Da ist doch was faul

“To many, peeling potatoes is a boring way to spend a few minutes that you would rather spend reading a book, watching a film or with your family.”

BBC News – The rise of lazy foods.

Soso: die Zeit, die für Kartoffelschälen draufgeht, könnte man auf Sinnvolleres verwenden. Im Artikel lernen wir: Immer mehr Briten sparen sich diese Zeit, indem sie geschnipselte Karotten, Äpfel, Schwammerl und gehackte Zwiebeln abgepackt im Supermarkt kaufen. Und die gesparte Zeit verwenden sie – hier schließt sich der Kreis! – vermutlich auf die Lektüre von seitenlangen, bescheuerten Artikeln über geschältes Gemüse. Brave new world!

Jetzt in Ihrem Bioladen

Crusty-Müsli*? Das muss aus der gleichen Produktlinie stammen wie

  • Krusty Brand Cereal (With FREE Flesh Eating Bacteria inside every box!)
  • Krusty-O’s (With a FREE jagged metal Krusty-O in every box!)
  • Frosted Krusty-O’s (The best you can expect from a TV clown)
  • Extra-Frosted Chocolate-Covered Krusty Flakes (Only sugar has more sugar!)
  • …und natürlich das besonders leckere Krusty-Krunch.

(*Ich bin enttäuscht, anscheinend handelt es sich dabei gar nicht um eine Frühstückszerealie, sondern um Knäckebrot…)

Jetzt hat sichs ausgesalzt

Der New Yorker Bürgermeister Bloomberg macht sich nach erfolgreicher Anti-Raucher und Anti-Fritteusen-Kampagnen jetzt auf einen neuen Feldzug: gegen die gesundheitsschädliche Chemikalie Natriumchlorid – auch bekannt als Kochsalz. Der Verbrauch dieses berüchtigten Giftstoffs soll mithilfe gesetzlicher Regelungen in Restaurants in den nächsten 5 Jahren um 25% gesenkt werden, schreibt die NYT, und bemerkt:

“An elaborate clinical trial could weigh the pluses and minuses of cutting salt in a large group of people. But that would cost millions, and it has not been done.”

Ja, wozu auch! Man kann’s ja schließlich an den Neujorkern ausprobieren. Wenn man Welt-Trendsetter sein will, muss man auch mal Risiken eingehen.

Und das übrige Salz? Bitte gut einpacken und an Cohu’s erklärten Liebling, den Londoner Bürgermeisterkollegen Boris Johnson schicken, der hat nämlich viel zu wenig.

Mangelwirtschaft

Backspielhaus an der Ludwigstraße: schon zu. Backspielhaus Glückstraße: dito. Konditorei Erbshäuser: nix. Café Luidpold: erst nächsten Dienstag. Café Kreutzkamm: nix. Manufaktum-Bäcker: erwartungsgemäß nix. Dallmayr-Bäcker: alles weg.

Erst beim Rischart am Marienplatz Krapfen gefunden, “mit roter Marmelade” (Auwehzwick!). Ich habe langsam den Eindruck, bei Krapfen herrschen nicht die heilsbringenden Gesetze des Freien Marktes, sondern fehlgeschlagene Planwirtschaft. Krapfensozialismus. Deshalb heißen die ja auch Berliner!

2009 war ganz eindeutig ein Scheißjahr…

…für dieses Hähnchen.

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Es ist ein…ZWILLINGSKRAPFEN!!!1

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Schlechte Laune

Im Hause Cohu ist die Grippe ausgebrochen – natürlich ausgerechnet an dem Wochenende, an dem eine Parisreise geplant war. Grrrrr, oder soll ich sagen, GRUNZ!
Aber gut, mal ehrlich, Paris – wer will da schon hin. Der gebuchte Flug war unter Garantie verspätet, wenn nicht gar gestrichen. Und wenn ich noch einmal Die beschissene Welt der Amélie sehen muss, wird mir übel. Aber am schlimmsten, am allerschlimmsten sind die bescheuerten Chansons!  Niemand belegt das überzeugender als  musical genius and sex symbol Earl Okin:

Da bin ich doch froh, dass ich daheim geblieben bin. Noch was. Die momentan hartnäckig gehypten Maccarons sehen nicht so aus, als würden sie mir schmecken. Könnt Ihr alles behalten!

(Übrigens, lieber ZEIT-Autor, der Sie da über 2-Euro-maccarons schwärmen und reflexhaft klagen, wir Deutschen seien ja leider “nicht keks-sozialisiert” und nicht bereit, für Kekse Geld auszugeben – ich erkläre Ihnen das mal kurz: Wir brauchen deshalb keine Luxux-Firlefanz-Makronen einzukaufen, weil der bzw. die Deutsche eine Fähigkeit besitzt, für die er/sie weltweit beneidet wird: Plätzchen backen. Kommen Sie gerne vorbei und ich erklär Ihnen das bei einem Vanillekipferl, einem Spitzbuben, einer Bärentatze oder in Gottes Namen auch bei einer Makrone. GRUNZ!)

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Isopodenfreunde aufgepasst

Ein Rudel Isopodum Theobromium im angestammten Habitat, der Blechkiste

Müssen wir in der Weihnachtszeit etwa auf unsere drolligen Anthropoden-Gesellen aus der Klasse der Höheren Krebse verzichten? I wo! Cohu’s exklusive Schokoladenasseln bestehen aus (Überraschung!) Schokoladenteig mit (sensationell!) Schokoladenguss und Haselnusskrokantbrösel-Augen. Gefüllt sind sie mit feinster Rosenmarillen-Konfitüre.

(Ich verstehe jetzt übrigens, warum auf dem Etikett meiner Kuschelassel von IKEA vermerkt ist, sie sei für Kinder unter 12 Monaten ungeeignet…den Isopodisten erstaunt das nicht, die Gefräßigkeit von Asseln ist schließlich berüchtigt!)

Auf nüchternen Magen

Sicher kein Porridge.

Treffend bezeichnet die Journalistin Louise France den sogenannten Porridge (englisch für Haferschleim) als:

“vile, stomach-churning runny snot of elderly slugs”

…also den abstoßenden Rotz von Rentnernacktschnecken, bleibt aber trotzdem bei ihrer Story: Die eklige Grütze, traditionell von armen Schotten mit den Zutaten Wasser, Haferflocken und Salz zubereitet, wird gerade von den britischen und Welt-Eliten als gesundheitsfördern und schmackhaft (!) wiederentdeckt. Madonna, Nelson Mandela, Nigella Lawson, Nicole Kidman, Bill Gates, und zu allem Überfluss auch noch der Ober-Tory David Cameron, sollen angeblich schon Porridge-Fans sein. (Why porridge is the new power breakfast, The Observer).

Da fragt man sich doch ernsthaft: habt ihr keine Alternativen zu diesem ekligen Zeug? Anscheinend nicht. Denn selbst Cohus Lieblingsbrite ist frühstücksmäßig offensichtlich vollständig unterbelichtet:

“Johnson only eats a small piece of brown toast for breakfast or leftovers from the night before, according to his press officer. Today it was cold roast potatoes from yesterday’s Sunday lunch.” (guardian.co.uk)

Uähgh! Cohu hatte schon lange so eine düstere etymologische Ahnung, und jetzt ist sie bestätigt: das Englische breakfast kommt tatsächlich von “schnell brechen”.

(Bild: Gebetbuch der Markgräfin von Brandenburg, 1520, via Wikimedia Commons)

26,9 Unzen

…und da ist der Adventskalender noch gar nicht eingerechnet!

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