"Vereinzelt Fisch am Ärmel finde ich komplette Scheiße."
Glumm: Ich will ein Buch von Dir!
"Vereinzelt Fisch am Ärmel finde ich komplette Scheiße."
Glumm: Ich will ein Buch von Dir!
Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet Cohu sich für das neue Glasfenster im Kölner Dom begeistern kann. Ich, die zertifiziert quasi-anarchokapitalistische Linkspartei–Satanistin!
Es hat mich dann doch beruhigt, dass der Kardinal Meisner das Fenster doof findet, weil er lieber eine schöne Maria g’habt hätte mit einem Jesuskindlein, oder ein Kruzifix incl. Heiland (oder vielleicht, zur verschärften Distanzierung von Konkurrenzveranstaltern, Ecclesia und Synagoga oder ein paar Muselmänner). Aber es kam anders, und es gefiel Cohu, aber ach… katholisch, katholisch is dees need!
Das öffentliche Gesundheitssystem auf den Inseln: immer wieder liefert es traumhafte Geschichten für Cohu’s Lieblingsrubrik. Diesmal – die BBC berichtet – geht’s um eine Hornhaut, die für die Transplantation gedacht war. Äh, nicht vom Fuß, sondern vom Auge. Die Kornea, wie der Fachmann sagt, lag jedenfalls tatenlos über Nacht auf einem Busbahnhof herum, statt schnellstens zum Transplantats-Empfänger geliefert zu werden. Lustigerweise werden in Großbritannien menschliche Ersatzteile anscheinend schon seit Jahren über den öffentlichen Personenverkehr (d.h. Überlandbusse) befördert, und wenn der Busbahnhof geschlossen ist, muss der Transplantatsempfänger warten…Vielleicht sollte man das ganze nochmal überdenken, schließlich gibt es auch andere Methoden, um Augen zu transportieren, die wesentlich zuverlässiger sind.
Wenn man sich übrigens dieses Google-Suchergebnis ansieht, drängt sich insgesamt der Verdacht auf: das Erlebnis NHS muss man sich ungefähr so vorstellen, wie wenn bei uns die Bahn, die Telekom und die Post gleichzeitig für das Gesundheitswesen zuständig wären.
(Bild: Wikimedia Commons)
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| Von wegen! (Bild: Wikimedia Commons) |
Meine Leser sind ja erfahrungsgemäß derart gebildet, dass ich mir sicher bin, dass jeder von ihnen die Lebens- und Wirkungsgeschichte des "Deutschen Darwin", Ernst Haeckel, aus dem Effeff kennt. Ich dagegen musste erstmal seinen Wikipediaartikel lesen.
Wie schade, dass dieser Haeckel – eigentlich einer der interessantesten Geistesmenschen in der deutschen Geschichte – aufgrund seiner unschönen Verwicklung in das Aufkommen von "Eugenik" (im nationalsozialistischen Sinne) und Sozialdarwinismus – fast vollkommen in der Versenkung verschwunden ist. Insbesondere seine Rezeptionsgeschichte ist interessant, denn nicht nur Sozialdemokraten und Kommunisten, sondern auch die Nazis und sogar die Anthroposophen (!) fanden ihn toll, und wer kann das schon von sich behaupten? Der momentan vergötterte Humboldt jedenfalls nicht, wenn er auch zugegebenermaßen etwas sympathischer wirkt als Haeckel.
Was ja nur wenige wissen, und damit komme ich zum Anlass dieses Textes, ist, dass Haeckel der Meinung war, es gäbe verschiedene Arten (i.S.v. Spezies) des Menschen. So gehört nach Haeckels Einteilung z.B. die Autorin zur Gattung homo eranoides, denn sie ist ein Lockenhaarmensch, mit einem "Mittelkopf" (als "schiefzähniger Langkopf" lasse ich mich dann doch nicht beschimpfen), Grundton hell, und ist damit ein Mitglied der Spezies euplocamus mediterraneus. Die zwölf verschiedenen Menschenarten nach Haeckel findet man in seiner "Natürlichen Schöpfungsgeschichte" in dieser übersichtlichen Tabelle.
Haeckel würde vermutlich in seinem schmucken Grab rotieren, wenn er wüsste, was die heutigen Humangenetiker (ganz zu schweigen von den Anthropologen) so treiben, denn heute sind die mehrheitlich der Meinung, dass es nicht mal Menschenrassen gibt, und schon gar keine Arten. So kann man sich täuschen, lieber Herr Haeckel! Die Entwicklung ist natürlich Wasser auf Cohus anti-essentialistische Mühlen, aber trotzdem: Wissenschaftler, die Unrecht hatten, sind doch viel interessanter, als die, die sich letztendlich durchsetzen. Denn der Fortschritt lebt – wie wir seit Popper wissen – von der Falsifizierung. Na, zumindest, bis jemand den Popper falsifiziert.
Ich rufe jedenfalls hiermit den Haeckel zum neuen Humboldt aus. Und als nächster ist Rudolf Virchow dran, der hat sich nämlich auch einige spannende Irrtümer geleistet!
Mindmap, die: graphisch-textuelles Mittel aus der Gattung der Verständnisverhinderer (decomprehensia). Mit einer M. gelingt es, komplexe Zusammenhänge, die dem Darstellenden verstandesmäßig nicht zugänglich sind, so darzustellen, dass die intellektuelle Erfassung in noch weitere Ferne rückt. Der Weg von der M. zum ->Fließtext ist – nach einer überlieferten Volksweisheit – in etwa so steinig wie der von Kandahar nach Kabul. M. werden hauptsächlich empfohlen in Büchern mit Titeln wie "Lernen lernen für Dummies", "Der Neuronen-Faktor", "So werden Sie fit im Kopf" und "Steigern Sie ihr geistiges Potential – die Visual-Cognition-Methode."
Dagegen bin ich ja ein großer Freund der Flow Chart, hier etwa ein Exemplar, das einem bei der Entscheidung für oder gegen ein Vista-Upgrade helfen soll.
Da hatte ich mich am Sonntag morgen um halb neun schon gefreut, als ich einen Stadtangestellten mit einen dieser kleinen orangen Müll-Lastwägelchen im Miniformat den Bürgersteig an der Ludwigstraße hab runterfahren sehen. Ich hatte Hoffnung geschöpft und den Glauben an die Güte der Welt und vor allem der Landeshauptstadt wiedergewonnen. Aber dann…
Es geht darum: Maxvorstadt hat ja ein Müllproblem, Cohu berichtete. Euch wird jetzt vielleicht statt des Müllproblems mehr interessieren, was ein normaler Mensch an einem Sonntag vor halb zwölf überhaupt auf der Straße macht, aber wir sind hier ja nicht beim Wunschkonzert, sondern in einem Privatblog, und da bestimme ich!
Also, der Abfallentsorger. Lichtgestalt in Orange. Messias der Müllbeutel. Er steigt tatsächlich bei jedem der kleinen, hoffnungslos überquellenden Eimerchen aus. Er nimmt den Rahmen/Deckel ab. Er bückt sich sogar, hebt umliegende Papiere und Unrat auf, um sie in die Tonne zu befördern. Aber dann: statt die Tüte rauszuziehen und in seinen Wagen zu werfen, hebt er seinen bestiefelten Fuß und tritt mehrmals kräftig auf den Müll, um ihn zusammenzudrücken und Raum in der Tonne zu schaffen. Dann zieht er den Stiefel wieder raus — Cohu hofft immer noch, atemlos — aber der Müllmann dreht sich um, geht zum Wagen und kommt vermutlich erst nächste Woche wieder. Oder übernächste.
Im E-Garten findet sich neben dem Weg zum Monopteros eine Reihe überquellender Eimer, eigentlich ist die ganze Wiese müllübersät, was etwa fünfzig darin herumstochernde Krähen und Möwen sehr freut. Vielleicht können die Geier, die in Spanien aufgrund einer EU-Verordnung nix mehr zum Fressen finden und jetzt ruhelos Europa durchstreifen, auf der Suche nach Tierischem, einfach mal hier vorbeischauen.
Von wegen, Vogelbeobachter müssen vor Sonnenaufgang aufstehen, an mückenverseuchte Stauseen fahren und riesige Ferngläser schleppen: man kann sich auch einfach in die Küche setzen, Kaffee trinken, ein Honigbrot essen, und warten, was vorbeikommt. Zumindest, wenn man in einem so morschen Haus wohnt wie Cohu.

Ist er nicht reizend, der dendrocopos major?

(Als nächstes bitte ich darum, mir eine Großtrappe vorbeizuschicken. Die wollt ich immer schon mal sehen, aber deshalb extra nach Brandenburg fahren?)
… wenn man statt "Privater Autokauf im Ausland" liest:
"Privater Amoklauf im Ausland."
In der Schellingstraße versucht eine Frau verzweifelt, durch Zerren an der Leine ihr kleines Yorkshireterrier-Hündchen davon abzuhalten, vor der Buchhandlung Frank an die Karton-Aufsteller zu bieseln. Da der Hund widerborstig bleibt, hebt sie ihn kurzerhand hoch, hält ihn vor ihr Gesicht und ruft: "Burli, kannst Du mir amal sagen, was des soll? Was denkst Du Dir denn dabei!"
Auch ich hatte auf eine erschöpfende Antwort gehofft. Aber Burli schweigt.