivergleich, Politisches, U.-S.-A.! U.-S.-A.!. Comments Off on …und gleich noch ein amerikanisches Schmankerl!

Italo-Amerikanisches Schmankerl

Nachdem nun schon die New York Times über Tomatensoße mit Fleischklopsen berichtet, will ich Euch meine Forschungsergebnisse zu diesem Thema nicht vorenthalten. Der Amerikaner an sich kennt als typisch italienisches Gericht nicht – wie der Deutsche an sich – Spaghetti Bolognese, sondern vielmehr "Italian Meatballs" mit Tomatensauce und Spaghetti. Das ist so wenig "italienisch" wie unsere Bolognese – der Amateur Gourmet meint: "spaghetti and meatballs is not an authentic Italian dish but an American Italian concession to America’s love for meat."
Das ganze Konzept (praktisch Mini-Fleischpflanzl mit Tomatensoße auf Nudeln!) hört sich doch sehr lecker an, also hat Cohu es gestern mal ausprobiert: mit einem Rezept, das vermutlich mit den Sizilianischen Polpette ebensowenig zu tun hat wie mit dem NYT-Rezept, aber sehr lecker war. Hier kommt’s:

Rigatoni mit Gemüsesugo und Rucolaklopsen

250g gemischtes Hackfleisch, 1 Ei, Semmelbrösel und etwas Mehl gut vermischen.
Mit einer Handvoll Rucola (!) kurz mit dem Stabmixer durchmixen.
Mit Pulbiber (türkische Paprikaflocken), Origano, Schwarzem Pfeffer und Salz würzen.
Mit nassen Händen kleine Fleischklopse formen und in Olivenöl ausbraten, bis sie fest sind.

Dazu dann 1 klein geschnittene Zwiebel, eine Handvoll Champignons und reichlich Gemüsewürfel (z.B. Gelberüben, Paprika, sicher ginge auch Fenchel, Stangensellerie) geben sowie eine Hand voll Speckwürfel (Bacon). Alles gut anrösten, bis Speck ausgelassen ist und Gemüse braun angeht.
Mit Rotwein ablöschen und dann Tomatenpürée dazugeben.
Während die Nudeln kochen, Sauce leise zugedeckt köcheln lassen. Mit wenig Sahne, Paprika, Pfeffer, Salz und Basilikum abschmecken.
Über Pasta (z.B. Rigatoni) mit frischem Parmesan servieren.

Schmeckt übrigens auch aufgewärmt ziemlich lecker (dürfte insgesamt für 3-4 Personen reichen).

Blue in the Face

Der Los Angeles Zoo hat nun eine Feng-Shui-Expertin engagiert, um ein Affengehege zu gestalten. Der Guten stehen dafür 4500 Dollar zur Verfügung. Wie kommt man auf so eine total bescheuerte Idee?
Vermutlich deshalb, weil es sich um eine chinesische Affenart (Goldener Stupsnasenaffe oder Goldstumpfnasenaffe, Pygathrix roxellana) und bei den Tierchen um eine zehnjährige Volksrepublikanische Leihgabe handelt, für die der Zoo auch noch 100000 Dollar pro Jahr berappen muss.
Zynische Erklärung: Wenn man schon soviel Geld für potthässliche blaugesichtige Primaten ausgibt, ist es um die paar Kröten auch nicht mehr schade.
Gutmütige Erklärung: Der Zweck (Versuch der Rettung einer Aussterbenden Tierart) heiligt in diesem Fall die Mittel (einer Pseudowissenschaft Geld in den Rachen werfen, um die Affen für Spendenwillige interessant zu machen).
Ironie Nr. Eins: Die Affenart ist zu einem nicht geringen Ausmaß gerade aufgrund der oh-so-großartigen und harmoniefördernden fernöstlichen Pseudowissenschaften bzw. Religionen gefährdet, weil ihre Knochen in der Traditionellen Chinesischen Medizin als Heilmittel gelten und ihre Felle für irgendwelche abgefahrenen schamanischen Rituale gebraucht werden.
Ironie Nr. Zwei: die Expertin für Energiefluss erklärt in aller Ernsthaftigkeit:

"It’s very experimental," Mainini said. "We don’t have any books on feng shui for monkeys. We just have to assume that Darwin is correct and that there is a connection and what is good for humans is good for monkeys."  (Abilene Reporter-News)

Danke, Frau Mainini, dass sie so eine große Konzession an obskure Theorien wie die Evolutionshypothese machen. Ich mein, dafür gibt es (im Gegensatz zum Feng Shui) ja praktisch keine Beweise, geschweige denn Falsifizierbarkeit, aber nehmen wir gutmütigerweise einfach mal an, dass es stimmt, dass Menschen und Affen gemeinsame Vorfahren haben….

Duschen sind zum Duschen da

Nachdem unser New-Haven-Korrespondent sich in den letzten Monaten sehr bedeckt hielt, muss ich wohl selbst leserfreundlichen Yale-Content heranschaffen. Nichts leichter als das: in den College-Duschen dieser Efeuliga-Uni geht es teilweise so hoch her, dass ein einem College vorstehender Prof in einer Massen-Mail mit der Betreffzeile "Shower Stalls are for Showering" alle Bewohner dazu aufgefordert hat, kompromittierende und unhygienische (?) Aktivitäten zukünftig zu unterlassen:

His e-mail warns against "intimate activity" in the showers, "especially that kind of activity that leaves the showers in a decidedly less hygienic state."
"Several times since the start of the spring term some Hounies have come across a couple having the time of their lives in a shower stall," the e-mail stated, referring to the nickname for college residents. "Last night, the shower flooded and the bathroom could not be used for over 90 minutes. To the as yet unidentified couple, this may be pleasurable and exciting for you, but it is a violation of community standards. Please stop." (MyFoxNY via Fark)

Soso. Erst Nacktparties und dann das. Da geht’s ja zu wie in der Waldorfschule!

Freitagsfußballcontent: “Sail away…

…dream your dreams" heißt es jetzt nicht mehr nur beim Bremer Bier (gibt’s diese Werbung eigentlich noch?) sondern auch bei einem anderen Becks.
Ob das tatsächlich zum (fußballerischen) "Decline of a Nation" beiträgt, kann ich natürlich nicht beurteilen. Fest steht, dass in den USA – wie uns auch Korrespondent Colombo berichtet hat – der Fußball bzw. Soccer ein Frauen- und Mädchensport ist. Und da passt der Herr Beckham – wenn man an seine Zeiten als Metrosexual inklusive Frauenhaarschnitt und Diamantohrringen denkt – dann doch ganz gut rein…

Posted in Decline of a Nation, Sport & Spiel, U.-S.-A.! U.-S.-A.!. Comments Off on Freitagsfußballcontent: “Sail away…

Booty Basics

So nennt sich, wie die erstaunte Cohu gerade festgestellt hat, eine Rubrik in der Oprah Winfrey Show (weltberühmt spätestens seit der Tom Cruise-Episode). Die Frage, die man hier diskutiert, ist eine einschneidende und dramatische, die zumindest laut Ankündigung jede Frau bewegt: “Does my butt look big?” Die Hinternexpertin Stacy London (nicht zu verwechseln mit Malibu Stacy) rät: “Before you start shopping, you should look at your body in a three-way mirror.” Ui ja, da macht das Einkaufen Spaß. Ich rate Frau London, insbesondere angesichts dieses Fotos, sich auch selbst mal dieser Behandlung zu unterziehen, um sich dann die Frage zu stellen: “Does my face look batshit crazy?” Vielleicht kann man ja auch das mit Kleidung kaschieren…

Posted in U.-S.-A.! U.-S.-A.!. Comments Off on Booty Basics

Schwache Lacher für die Daheimgebliebenen

Soso! Da wird einem so einiges klar, insbesondere, warum es denn jetzt unbedingt Yale sein musste für Freund Kolumbus. Am guten baulichen Zustand kann es ja nicht liegen, wenn man sich diese heruntergekommenen Kellergänge anschaut.

P.S. Graf Witz: Gibts im Kolpinghaus etwa keine Duschen?

Bless this Mess

Na super. Kaum hat Cohu die halbe Wohnung mit ANTONIUS ausgestattet (dank Mimik-Minimalisten
sogar mit Hilfe eines Ssst-ssst-Krk! Akkuschraubers), kommt von Seiten der New York Times der neueste Amerikanische Scheißdreck Trend: Unordung. Es soll drüben gar ein sog. anti-anti-clutter-movement geben, eine Antiantisaustallbewegung. Ein Vertreter der US-Schlamperiche meint: “Order can be profane and life-diminishing.”
“It’s a flippant remark, but if you’ve never had a messy kitchen, you’ve probably never had a home-cooked meal. Real life is very messy.
These boxes, these organizing supplies, are the containers for all our superficial selves.” erdreistet sich ein anderer Unordnungsfreak zu statuieren.  Und wüste Schreibtische, behaupten die Analysten der “semiotics of mess”, sind sogar ein Zeichen für besonders arbeitsame Zeitgenossen.
Lieber Herr Salzmann und Konsorten, wenn derart küchenpsychologische Mutmaßungen typisches Produkt ungeordneter Regale, Schubladen und Hirnregionen sind, dann bleib ich bei meinen Hängeregistern, Leitz-Ordnern und natürlich ANTONIUS. Man muss ja nicht jeden Scheiß mitmachen.

Nazivergleich: Sag jetzt nichts…

Bush=Hitler? Diesen und ähnliche Vergleiche kennen wir fleißigen Leser von Cohus Nazivergleichsberichterstattung schon von vielen dezidierten Un-Amerikanern wie Chavez, Belafonte, Zwerg Jong Il und einem Erdkundelehrer. Ich verweise in diesem Zusammenhang auch auf die exzellente Gallery of “Bush=Hitler” Allusions.
In Slate wird uns jetzt von Diane McWhorter erklärt, was es mit dem Nazivergleichs-Tabu in der US-amerikanischen Politik eigentlich auf sich hat, die kontroverse These:

The taboo is itself a precept of the propaganda state. Usually its enforcers profess a politically correct motive (…)  And so by allowing the issue to be defined by the unique suffering of the Jews, we ignore the Holocaust’s more universal hallmark: the banal ordinariness of the citizens who perpetrated it. The relevance of Third Reich Germany to today’s America is not that Bush equals Hitler or that the United States government is a death machine. It’s that it provides a rather spectacular example of the insidious process by which decent people come to regard the unthinkable as not only thinkable but doable, justifiable. (Diane McWhorter: The N-Word)

 

Endlich verteidigt mal jemand den (intelligenten) Nazivergleich als Mittel, aus der Geschichte zu lernen. Der entscheidende Punkt ist aber wohl:

We have become such “good Americans” that we no longer have the moral imagination to picture what it might be like to be in a bureaucratic category that voids our human rights, be it “enemy combatant” or “illegal immigrant.” Thus, in the week before the election, hardly a ripple answered the latest decree from the Bush administration: Detainees held in CIA prisons were forbidden from telling their lawyers what methods of interrogation were used on them, presumably so they wouldn’t give away any of the top-secret torture methods that we don’t use.

 

Tja: ein Nazivergleich verliert seine gesamte rhetorische Schlagkraft, sobald der Adressat nicht mehr auf die Idee kommt, er könne ja auch mal auf der Seite der Juden stehen. Aber:

Cautiously, I look back on that as the crystallizing moment of Bushworld: tautological as a Gilbert and Sullivan libretto, absurd as a Marx Brothers movie, and scary as a Kafka novel.

 

Da: geht doch auch ohne Nazivergleich, solange man kulturell gebildet ist…

Posted in Nazivergleich, U.-S.-A.! U.-S.-A.!. Comments Off on Nazivergleich: Sag jetzt nichts…

Ich weiß, dass Du nichts weißt

Bis diese Debatte bzw. Bewegung es nach Deutschland schafft, werden wohl noch ein paar Jahre vergehen. Cohu weiß zumindest schon, auf welcher Seite sie nicht steht.
Wenn sich aber die Wissenschafts- und die Gottesgläubigen heftig darum streiten, wer das "monopoly on truth" besitzt, freut sich die Dritte: selbstverständlich hat die Philosophie als mater scientiae den einzig richtigen Zugang zur Welt und ihrer Wahrheit. Wir wissen, wo’s langgeht!
Gerüchte, dass deshalb so viele von uns Taxifahrer werden, muss Cohu – ihres Zeichens ja sowieso schon lange überzeugte Außenweltskeptikerin und Solipsistin – vehement zurückweisen: beweist Ihr mir erstmal, dass es Straßen, Taxis und andere Personen als potentielle Fahrgäste überhaupt gibt, ganz zu schweigen von Euch selbst!

Posted in Kollektivneurose, Mater Scientiae, U.-S.-A.! U.-S.-A.!. Comments Off on Ich weiß, dass Du nichts weißt