Dieses aktuelle Doppel sendet mir Herr "KSC" aus der Leopoldstraße:
(Lustigerweise gäbe es sogar ein Programm namens "LockOut"… aber das kennt doch kein Mensch)
Ein älteres, ländlich gekleidetes Ehepaar schlendert breit gestreut die Fürstenstraße entlang, wobei es sich der Mann schön zentral auf dem Radlweg gemütlich macht. Es kommt, wie es kommen musste: ein ungeduldiger Mountainbiker prescht heran, nähert sich ihm auf Millimeter, und der Arme kann sich nur durch einen (buchstäblichen) Seitensprung davor retten, Spikes in die Wadeln und Lenker in die Nieren gerammt zu bekommen.
Empört schreit die Frau: "Sowas gibts bei uns daheim aber ned!"
Man wusste, dass in Franken die Uhren anders gehen, aber dass sie dort das Rad noch nicht erfunden haben, war mir auch neu…
(Bild: Wikipedia)
Nachdem Cohu selbst ihre Batterien ausgiebig aufgeladen hat, geht’s nun um die nahen Familienangehörigen, d.h. das Thinkpad: dessen Akku hält nur noch an die 20 Minuten durch. Da muss wohl ein neuer her…
Jammerschade finde ich es allerdings, dass die neuen "Betavoltaic Batteries", auf die mich die IT eben hingewiesen hat, erst in zwei Jahren auf den Markt kommen. Eine Laufzeit von dreißig Jahren – das wäre doch ganz ordentlich!
(Ah ja, mehr zur Wunderbatterie gibt es hier).
(Bild: Wikimedia Commons)
Das Tiroler Grastal. Da schauts nämlich echt so aus!
Seppi, Seppi, Seppi, man hat es nicht leicht als CSU-Bürgermeisterkandidat, das wußtest Du schon, bevor Du Dich, gleich einem schwarzen Lamm, auf den Weg zur Wahlkampf-Schlachtbank gemacht hast. Aber dass man (oder zumindest: die AZ) es Dir gleich als Nazi-Spruch auslegt, wenn Du die Münchner SPD-Ratsmehrheit und Ude als "Laus in Pelz und Mähne des bayerischen Löwen" bezeichnest und "Entlausung" forderst (SZ), damit hast Du dann doch nicht gerechnet. Der focus berichtet denn auch über Dein schäbiges Dementi:
"Später sagte er, ihm sei nicht bewusst gewesen, dass mit dem Begriff „Entlausung“ die Vergasung der Juden in der Nazizeit verharmlost wurde. Und er entschuldigte sich bei allen, „die sich durch meine Worte verletzt fühlen“. Er bleibe aber bei seinen inhaltlichen Aussagen, wonach die SPD „wie die Made im Speck“ ohne eigenen Beitrag von CSU-Projekten wie dem Flughafenbau oder dem Transrapid profitiere." (Focus)
Oh, Seppi, Seppi, neinnein, jetzt bitte nichts mehr sagen, Du machst alles nur noch schlimmer. Ich erinnere an einen Skandal, der sich 2005 ereignete – ich zitiere von der Seite des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma:
"Einen Fall besonders scharfer Hetze, der sich gegen unsere Minderheit als Ganzes richtet, stellt der Artikel eines bayerischen Kriminalbeamten im Fachblatt „Bund Deutscher Kriminalbeamter“ aus dem Oktober 2005 dar. Der Polizeibeamte unterstellte, „Sintis“ hätten erklärt, „dass man sich als ‚Made im Speck‘ der bundesrepublikanischen Wohlfahrtsgesellschaft fühle“. Derartige Tiervergleiche mit „Maden“ und „Ungeziefer“ gehörten schon zum gängigen Vokabular der NS-Propaganda. Der Zentralrat hat nach der Veröffentlichung dieses empörenden Beitrags bei den zuständigen Landesjustizbehörden Anzeige wegen Volksverhetzung gestellt." (Romani Rose: Roma und Sinti: Gleichstellung für Europas größte Minderheit in: Blätter für deutsche und internationale Politik, Heft 07/2007)
Tipp von der Nazivergleichssammlerin aus der Maxvorstadt: von den Nationalsozialisten erbittert verfolgte Minderheiten – seien es nun Sinti und Roma oder bayrische Sozis – sollte man nicht mit irgendwelchem Getier vergleichen. Sowas wird nämlich grundsätzlich in meiner Sammlung abgeheftet. Sonst noch viel Erfolg im Wahlkampf!
(Bild: Wikimedia Commons)
Der Berg ruft mal wieder, daher bin ich heut zum Sportscheck für einen neuen Rucksack. Meine Entscheidung fiel auf den OCK hike 25 (siehe Abb.). (War im Scheck etwas länger unterwegs, da mir anfangs nicht klar war, dass Wandern jetzt "Outdoor" heißt – schließlich war ich derart erschöpft vom vielen Treppensteigen zwischen "Outdoor", "Hiking", "Trekking", "Equipment" und "Casual Wear", dass ich den Aufzug nehmen musste. Kein gutes Omen für den Wanderurlaub! Das Publikum in der "Outdoor"-Abteilung bestand übrigens durchgehend aus Herrschaften über 60. Man hätte also glaube ich beim anachronistischen "Bergwandern" bleiben können, ohne die Kundschaft zu verschrecken).
Wie ich bei einer kurzen Internetzrecherche feststelle, handelt es sich beim vom mir ausgewählten "Backpack" um ein Frauenmodell. Warum der geschlechtsspezifisch zugeschnittene Rucksack allerdings einen auf eher ungünstiger Höhe montierten Brustgurt (schon das Wort!) sein eigen nennt, bleibt mir unklar. Wird von der modernen Hikerin erwartet, dass sie sich, amazonengleich, ihrer sekundären Geschlechtsmerkmale entledigt, um besser schleppen zu können? Passend für ein Frauenmodell erfüllt das gute Stück aber zumindest meine Primär-Anforderung: es passt zu den Schuhen!
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Laut Johnsson/Barthel "Die Vögel Europas" wechseln Alpenschneehühner (Lagopus mutus) viermal im Jahr ihr Federkleid. Wir Menschen hingegen kennen nur die Herbst/Winter und die Frühjahr/Sommer-Kollektion. Da haben uns diese modebewußten Tierchen was voraus! |
Übrigens: diese reizenden Puschel-Hosen, geeignet insbesondere für die Übergangszeit, scheinen mir wesentlich kleidsamer zu sein als Metallic-Leggins in Kombination mit Ballerinas, oder Bleistift-Jeans mit Ankle-Boots. Ich sag ja nur!
(Bild: Wikimedia Commons) |
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Vor einiger Zeit begeisterte der Deutschlandfunk seine Hörerschaft (die üblicherweise, wie ich vermute, nur aus mir besteht) mal wieder mit einem seiner feinen Features: es ging um eine Demontage der Tagesschau unter dem Titel "Die Tagesshow" (dort jetzt auch als MP3 zum Nachhören!).
Cohu – ihrerseits auch nicht der größte Fan dieser Sendung – war ganz begeistert, wurde da doch endlich mal mit dem Mythos aufgeräumt, die Tagesschau sei das tollste, seriöseste und zuverlässigste Medium unserer Tage (wie wir ja vom Münchenblogger wissen, ist das vielmehr die Seite 3 der SZ). Nun gibt’s, wie der Spiegel berichtet, das Ganze auch als Buch. Während Cohu in ihrer Tagesschaukritik üblicherweise bei der Bekleidung der ModeratorInnen ansetzt, bei sprachlichen Feinheiten weitermacht und spätestens bei irgendeiner Meldung über Sozialreformen ob der eingeblendeten Standard-Bilder von Rentnern und Kleinkindern vor Lachen auf dem Boden liegt, hat der Autor Walter von Rossum einen etwas tiefer gehenden Ansatzpunkt: die Tagesschau dreht und wendet die Fakten so lange, bis sich daraus eine "Geschichte" erzählen lässt. Die These dahinter: alles andere ist langweilig und dem Zuschauer nicht zumutbar. Kritisch hinterfragt oder erklärt wird kaum: stattdessen gibt’s "Stories", "Inszenierungen", die zum einen Ohr rein, zum anderen raus gehen – Widersprüche werden übertüncht. Oder könnt ihr Euch 10 Minuten nach der Tageschau noch an irgendeine der dort runtergeplapperten Meldungen erinnern? Der Spiegel ist kritisch, der findete die ARD immer noch besser als andere, denn:
— selbst wenn Eisbär Knut Paris Hilton eine Brustentzündung wegleckte – es ist sehr wahrscheinlich, dass die "Tagesschau" hier cool bleiben und schweigen würde. (SPON)
(was man, nur am Rande, von Spiegel Online nicht sagen kann). Die größten Idiotien, da hat der Spiegel recht, sind in der Tagesschau nicht Promi-News, sondern die Eigenwerbung. Wenn mindestens einmal wöchentlich ein öffentlich-rechtlicher Groß-Intendant den Kopf ins Bild streckt und erklärt, was die ARD alles leistet, dann wünscht sich sogar Cohu sehnsüchtig eine Meldung über Knut oder Paris…
(Damit keine Verwirrung aufkommt: ich habe immer noch keinen Fernseher, schaue aber ab und zu den Tagesschau-Livestream).
Ich weiß nicht, ob meine stoibertreuen Leser brav die taz-Serie "Verehrte Muschi" verfolgt haben, die in den letzten Jahren einige Briefe dokumentierte, die unsersehrvererhterherrministerpräsadent Dr. Edmund Stoiber heim an seine Frau schrieb. Wenn ihr das alles verpasst habt: sehr schade für Euch, aber hier zumindest noch der letzte Brief. An Ausblicken auf die glorreiche Zukunft des Dr. Stoiber mangelt es daran ebensowenig wie an Rückblicken in seine fast noch glorreichere Vergangenheit:
"Verehrte Muschi,
ich schreibe Dir diesen Brief, weil es der letzte ist, den ich Dir als Ministerpräsident des Freistaates Bayern schreibe und Du ihn bekommen sollst, bevor ich jetzt dann heimkomme. Ich habe Großes geleistet für dieses Land…"(weiter geht’s hier.)