Ja Servus

"Beziehungs- und Jobprobleme, Lebensentscheidungen, Lust auf geistige Arbeit – es gibt viele Gründe, um zum Philosophen zu gehen. Oft sei es auch nur ein unbestimmtes Unwohlsein, sagt André. (…) Tendenziell werden immer mehr Menschen erkennen, dass ein philosophisches Gespräch ihnen mehr Lebensfreude schenkt und Geld und Energie spart. Es verkürzt Prozesse, löst Grübelzustände auf. Nichts ist kostbarer als Klarheit." (SZ)

SEO für Philosophen

Zufrieden lehnt sich Cohu zurück, weil sie es geschafft hat, in ihrer Diss jetzt neben dem obligatorischen "sex with animals"  heute nun auch den Begriff "hard-core pornography" unterzubringen. (Für die Yalies bzw. Juristen unter meinen Lesern: das scheinbar Unmögliche gelang mir mithilfe eines Zitats des legendären Potter Stewart).

Wenn Google Books die Zukunft gehört, möchte ich bei den beliebtesten Keywords nicht hintanstehen!

Und Nietzsche hat doch recht

 Jaja, immer diese Softwaretipps, da kommt man sich vor wie ein bildungsferner Nerd. Dabei weiß ich doch, meine Leser sind so gebildet und weltgewandt, die darf man mit so Zeug nicht langweilen. Deshalb heute: Cohu’s Weichwarenratgeber featuring unseren liebsten syphilitischen Schnauzträger, Bonus: griechische Mythologie!

(Bildausschnitt: Ulysses and the Sirens, 1909 Herbert James Draper. Wikimedia Commons)

Friedrich Nietzsche wandelt oft auf peinlichen, aber mit Eleganz beschrittenen Holzwegen, etwa, wenn er meint: "Im ächten Manne ist ein Kind versteckt: das will spielen." – und den Mann in seiner Verspieltheit ausdrücklich im Gegensatz zur Frau darstellt. Ich darf Euch in diesem Zusammenhang auf eine ganz reizende Seite hinweisen, auf der man sich beim momentanen Wetter sich doch einige Zeit angenehm vertreiben kann: Die Anstalt. Zumindest im Weibe Cohu ist ein Kind versteckt: das will spielen. Und zwar mit psychisch kranken Kuscheltieren. Geheilt hab ich allerdings noch keins…

Der Wahrheit – und der wirklich nützlichen Software – etwas näher kommen wir mit Nietzsche, wenn er meint, es wäre "im Weibe ein Sclave und ein Tyrann" verborgen leider vollkommen zutreffend. Vor allem das mit dem Tyrannen. Der bildet sich dann z.B. ein, dass es nicht gut ist, den ganzen Tag auf nutzlosen Seiten rumzusurfen. Und installiert eine faschistoides Firefox-Add-On namens LeechBlock – eine Art grausame Browser-Kindersicherung, die fein justierbar ist: man kann z.B. einstellen, dass der Browser zu den üblichen Arbeitszeiten nur LEO, WordRef und Wikipediaseiten öffnen kann. Oder: dass zeitstehlende Internetseiten, Foren und sonstige Spielereien nur eine bestimmte Anzahl von Stunden/Minuten am Tag zugänglich sind. Gesichert mit einem Passwort, dass man gut versteckt. Man kann sich das vorstellen wie bei Odysseus und den Sirenen (siehe Abb.). Seit ich dieses Ding verwende, ist meine Arbeitsproduktivität um ca. 40% gestiegen – mein innerer Tyrann jubiliert.
Eine Seite, die ich nie blockiere, ist allerdings die Cohu-Administration. Der gute FriWi trifft hier schlussendlich den Nagel auf den Kopf:

"Weib und Genie arbeiten nicht. (…) In allen Augenblicken, wo wir unser Bestes thun, arbeiten wir nicht. Arbeit ist nur ein Mittel zu diesen Augenblicken."

Uff.

Aus dem Wikipediaeintrag zu "Bedeutung (Sprachphilosophie)":

"Auch unter dieser Perspektive zeigt die Diskussion zwar immer differenziertere Positionen, aber am Ende keine inhaltliche Entwicklung. […] Es scheint, dass diese Diskussion zwar zu immer besseren und differenzierteren Argumenten führt, aber nicht entscheidbar ist, weil alle Argumente je nach Ausgangspunkt gravierenden Gegenargumenten ausgesetzt sind."

Willkommen in der modernen Philosophie. In diesem Zusammenhang auch interessant, das wiki "How to Catch a Greased Pig", eine detaillierte Anleitung zum Fangen eingeölter Schweine.

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Alte weg von der Straße und mehr Kinder für Deutschland.

Mit Hilfe der Reproduktionsmedizin ist es gelungen, bei einer 64-jährigen deutschen türkischen Frau eine Schwangerschaft herbeizuführen. Das Kind kam vergangene Woche in einer deutschen Klinik zur Welt und ist wohl Produkt einer im Ausland vorgenommenen Befruchtung und Einpflanzung einer (gespendeten) Eizelle.
Der Kinderschutzbund und andere äußerten sich über den Vorgang empört. So etwas entspreche nicht dem Kindeswohl,denn, so das Hauptargument:

“Ein Kind sollte die Möglichkeit haben, das Erwachsenenalter mit Begleitung seiner Eltern zu erreichen.”

Interessant fände ich in diesem Zusammenhang, wie sich der Kinderschutzbund äußern würde zu einem Fall, in dem eine 30-Jährige eine Schwangerschaft anstrebt, die weiß, dass sie innerhalb der nächsten Jahre an einer schweren Erkrankung (z.B. Chorea Huntington) sterben wird. Würde man der Kranken – die davon ausgehen kann, dass sie noch 10 bis 15 Jahre zu leben hat – wirklich vom Kinderkriegen abraten?
Fast noch mehr interessieren würde mich die Ansicht des Kinderschutzbundes (und anderer Gegner der “Seniorenschwangerschaft”) zur absichtlichen Zeugung eines Kindes durch einen männlichen Senioren  – haben Herr Beckenbauer (Vater mit 59) oder Herr Picasso (Vater mit 69) eine Ermahnung (zur Not post mortem) des Kinderschutzbundes zu befürchten, weil sie das Kindeswohl gefährden? Mal ganz zu schweigen von Anthony Quinn – Vater mit 82! Ob die Schwangerschaft “künstlich” oder “natürlich” herbeigeführt wurde, scheint mir in diesem Zusammenhang nicht weiter relevant zu sein.

Beachtenswert ist das moralische Urteil des Kinderschutzbundes aber nicht nur aufgrund sich anbietender Analogien, sondern auch, weil es, wie ich vermute, auf einer moralischen Verirrung beruht. Man verurteilt die späte Schwangerschaft, mit dem impliziten Argument, eine frühe Schwangerschaft – und damit das Aufwachsen des Kindes mit einer jüngeren Mutter – wäre besser gewesen. Zur Alternative steht aber gar nicht eine frühe Schwangerschaft mit dem betreffenden Kind, sondern… gar keine Schwangerschaft. Es wird, abstrahiert gesehen, also argumentiert, für das Wohl des betreffenden Kindes sei es besser, wenn es gar nicht erst gezeugt worden wäre – ein, wie ich finde, doch recht lustiges Ergebnis. Ich bin mir nicht sicher, ob der Kinderschutzbund das so wirklich meint.
Ganz aufschlussreich finde ich dann auch den Kommentar von Frau Stewens (Familienministerin Bayerns, CSU):

“Ich möchte das moralisch nicht bewerten, aber die Natur hat sich schon was dabei gedacht, dass man ab einem bestimmten Alter keine Kinder mehr kriegen kann.”

Die Weisheit der Mutter Natur als Ratgeber für Familienpolitik. Da bin ich jetzt einfach mal sprachlos.

[Edit: habe einem faz-Artikel noch ein paar genauere Angaben zum Fall entnommen und oben dementsprechend korrigiert/ergänzt]

Decline of a Nation: nasty, brutish, and short


So schaut’s typischerweise bei den BBC News UK aus. Jedesmal, wenn ich diese Seite aufschlage, kommt es mir wie ein Wunder vor, dass in Großbritannien überhaupt noch Menschen am Leben sind…
Unvermittelt kommt einem diese Textpassage in den Sinn, die jedoch schon ein paar hundert Jahre vor der Einrichtung von BBC-Seiten verfasst wurden:

"(…) no commodious Building; no Instruments of moving, and removing such things as require much force; no Knowledge of the face of the Earth; no account of Time; no Arts; no Letters; no Society; and which is worst of all, continuall feare, and danger of violent death; And the life of man, solitary, poore, nasty, brutish, and short." (Leviathan)

Der Autor dieser weltberühmten Zeilen war, wie könnte es anders sein, natürlich: Engländer! Ist das genetisch?

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Ich rieche, rieche Menschenfleisch!

Ich hätte ja nicht gedacht, dass ich hier mal einen Zombie-Film empfehlen würde. Aber bei dem Gruselwetter bleibt einem ja gar nix anders über. Also, Cohu-Prädikat für "Shaun of the Dead". Der Untertitel "A Romantic Comedy. With Zombies" verrät schon ganz gut, worum es geht. Hier auch bei Wikipedia, aber Obacht, Spoiler! Interessant im Übrigen auch die Geschichte der Zombies in der Voodoo-Kultur.
Wem das alles zu splatterig ist, der kann sich auf "philosophische Zombies" beschränken, denen sogar in der renommierten Stanford Encyclopedia of Philosophy ein umfänglicher und ganz und gar unblutiger Eintrag gewidmet ist. Warnung: diese Zombies sind (zumindest für den Nicht-Philosophen) stinklangweilig und fressen nicht mal Gehirne. Gähn!

(Bild: Joel Friesen/Wikimedia Commons)