Für die Katz

Nachdem beim letzten Bloggertreffen vehement mehr Hausfrauencontent gefordert wurde, es aber zum Backen nun wirklich zu heiß ist, müssen wir heute auf Inhalte aus der hausinternen Cohu-Nähstube zurückgreifen. Jeder, der etwa aufgrund einer neurotischen Charakterstruktur davor zurückschreckt, alte Kleidungsstücke einfach dem Container zuzuführen, möge ein paar Stunden opfern und eine Lumpenkatze (S. Abb.) herstellen. Wichtig ist, dass die Kleidungsstücke vorher ca. 10 Jahre gelagert wurden, in denen man sie etwa alle 2-3 Jahre nochmal probiert hat, um sicher zu gehen, dass sie immer noch nicht wieder in Mode sind. Hier kamen z.B. ein in diesem Sinne gut abgelagerter Tweedrock, ein nicht mehr ganz passender (bzw. um ehrlich zu sein, niemals ganz gepasst habender) Pulli sowie Watte und Reis zum Einsatz.

Und bitte: Schnittmuster sind was für Babies.

 

P.S. Auch meine Katze braucht noch einen Namen!

Bullen sind Schweine

Ich bin ja ein sensibler Mensch, der schon vom Tatort Alpträume bekommt. Aber bei diesem BBC-Bericht über die tödlichen Stiere Nordirlands muss ich trotzdem kichern. Ich weiß nicht, ob es an den Bullen liegt oder am sagenhaft gestelzten BBC-Text ("It’s the quiet bull which poses the real danger, those animals that farmers sometimes turn their back on – sometimes, with fatal consequences"). Aber vermutlich ists der Ulster-Dialekt. Menschen, die Dialekt sprechen, nimmt man ja zu Unrecht oft nicht ganz ernst (naja, manchmal auch zu Recht).

Posted in Decline of a Nation, Nichtmenschliche Tiere, Sprachliches. Comments Off on Bullen sind Schweine

Jeden Tag eine gute Tat

Beim Paterzeller Eibenwald einer daumennagelgroßen Jungkröte über die Straße geholfen.

(Bild: Kuebi, Wikimedia Commons)

Wunderbar wolliger Widder!

Hat nicht neulich jemand kommentiert, er hätte gerne ein Schaf? Ein Waliser macht’s vor, er hält ein zahmes, riesiges Hausschaf names Nick Boing! Man sieht: Schafe können nicht nur Rasen mäh-en, sondern dienen auch als praktische Fußsstützen. Hm, ob so einer zu unserem neuen Sofa passen würde…? Und auch tröstlich: der Besitzer betont, das Schaf stinke zwar, man könne sich aber dran gewöhnen.

Posted in Aus Aller Welt, Nichtmenschliche Tiere. Comments Off on Wunderbar wolliger Widder!

Bloß nicht verpassen…

…heute ist Welt-Tapir-Tag. Mein Lieblings-Tapir ist der Schabrackentapir (er ist auch in Hellabrunn zu bewundern, auf der Rückseite des Nashorn-Hauses).
Junge Tapire haben zur Tarnung Streifen, genau wie Wildschwein-Nachwuchs. Nebenstehend: ein Flachland-Tapir-Frischling.
(Bild: Wikimedia Commons)

Surfer, ihr könnt einpacken

Es gibt auch bei schlechtem Wetter zumindest einen Grund, trotzdem in den E-Garten Laufen (oder Spazieren) zu gehen. Nein, nicht die doofen Surfer. Viel lustiger finde ich persönlich die Kunststücke des Wasseramselpärchens ein paar Meter weiter, am Wasserfall hinter dem Haus der Kunst. Obwohl überall Schilder mit "Schwimmen verboten – Lebensgefahr!" aufgestellt sind (was in Anbetracht der reißenden Flut auch relativ glaubwürdig wirkt), stürzen sich die faustgroßen Vögelchen mit eleganten Bauchplatscherern in den Schwabinger Bach, laufen auf dem Bachboden oder "fliegen" unter Wasser und und klettern schließlich, wenn sie was zu Fressen gefunden haben (oder ihnen die Luft ausgeht) am Ufer wieder heraus, genau wie in diesem Video, das ich bei Youtube gefunden hab. Zwischendrin machen sie reizende Knickse. Und das alles ohne Surfbrett und ohne nass zu werden.

Decline of a Nation: Ausgerechnet Elstern

Die Elster ist in England und Irland ein mit starkem Aberglauben belegter Vogel. Während man den Tieren hierzulande lediglich ihre diebischen Tendenzen übelnimmt oder sie mit Raub in noch größerem Stil assoziiert, unterstellt man ihnen auf der Insel geradezu magische Kräfte. Bekannt ist das Abzählen der (im Übrigen selten allein auftretenden!) Vögel als "Orakel": One for sorrow, Two for joy, Three for a girl, Four for a boy, Five for silver, Six for gold, Seven for a secret, Never to be told. Die Ergebnisse variieren allerdings beträchtlich, je nachdem, welchen Reim man verwendet, so gibt es z.B. auch: One for good luck, two for bad luck, three for a wedding, four for a wake… und viele andere.
Zur Sicherheit ist (oder zumindest: war) es in Großbritannien daher auch noch üblich, ein kleines Ritual durchzuführen, wenn man auf Elstern trifft – weniger Abergläubischen reicht es, den Hut zu lüpfen und sich zu bekreuzigen, während ganz Vorsichtige dreimal über die Schulter spucken und "Hello Mr Magpie, how are you today, where’s your wife, your child and your family?" sagen. Wikipedia zählt noch andere Möglichkeiten auf (wobei ich das mit dem Zwicken am Besten finde):

Another superstition relating to magpies’ supposed bad luck is that upon seeing a lone magpie one should repeat the words "I defy thee" seven times. Another superstition is that on seeing a lone magpie one should pinch the person they are walking with, if they are alone they are to pinch themselves. Another is that if a lone Magpie is seen, one should salute it to show you respect it. This formality can be forgone if the Magpie looks directly in your eyes, which shows it respects you. (wikipedia)

Man sieht: die Elster versetzt manche Briten regelrecht in Angst und Schrecken! Nun meldet der britische Vogelschutzbund RSPB: die Population der Viecher hat in den letzten 30 Jahren um sage und schreibe 112% zugenommen. Sie sind inzwischen in der Rangliste der am häufigsten beobachteten Vögel schon auf dem – auch diese Zahl kann kein Zufall sein! – 13. Platz. Bleibt den armen Briten, oder zumindest den abergläubischen unter ihnen, eigentlich nur die Flucht nach Schottland: in den Highlands gibt es nämlich (im Gegensatz zu praktisch allen Regionen Europas) keine Elstern. Alternativ wende man sich an fernöstliche Weisheit – in China ist die Elster ein Glückssymbol, in Korea sogar Nationaltier. Ob sie tatsächlich immer "gute Neuigkeiten" ankündigt, sollte man sich auf der anderen Seite der Erde angesichts neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse allerdings vielleicht nochmal überlegen.

Castor Fiber (vulgo: Biber)

Dass sich der Biber in Bayern, obwohl er hier hundert Jahre lang ausgerottet war, inzwischen wieder heimisch fühlt, ist ja bekannt, schließlich durfte Cohu schon vor einem guten Jahrzehnt mit kleidsamen Wathosen idyllische niederbayrische Sümpfe und Auen aufsuchen, um sich von dieser Tatsache zu überzeugen. Gesehen hab ich nie einen, aber das machte nichts; man denke an die UFO-Jäger, die wissen auch: die Wahrheit ist irgendwo da draußen!, und das genügt. Saisonal gesehen möchte ich speziell nochmal die Jesusfans unter meinen Lesern darauf hinweisen, dass der Biber als Fastenspeise geeignet ist, also auch was für ganz Bibertreue, äh, Bibeltreue. Aber Obacht, die Nagetiere sind streng geschützt, höchstens in der Tradition dieser Herrschaften kann man sich einen saftigen Biberschweif braten.
Jetzt aber zu den Lokalnachrichten: vom Biber im Englischen Garten hatte die SZ schon berichtet. Wir fanden heute selbst eindeutige Spuren am Tivolikraftwerk:

Aber nicht nur das. Der IT gelang es, sogar ein Foto von diesem kleinen braunen Racker zu schießen, wie er einen besonders dicken Baumstamm durchnagt. Aber seht selbst...

Decline of a Nation: The last one bite ze dogs

Britische Hunde bringen’s nicht, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters:

Years of breeding German shepherds as pets in England has made them too tame for police work, British forces believe. (…) The dogs are no longer considered aggressive enough for police work (…)"They are more likely to go and lick you to death than bite you, which is not really a deterrent." (Reuters UK)

Aber jetzt kommts: aufgrund der Zahmheit der britischen Köter müssen Polizisten in Derbyshire vierbeinige Fremdarbeiter rekrutieren. Und wer wäre da besser geeignet als wirklich Deutsche Schäferhunde? Dummer Nebeneffekt: die Importhunde hören in der ersten Zeit nur auf deutsche Befehle, denn sie müssen ja auch erst mal Englisch lernen. Davor müssen sich die Britischen Polizeikräfte natürlich die korrekte Intonation deutscher Hundebefehle beibringen, was ein Bild (und vor allem ein Ton) für Götter sein muss. Ein Video von Bobbies, die mit unterschiedlichem Erfolg "Sitz",  "Gib Laut" und "Fass" rufen, habe ich leider nicht aufgetrieben, das soll aber laut sehr amüsierten Informanten schon in Vox zu sehen gewesen sein.
Den angeblichen Befehl "bissen", den die Daily Mail zitiert, verstehen deutsche Hunde vermutlich genausowenig wie deutsche Menschen. Ist aber vielleicht auch besser so.

Cuteology

Kätzchen? Vergiss es. Buschbaby? Du kannst einpacken. Erdmännchen? Geht doch nach Hause.

Hier kommt die Riesenohr-Springmaus. Bitte seht Euch die ersten bekannten Filmaufnahmen von diesem fleischgewordenen Diddl an. Unglaublich.