Italo-Amerikanisches Schmankerl

Nachdem nun schon die New York Times über Tomatensoße mit Fleischklopsen berichtet, will ich Euch meine Forschungsergebnisse zu diesem Thema nicht vorenthalten. Der Amerikaner an sich kennt als typisch italienisches Gericht nicht – wie der Deutsche an sich – Spaghetti Bolognese, sondern vielmehr "Italian Meatballs" mit Tomatensauce und Spaghetti. Das ist so wenig "italienisch" wie unsere Bolognese – der Amateur Gourmet meint: "spaghetti and meatballs is not an authentic Italian dish but an American Italian concession to America’s love for meat."
Das ganze Konzept (praktisch Mini-Fleischpflanzl mit Tomatensoße auf Nudeln!) hört sich doch sehr lecker an, also hat Cohu es gestern mal ausprobiert: mit einem Rezept, das vermutlich mit den Sizilianischen Polpette ebensowenig zu tun hat wie mit dem NYT-Rezept, aber sehr lecker war. Hier kommt’s:

Rigatoni mit Gemüsesugo und Rucolaklopsen

250g gemischtes Hackfleisch, 1 Ei, Semmelbrösel und etwas Mehl gut vermischen.
Mit einer Handvoll Rucola (!) kurz mit dem Stabmixer durchmixen.
Mit Pulbiber (türkische Paprikaflocken), Origano, Schwarzem Pfeffer und Salz würzen.
Mit nassen Händen kleine Fleischklopse formen und in Olivenöl ausbraten, bis sie fest sind.

Dazu dann 1 klein geschnittene Zwiebel, eine Handvoll Champignons und reichlich Gemüsewürfel (z.B. Gelberüben, Paprika, sicher ginge auch Fenchel, Stangensellerie) geben sowie eine Hand voll Speckwürfel (Bacon). Alles gut anrösten, bis Speck ausgelassen ist und Gemüse braun angeht.
Mit Rotwein ablöschen und dann Tomatenpürée dazugeben.
Während die Nudeln kochen, Sauce leise zugedeckt köcheln lassen. Mit wenig Sahne, Paprika, Pfeffer, Salz und Basilikum abschmecken.
Über Pasta (z.B. Rigatoni) mit frischem Parmesan servieren.

Schmeckt übrigens auch aufgewärmt ziemlich lecker (dürfte insgesamt für 3-4 Personen reichen).

2 Responses to “Italo-Amerikanisches Schmankerl”

  1. Wolf Says:

    Danke für die Anregung, Frau Nachbarin, mjamm. Ich werde so frei sein, statt Rucola Bulgur reinzumixen, aber das ist südlich genug, vor allem wenn man den Knoblauch (wie, kein Knoblauch?) erheblich aufstockt, und ich bezieh sowieso immer auf die Küchenphilosophie von Platt & Keune.Statt des Gefrickels mit unterschiedlichen Suppenwürfeln für Mädchen empfehle ich das Großgebinde Glutamat (Gastronomie-Ecke beim V-Markt), das freut vor allem auch die Katze.Genau das Richtige, um mit einem 40er-Rundschlag reinzuschaufeln. Und sowas nennt sich Fastenzeit.

  2. cohu Says:

    Hm, ich wollt grad sagen, statt Rucola könnte man sicher auch Liebstöckl nehmen, aber meinetwegen Bulgur…Knoblauch hab ich vergessen, muss natürlich rein! Fastenzeittauglich ist es nicht ganz…aufgrund des hohen Fett- und Fleischgehalts kann man dafür *ausnahmsweise* das Glutamat auch weglassen.


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