Also der Nicht-Staatsanwalt hätt doch eigentlich gedacht: wenn es einen Ort gibt, wo eine Reichskriegsflagge wirklich gut aufgehoben ist, dann ja wohl ein Meter fuffzig unter der Erde.
Also der Nicht-Staatsanwalt hätt doch eigentlich gedacht: wenn es einen Ort gibt, wo eine Reichskriegsflagge wirklich gut aufgehoben ist, dann ja wohl ein Meter fuffzig unter der Erde.
Als wäre der karfreitägliche Osterzopf nicht lästerlich genug, waren wir jetzt auch noch in einem Restaurant voller unchristlicher Götterfiguren, in dem “Puttencurry” serviert wurde. Prost Mahlzeit!
(Putte aus: Paris Bordone, Venus und Mars mit Amor, Wikimedia Commons)

…weil sie ihren Osterzopf schon am Karfreitag bekommen.
…und die familiäre Ordnung vor schädigenden Wirkungen des Inzests bewahren will, steckt er – folgerichtig – einen Familienvater ins Gefängnis. Die dabei gemachte Anmerkung, dass die Kinder bestimmter Menschen ja schließlich auch ein erhöhtes Risiko hätten, schwerwiegende genetische Schäden zu erleiden, war schon immer ein beliebter Grund, solchen Subjekten die Fortpflanzung zu verbieten. Fein gemacht!
Gut zu wissen:
"(…) bereits im 16. Jahrhundert wurde Nonnen und Mönchen Schokolade als Fastenspeise erlaubt. Und das sogar von höchster Stelle – vom Papst persönlich. 1569 hatten die Bischöfe von Mexiko eigens einen Abgeordneten zu Papst Pius V. in den Vatikan gesandt, damit dieser entschied, ob das Getränk mit dem Namen Xocoatl (Schokoladenwasser) in der Fastenzeit getrunken werden dürfe. "Der Papst kostete widerwillig, verzog das Gesicht und sagte: Potus iste non frangit jejunium – Schokolade bricht das Fasten nicht" (www.kirchensite.de)
Dann kann ja selbst ich als römisch-katholisch Getaufte dies köstliche Fastengericht zu mir nehmen, ohne das Risiko einzugehen, später mal nicht in den Himmel zu kommen (man weiß ja nie!).
(Bild: Wikimedia Commons)
Warum man unbedingt einen "nächsten Uri Geller" braucht, ist mir persönlich ein Rätsel. Na gut, der bezeichnet sich ja auch als "bekanntester Mystifier der Welt", also vielleicht ist das Rätselhafte beabsichtigt. Aber mal ernsthaft: mit seinen billigen Löffeltricks hat der Typ doch bereits Generationen gelangweilt. Mein großer Bruder konnte ihn sehr lustig nachmachen – schon als Kinder fanden wir Gellers Performances eher vom komödiantischen als vom magischen Standpunkt her ergiebig. Immerhin muss ich aber gestehen, um mit über sechzig so auszusehen: dafür braucht man auf jeden Fall Zauber- Kräfte (mit seinem jugendlichen Look erreicht Geller jedenfalls, dass mir "Haare zu Berge stehen und ich eine Gänsehaut habe"- sein erklärtes Ziel).
Naja, was soll man machen, wir werden uns heut abend das Trash-Ereignis natürlich ansehen, schließlich haben wir da ein (aus Studientagen bekanntes) Pferd im Rennen. Wobei es, äh, er auf dem Foto so ein bisschen lebensmüde aussieht. Hoffen wir mal, dass das nichts mit dem "Fluch des Uri Geller" zu tun hat:
Geller appeared on Scottish TV before a football match against Belarus urging people to stare into his eys and and say "Win Scotland, win. Win Scotland win." The result: Belarus 1, Scotland 0. (The Curse of Uri Geller!)
Eigentlich würd ich mich ja über den Kaminkehrer(*) vom Haus gegenüber freuen (der hässliche Block im Hintergrund ist im Übrigen kein Münchner Hochhaus, sondern unser Heizkraftwerk).
Ja, ich hätte mich gefreut, hätte mir nicht Mr. Ford gestern einen Link zugeschickt: zum "Christival 2008". Da wird unter anderem ein Seminar angeboten zum Thema Aberglauben.
570 Mein Maskottchen bringt mir Glück
Seminarbeschreibung:
Aberglaube – harmloses Placebo oder Einstiegsdroge mit Risiken und Nebenwirkungen? Was glaubt, wer aberglaubt?
Markus Baum, Redakteur bei ERF Radio (Freitag 90 min)
Einstiegsdroge! Na, damit wollen wir doch gar nicht erst anfangen, sonst heißt es am Schluss noch
324 "Bewahre uns vor dem Bösen" – der Teufel mischt mit!
Seminarbeschreibung:
Evangelistisch, gemeindlich, persönlich … der Gegenspieler Gottes will mitmischen. Was kann ich dagegen tun? (inkl. Ausstellungsbesuch im Übersee-Museum)
Hermann Fürstenberger, Jugendreferent (Evangelistische Jugendarbeit), Schwäbisch Hall (Samstag, 1.+ 2. Block)
In den Seminarbeschreibungen finden sich noch viele Juwelen. Viel Spaß beim Stöbern!
(*) Zum Kaminkehrer fällt mir immer folgendes schöne Gedicht (Erklärung bei Wikipedia) ein, dessen Eignung für Kinder heutzutage vielleicht etwas in Frage zu stellen ist (auch in diesem Fall brachte der Schornsteinfeger kein Glück):
Eeper Weeper, chimbly sweeper,
Had a wife but couldn’t keep her.
Had another, didn’t love her,
Up the chimbly he did shove her.
Erstens: Blogger Matthew Baldwin von “defective yeti” stellt die Frage: wenn für Christen das Leben bekanntermaßen doch nicht mit der Geburt, sondern mit der Empfängnis beginnt, warum feiern die dann Weihnachten, statt das tatsächliche Empfängnisdatum (Mariä Verkündigung, 25. März, s. Abb.) feierlich zu begehen? Sogar im Koran wird dieses Ereignis erwähnt. Warum also kein Empfängnisbaum, Empfängnisgeschenke, Empfängnisferien, und, für die Arbeitnehmer unter uns, Empfängnisgeld? Zur Entzerrung des Festkalenders (momentan nur 5 Tage zwischen zwei großen Festen!) wäre das doch auch ganz praktisch.
Zweitens: In der legendären Slate-Kolumne “Explainer” fragt man sich saisonal passend: kann eine Jungfrau ein Kind bekommen? Für Wespen, Fische, Echsen (und, wie Cohu als alte Aquarianerin weiß, Turmdeckelschnecken) ist die Parthenogenese (=Kinderkriegen ohne GV) ein Leichtes, bei Menschen ist das aber bekanntermaßen schwieriger. Die detaillierte medizinische Analyse kommt zum wenig überraschenden Ergebnis: eine Jungfrauengeburt ist extrem unwahrscheinlich (seltener als 1:1.000.000.000).
Der “Explainer” klärt übrigens immer wieder mithilfe von Experten für den Alltag höchst hilfreiche Dinge, z.B. wie man eine Mordwaffe reinigt, so dass keine DNA-Spuren zurückbleiben (Chlorbleiche, Q-Tips), wie man ölverschmierte Vögel wäscht
(Spülmittel), und wie man sich am besten gegen eine Horde Affen verteidigt (Snacks oder kräftige Stockschläge).
Drittens: Eher narrativ nähert sich Matt Bannish der Frage an, was passieren würde, wenn Jesus beschlösse, dieses Jahr seinen Geburtstag nicht zu feiern:
“…And no gifts. I always end up with shit I don’t want. Like frankincense. And myrrh. I ask for the receipt and then suddenly I’m the bad guy. Like it matters, anyway—what am I supposed to do with store credit at the Spice Emporium?” (Weiterlesen bei McSweeney’s)
(Bildausschnitt: “L’Annonciation” von Philippe de Champaigne, 1644, Wikimedia Commons)
Schön, dass jetzt endlich gegen verfassungsfeindliche Organisationen vorgegangen wird! Allerdings darf man sich dabei natürlich nicht auf Scientologen beschränken, sondern sollte endlich mal einen Rundumschlag machen. Da ich mich in die Schriften des Herrn Hubbard nie selbst vertieft habe, verweise ich zu Ihrer Beurteilung mal auf die Erklärung des Berliner Innensenators Körting zu Scientology:
"Die in den Schriften Hubbards enthaltene Unterscheidung zwischen höherwertigen Menschen, die Scientologen sind, und minderwertigen Menschen, die als „nutzlos“ und “wertlos“ bezeichnet werden, ist mit dem Menschenbild des Grundgesetzes, mit der Unantastbarkeit der Würde eines jeden Menschen und damit mit unserer verfassungsmäßigen Ordnung nicht vereinbar."
und:
"Allerdings beschränkt sich Scientology in Berlin nicht nur auf die Gewinnung neuer Mitglieder und Aktivitäten wirtschaftlicher Art, sondern verkündet (…) die Berliner Niederlassung sei eine Repräsentanz, die dafür verantwortlich ist „die nötigen Zufahrtsstraßen in das deutsche Parlament zu bauen, um unsere Lösungen tatsächlich eingearbeitet zu bekommen in die gesamte deutsche Gesellschaft“.
(Ehrhart Körting)
Allerhand. Es gibt aber auch Schriften von Religionsgemeinschaften, mit denen sich Cohu zwar nicht gut, aber zumindest besser auskennt als mit Dianetik. Was sagen denn deren relgiöse Texte über das Verhältnis zwischen Gläubigen und Ungläubigen? Zum Beispiel das:
"Wenn dich dein Bruder, deiner Mutter Sohn, oder dein Sohn oder deine Tochter oder deine Frau in deinen Armen oder dein Freund, der dir so lieb ist wie dein Leben, heimlich überreden würde und sagen: Laß uns hingehen und andern Göttern dienen, die du nicht kennst noch deine Väter, von den Göttern der Völker, die um euch her sind, sie seien dir nah oder fern, von einem Ende der Erde bis ans andere, so willige nicht ein und gehorche ihm nicht. Auch soll dein Auge ihn nicht schonen, und du sollst dich seiner nicht erbarmen und seine Schuld nicht verheimlichen, sondern sollst ihn zum Tode bringen. Deine Hand soll die erste wider ihn sein, ihn zu töten, und danach die Hand des ganzen Volks. Man soll ihn zu Tode steinigen, denn er hat dich abbringen wollen von dem HERRN" (Deuteronomium, Kap.13, 7-11)
Und zum Thema "Zufahrtsstraßen zum deutschen Parlament" hab ich auch nen Link. Wann wird endlich was gegen diese hoch gefährlichen, an staatlicher Macht interessierten Religionsgemeinschaften getan? Ich warte! Innenminister, errettet mich!
Also ich weiß ja nicht, warum es hier so religiös zugeht zur Zeit. Ist es das Alter? Ist es der nahende, in Bayern zynisch als "staade Zeit" bezeichnete Adventshorror? Gerade stieß ich bei youtube auf einen Clip, der mir eine zumindest im Rückblick nette Geschichte in Erinnerung rief.
Vor langer Zeit besuchte Cohu den katholischen Religionsunterricht (!) an einem niederbayrischen Gymnasium, beim berufenem Pädagogen und Oliba-Träger Rupert P. Vor Weihnachten, vermutlich durch die auch damals schon ständig durch die Fußgängerzonen schallenden Schnulz-und-Sulz-Lieder erweicht und an das Gebot der Nächstenliebe erinnert (Moment, Landshut hatte aber damals noch gar keine Fußgängerzone? Egal…), jedenfalls, in einem unerwarteten Anfall von Nettigkeit meinte Herr P., vor Weihnachten würde eine unserer Stunden zur sündhaften Unterhaltung zweckentfremdet, und wir dürften uns dann (im gemütlich verdunkelten Medienraum bei Punsch und Plätzchen) einen Film unserer Wahl anschauen. Es war klar, dass die üblicherweise von der Jugend bevorzugten Filme (Sex, Drugs, Rock’n’Roll) hierfür nicht in Frage kamen, also: irgendwas mit Religion musste es schon zu tun haben. Aber lustig sollte es auch sein! In Frage kam unter diesen komplizierten Umständen selbstverständlich nur: "The Life of Brian".
Rupert war geschockt. Sogar ein englischsprachiges Betrachten des Filmes wurde von uns vorgeschlagen, der Bildung zuliebe – P.’s Zweitfach war schließlich Englisch. Trotzdem: der blasphemische Streifen, den ich glaub ich damals noch gar nicht gesehen hatte, wurde uns nicht gegönnt. Stattdessen kam dann irgendein Sekten-Warnvideo in den Recorder, wo u.a. junge Damen über ihre Vergewaltigung (!) durch indische Gurus berichteten: soviel zur Verheißung der Vorweihnachtszeit.
Aber es hat alles nichts genützt, missionierungstechnisch gesehen. Im Gegenteil. Cohu wechselte aus reinem Trotz in den Ethikunterricht, und schreibt heute lustigerweise über einen (übrigens überaus unchristlichen) Moralphilosophen, über den sie damals ein Referat halten musste. Indirekt habe ich somit dem gestrengen Rupert P. mein Diss-Thema zu verdanken – oder hatte hier gar ER seine Finger im Spiel? Egal, dieser Rowan-Atkinson-Auftritt wäre jedenfalls was für damals gewesen…
(Bild: Wikimedia Commons)