Rainald Grebe: Bernd/Stiftung Warentest

Karten für nächste Woche gibts hier.

 

Cohu’s Freitagabend-Fernsehtipp

Eine neue Serie von F.X. Bogner (Irgendwie und Sowieso, Zur Freiheit, Café Meineid und zuletzt München 7) geht heute im BR an den Start, und zwar um 21:35: Der Kaiser von Schexing. Der Hauptdarsteller Dieter Fischer ist vielleicht dem einen oder der anderen LeserIn noch vom Südostbayerischen Städtetheater ein Begriff.
Cohu ist gespannt (kann das ganze aber vermutlich erst später anschauen, da bekanntlich kein Fernseher im Haus, also bitte keine Spoiler!).

Gestern war Bastelstunde im Hause Cohu

Wenn mein neues Nadelkissen irgendjemandem ähnlich sehen sollte, ist das natürlich reiner Zufall.

The Next Fernsehabend

Warum man unbedingt einen "nächsten Uri Geller" braucht, ist mir persönlich ein Rätsel. Na gut, der bezeichnet sich ja auch als "bekanntester Mystifier der Welt", also vielleicht ist das Rätselhafte beabsichtigt. Aber mal ernsthaft: mit seinen billigen Löffeltricks hat der Typ doch bereits Generationen gelangweilt. Mein großer Bruder konnte ihn sehr lustig nachmachen – schon als Kinder fanden wir Gellers Performances eher vom komödiantischen als vom magischen Standpunkt her ergiebig. Immerhin muss ich aber gestehen, um mit über sechzig so auszusehen: dafür braucht man auf jeden Fall Zauber- Kräfte (mit seinem jugendlichen Look erreicht Geller jedenfalls, dass mir "Haare zu Berge stehen und ich eine Gänsehaut habe"- sein erklärtes Ziel).
Naja, was soll man machen, wir werden uns heut abend das Trash-Ereignis natürlich ansehen, schließlich haben wir da ein (aus Studientagen bekanntes) Pferd im Rennen. Wobei es, äh, er auf dem Foto so ein bisschen lebensmüde aussieht. Hoffen wir mal, dass das nichts mit dem "Fluch des Uri Geller" zu tun hat:

Geller appeared on Scottish TV before a football match against Belarus urging people to stare into his eys and and say "Win Scotland, win. Win Scotland win." The result: Belarus 1, Scotland 0. (The Curse of Uri Geller!)

(Bild: iguana_nirvana14 / Wikimedia Commons)

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Decline of a Nation: Renaissance Reloaded

Michelangelo hat das Prinzip der staatlichen Kulturförderung im Jahre 1511 wohl am besten dargestellt: der kreative Funke springt von Vater Staat (rechts, von Steuerzahlern umgeben) auf den (noch) armen und nackten Künstler über. Dann setzt die Renaissance ("Wiedergeburt") ein. (Wikimedia Commons)

Wenn der Staat eines kann, dann ja wohl Kulturförderung. Wo wäre die Kunst heute ohne Kulturreferate? Richtig, da steckengeblieben, wo man aufgrund fehlender Zuschüsse noch nichtmal drei Dimensionen kannte oder das Geld schlicht nicht reichte für korrekte perspektivische Darstellung. Anfang des 20 Jahrhunderts konnten verarmte Künstler sich dann nicht mal mehr Gegenständlichkeit leisten, eine Entwicklung hin zur notgedrungenen Sparsamkeit setzte ein, die schließlich in Malewitsch’s lächerlichem Schwarzem Quadrat auf weißem Grund gipfelte.
Zumindest stellenweise wurde die Finanzierungslage, und damit natürlich die Kunst, dann aber doch besser. Arno Breker hatte genug Bronze zur Verfügung, um so manchen zünftigen Jüngling zu schmieden (für Giacometti kam die staatliche Unterstützung jedoch sichtlich zu spät). Auch jenseits des eisernen Vorhangs ging es kulturförderungstechnisch und damit auch künstlerisch endlich wieder voran, wobei das Geld für den Дворец советов leider genausowenig reichte wie für die Welthauptstadt Germania. Schade, gerade in diesen Fällen hätte eine ausgedehntere Kulturförderung doch schlimmeres (Ausgaben für andere Ressorts) verhindern können!
Es steht insgesamt fest: staatliche Lenkung und Förderung der Kreativen führt in vielen, wenn nicht gar allen Fällen zu künstlerischen Spitzenleistungen. Das, und damit komme ich zu meinem Thema, hat auch Großbritannien erkannt und ruft eine "neue Renaissance" aus. Statt nach dem Gießkannen- oder Gerechtigkeitsprinzip Kulturförderung über die Massen auszuschütten, so fordert ein vom Kulturminister James Purnell in Auftrag gegebener Bericht, sollte die Kulturförderung auf Exzellenz abzielen und vor der Förderung auch mal schonungslos Beurteilen, was gute und was schlechte Kunst ist:

"People have got to have the space and the courage to say, ‘Actually, this is better than that, and we’re going to fund the stuff which is going to be world-class.’ " (Guardian)

Das kann nur gutgehen. Und man kann es den Briten auch nur wünschen. Schließlich ist, nach weitverbreiteter Ansicht, schon die erste Renaissance an Großbritannien spurlos vorübergegangen – aufgrund fehlender staatlicher Kulturförderung! Das darf nicht nochmal passieren.

I, Violin

Also, jetzt hatte ich mir grade vor ein paar Wochen vorgenommen, auf der Geige der IT einige Melodien spielen zu lernen. Bis zu einer Tonleiter und einem Weihnachtslied ("Morgen kommt der Weihnachtsmann") war ich dank meiner überbordenden Musikalität schon gekommen. Aber dann sowas: Cohu wird auf dem Weg zur Teufelsgeigerin mal wieder durch elektronische Geräte überflüssig gemacht!!!

Da brauche ich ja gar nicht weiterzulernen. Einziger Vorteil genuin menschlicher Violinenbetätigung: ich kann sicher noch schiefer spielen als der doofe Roboter und somit lärmende Nachbarn bestrafen.
Komponisten sind auch schon längst überflüssig. Wozu gibts den Virtual Music Composer ? ("…does not need any knowledge of composition or programming!"). Wenn man jetzt noch den Rezipienten durch ein aufnahmebereites Mikro ersetzt, schließt sich der Kreis.

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Im Memoriam: Izear Luster Turner Jr.

Gestern starb Ike Turner, und vor exakt 40 Jahren und drei Tagen Otis Redding. Anlässlich dieser aktuellen und weniger aktuellen Ereignisse: Ike and Tina Turner mit Otis Redding’s "Respect". Der gestern Verstorbene, der sich das Lied zeit seines Lebens vielleicht etwas mehr zu Herzen hätte nehmen sollen, ist der junge Mann mit Rollkragenpulli im Hintergrund.

Inzwischen…

…ist der Advent auch bis zu Cohu durchgedrungen. Dankenswerterweise wurde mir ein überhaus hübscher und sogar selbstgemachter Kranz überlassen! Damit gehöre ich zwar nicht zur kranzlosen Advent-Avantgarde (vgl. Helga), aber dafür habe ich mit Efeu, Lorbeer und Tannengrün jetzt Symbole für Ewiges Leben, immerwährende Treue und Heiterkeit, Geselligkeit und Freundschaft sowie ein Ruhmeszeichen auf dem Wohnzimmertisch, und sogar einen Schutz gegen Dämonen und Geister. Was will man mehr!

Schlichter Trichter

Oh Graus, ein Autohaus!Verfroren und hungrig trieb uns heut mittag der Wind von einem Olyparkspaziergang in die "BMW-Welt". Leider verging Cohu ob der Brachialorganik dieses Bauwerks gleich wieder der Appetit und wir mussten doch zum Atzinger weiterfahren. Gewagt ist die Architektur tatsächlich, aber das heißt ja ästhetisch gesehen – wie man ein ums andere Mal bei gofugyourself erfahren darf – noch nicht gelungen. Gerade im Kontrast zum tatsächlich organischen, schwungvollen, dynamischen Wunderwerk Olympiastadion (das halt mal leider in direkter Sichtweite steht) fällt das besonders auf. Schade, da mir der Erweiterungsbau, den die gleichen Architekten für die Kunstakademie gemacht haben, ganz besonders gut gefällt, hätte ich mir da etwas mehr erwartet. Aber an Cohu zieht wohl auch "The Art of Being BMW" so ziemlich vorbei. Ein Blechhaufen wird für mich kein Augenschmaus, auch wenn fünfzehn davon sich auf runden, in den Boden eingelassenen Plattformen drehen, dazu Sphärenklänge ertönen und um mich herum tausend Plasmadisplays was von EfficientDynamics, Motorenkompetenz, ConnectedDrive oder CleanEnergy schwafeln. Autos sind für mich wie Waschmaschinen: laut, hässlich, nehmen Platz weg, aber manche Leute brauchen halt eine. Vielleicht macht ja Miele demnächst eine "WaschWelt" auf. CleanEfficiency, Hybridantrieb, Touchdisplays, Personifizierung ihrer Waschtrommel, Sicherheits-Waschkurse, der WashingClub für die Upperclass-Dame und ein Wash-Shop, das ganze in einem avantgardistischen Gebäude untergebracht – vielleicht sowas. Sauber, das wär doch was.

(Bild: Maximilan Dörrbecker, Wikimedia Commons)

Aus Liebe zum Krimi

Fernsehtipps gibt es bei Cohu (in Ermangelung eines eigenen Fernsehers) ja eher selten. Trotzdem: ein Muss für alle, die so ein Gerät ihr eigen nennen – heute abend um 20:40 gibt’s unter dem Titel "Das Geld anderer Leute" eine neue Folge der Krimi-Reihe "Unter Verdacht" mit Senta Berger, Gerd Anthoff und Rudolf Krause. Ich rate zum Abschalten des Telefons und der Haustürklingel sowie zur Bereitstellung von Speisen und Getränken in Reichweite der Empfangsgeräte, denn es wird sicher wieder sehr spannend.
(Wie die Arte-Seite etwas NSFW ankündigt, bringt der Sender gleich im Anschluß ab 22:10 einen "Themenabend Masturbation". Also, wenn die Oma mitschaut, vielleicht doch rechtzeitig umschalten…)

(Bild: Wikimedia Commons)