Nein, nein, nein!

…das darf nicht passieren: Sardellen werden knapp! Es gibt Tierarten, um die wäre es schon aus Geschmacksgründen wirklich schade. Sollen meinetwegen irgendwelche Stinkkäfer oder Haarfrösche aussterben, aber doch nicht die kleinen salzigen Sardellchen!
Sonst gehts mir noch wie Fry in "A Fishful of Dollars":

Robot: "Yo, I haven’t got all day. What kinda pizza yous guys want?"
Fry: "Uh, yeah. We’ll have one with everything but anchovies and one with my all time favorite topping, anchovies."
Robot: "Invalid selection. Yo, whaddaya talkin about?"
Fry: "Anchovies! Y’know, those little headless fish."
Robot: "Does not compute. Does not compute." (explodes)
Professor: "I’m sorry Fry, but the anchovy has been extinct since the 2200s."
Fry: "What???"
Professor: "Oh my, yes. Fished to death. Just about the time your people arrived on earth, wasn’t it, Zoidberg?"
Zoidberg: "I’m not on trial here!"

Ach Gott, muss in die Küche, Sardellenpizza belegen…solang ich noch welche kriege!

Decline of a Nation: Off work for saddling my dead horse.

Die Tierliebe der Briten ist legendär – Cohu berichtete. Aber mit dieser Nachricht haben sie echt, haha, den Vogel abgeschossen: einige Londoner Firmen bieten ihren Angestellten jetzt "peternity leave" – bezahlten Urlaub, falls das geliebte Haustier krank sein sollte und der Pflege bedarf, und "compassionate leave", falls das Tierchen verstorben ist und in die Seifenfabrik gebracht  liebevoll im Garten beigesetzt werden muss (Sunday Times). Und übrigens, an der University of Lancaster würd ich auch gern als Organisationspsychologe arbeiten, um dann solch komplexe Sachverhalte endlich zu durchschauen:

“When jobs are insecure, telling a boss that you want time off work to look after a pet would not go down well."

(In guter alter Tradition der Rubrik "Decline of a Nation" empfehle ich Euch natürlich, sowohl die Qualität dieser "Expertenaussage" als auch das Entgegenkommen der Arbeitgeber als als Zeichen absurder Dekadenz und Unfähigkeit der Briten zu werten. Und nicht etwa als Indiz für einen dank fescher Konjunktur boomenden Arbeitsmarkt auf der Insel, der es erlaubt, Lehrstühle für das Offensichtliche und Urlaub für Haustiere einzurichten…)

Große Brüder

Die Briten haben ja jetzt große Big-Brother-Probleme – ne, ich meine nicht die CCTV-Seuche, die Großbritannien in den letzten Jahren überschwemmt hat (meine Lieblingsstelle im zitierten ZEIT-Artikel ist immer noch die hier:

Einer der Videokontrolleure beobachtet einen Passanten, der einen McDonald’s-Karton fallen lässt. Er schaltet das Mikrofon ein: »Heben Sie bitte Ihren Abfall auf und werfen ihn in einen Mülleimer.« Der Schmutzfink dreht sich zu dem Lautsprecher um, wendet sein Gesicht der Kamera zu, geht weiter. Aus dem Lautsprecher gellt eine zweite Warnung: »Wenn Sie Ihren Abfall nicht aufheben, werden wir Sie strafrechtlich verfolgen.«)

– also, darum soll es ja jetzt gar nicht gehen, sondern vielmehr um die unsägliche Fernsehsendung gleichen Namens. Im britischen (Promi-) Big-Brother gibt es nämlich einen Rassismusskandal – die Bollywoodschauspielerin Shilpa Shetty ist im Menschenkäfig sichtlich unbeliebt, was sich in charmantem Verhalten ihrer Mitgefangenen äußert:

On Monday night’s episode, Jo reportedly suggested that Indians were thin because they are always ill as a result of undercooking their food.
The trio also complained that Shilpa had touched other housemates’ food with her hands.
Danielle said: "You don’t know where those hands have been."
Jade Goody’s mother, Jackiey Budden, repeatedly referred to Shilpa as "the Indian" while she was featured on the show and was unable to pronounce her name.
(BBC News)

Wohl haben wir es bei Frau Shetty mit einer britischen Kader Loth zu tun: die ganze Person ist eine "nerve-fraying annoyingness", meint Germaine Greer in einem aufschlussreichen Guardian-Kommentar:

"Everything about her is infuriating: her haughty way of stalking about, her indomitable self-confidence, her chandelier earrings, her leaping eyebrows, her mirthless smile, her putty nose and her eternal bray."

…was den habituellen Rassismus der anwesenden "weißen" Vollbriten natürlich nicht besser macht. Ich nenne das "Prinzip Schminkspiegel", wenn man bei Menschen allzu genau hinsieht, wird es immer hässlich.
So sind denn auch die Tschechen dazu übergegangen, eine alternative primate reality show zu senden: Stars sind die Gorillas des Prager Zoos. In diesem Zusammenhang soll jetzt eine Gorilla-Geburt live im Internetz übertragen werden.

Bei diesen Aussichten kann ich die armen deutschen Politiker, die sinnloserweise zu Bunte-Homestories gedrängt bis ins intimste Detail hinein durch die Gegend gehetzt werden, weil Journallie und Medienkonsumenten sich in ihrer jugendlichen Unverschämtheit erdreisten, Menschen, die bereit sind, politische Verantwortung zu übernehmen, mit anderen Maßstäben zu messen, auch in ihrem Privatleben, als den Rest der Bevölkerung, nur beruhigen: seid froh, dass nicht auch noch die Geburt Eurer (unehelichen) Kinder im Fernsehen stattfindet. Soviel Privatsphäre gesteht Euch nämlich selbst Cohu zu.
(Bild: Wikimedia Commons)

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Ungezieferlogik

Wenn Tauben die Ratten der Lüfte sind, sind Ratten dann nicht irgendwie die Tauben des Bodens? Und somit flaumige, liebenswerte Symbole des Friedens? Ich finde, ja.
Trotzdem kriege ich jedes Mal einen halben Herzkasper, wenn mir so ein Viech im Hinterhof fast über die Füße läuft…

Decline of A Nation: Miser, miser!

Jeder von Euch, der das Glück hatte, gymnasialen Englischunterricht erdulden zu dürfen ("Hello, boys and girls!") hat sicher früher oder später – wenn der Lehrer gut gelaunt war oder von eigenen Defiziten, z.B. bezüglich des Ti-Äitsch ablenken wollte – unter der Rubrik "Skurrile Briten" auch von der Regelung gehört, dass die die Themse bewohnenden Höckerschwäne traditionell der Queen gehören. Im 12. Jahrhundert hatte man noch einen anderen Appetit und verzehrte Schwäne gerne (ich erinnere an Carl Orffs Lied eines gebratenen Schwans, "Olim lacus colueram", ein Rezept findet sich hier), und dieses Privileg wollte die Königin sich erhalten. Nun haben sich die Geschmäcker geändert, und nur ab und zu gerät einer ins Schwitzen, der etwa – unabsichtlich! – beim Rudern auf dem Cherwell einen Schwan kunstfertig auf einen Streich versenkt (keine Namen!).

Nun hat ein Künstler – unter Todesdrohungen von Tierrechtlern, das ist auch wieder eine historische Besonderheit Großbritanniens – einen Schwan verspeist, um gegen die Monarchie zu protestieren. Dass das alles unter "weird" eingeordnet wird, ist schön und gut, aber der letzte Satz ist doch etwas zu kryptisch:

 "The bird he ate was found dead on a West Country farm. He was not arrested." 

Beim googeln findet man denn auch noch den fast noch seltsameren Fall eines Moslems, der schon am zweiten Morgen des Ramadan so ausgehungert war, dass er sich einen Schwan fing und briet. Logisch:

 “I am a Muslim, I am fasting, I needed to eat.”

Richtig skurril wird es dann, wenn man feststellt, dass das im Jahre 2006 passierte. Und dass der Gute dafür 2 Monate ins Gefängnis (!) wanderte…

Decline of a Nation: Halleluja!

Eine britische Komodo-WaranIn (Warana? Waran-Kuh? Waranesse?) pflanzt sich fort – und zwar nachweisbar ohne, dass ein Komodo-Waran-Mann beteiligt gewesen wäre (MSNBC). Die Ausbrütung des Geleges wird zu Weihnachten erwartet. Großbritannien kann immer wieder überraschen – mit einer Jungfrauengeburt hätte ich jetzt allerdings am wenigsten gerechnet.
[Ich weiß nicht, was für die Christenheit schockierender sein wird: dass es sich beim Gesalbten diesmal um sieben (!) übelriechende, vor Giftspucke triefende Riesenechsen handelt – oder dass die neuen Messiasse ausgerechnet britische Staatsangehörige sind?]

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Cohus heimlicher Wunsch

Bwwwaaa! Es stürmt und regnet und ist schon ganz düster, und ich muss nochmal raus zum Einkaufen, sonst gibts morgen zum Frühstück keine Milch und zum Abendessen nur Nudeln mit Pesto.  In solchen Momenten hätte ich doch gerne zeitgemäßere Öffnungszeiten. Oder: einen Pinguin, der für mich Einkaufen geht!

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Gruselig!

Gestern hat es mein Leib- und Magen-, zudem auch noch Diss-Thema, die “human-animal interspecifics”, ja sogar auf die erste Seite dieser Publikation geschafft: britische Stammzellenforscher planen die Herstellung von Mensch-Kuh-Chimären. Herr Illinger versah dieses Thema allerdings mit einem Kommentar, der mich ob seiner unbegründet-alarmistischen und – jedenfalls im Bezug auf die zentrale Frage, was es mit der ethischen Bewertung solcher Experimente auf sich hat – fast vollständig argumentfreien Darstellung der komplexen Sachlage doch sehr enttäuschte. Titel: “Die Angst vor der Chimäre” – erster Satz “Schon beim ersten Hinsehen kommt Grusel auf.”, letzter Satz: “In dieser Situation ist es auch aus Sicht der Wissenschaft kontraproduktiv, Laborversuche anzukündigen, die in der Öffentlichkeit vor allem eines auslösen: Grusel.” Dazwischen: nicht viel mehr als Stammzellenforscherbashing. Was die Frage der ethischen Vertretbarkeit von Chimärismus-Versuchen mit (angeblich) in der Bevölkerung vorhandenen Angstgefühlen zu tun haben soll, bleibt bei Illinger leider vollkommen offen. Manche finden Schwule und Lesben gruselig, manche Schwarze, manche alte Leute, manche (ich z.B.) Musicals und Softeis: trotzdem kommt man nicht auf die Idee, das alles zu verbieten. Dafür bedarf es schon irgendeiner Rechtfertigung. Wer wissen will, wie ein solches Argument im Bezug auf Chimären aussieht, aussehen könnte, oder ob es so eines überhaupt gibt, muss meine Diss lesen…wenn sie denn mal fertig ist.
Jedenfalls: manchmal ist man doch froh, die SZ abbestellt und für so manchen Unfug nicht auch noch Geld bezahlt zu haben.

Decline of a Nation: Tödliche Hörnchen

Gar nicht vulgär: Sciurius vulgaris

Unerwünscht: Sciurius carolinensis

Brücken bauen, dadurch zeichnet sich ja gute Politik aus. In Großbritannien, besser gesagt in Schottland, ist jetzt eine ganz besondere Brücke geplant: eine Hängebrücke für Eichhörnchen. Mühsam versucht man in Großbritannien nämlich, die letzten verbliebenen Populationen von roten Eichhörnchen zu retten – in den meisten Landesteilen sind sie längst durch graue Amerikaner verdrängt worden (siehe Abb.).
In einem Land, das derart sicherheitshysterisch ist, dass Schüler beim Spielen mit Kastanien Schutzbrillen aufsetzen, Trapez-Artisten Helme tragen müssen und das Basteln mit Eierschachteln aufgrund von Salmonellengefahr verboten ist, kann es so ein Bauprojekt natürlich nicht ohne Risikoeinschätzung geben:

“The significant hazards have been identified as death or serious injury to the public from the rope swinging free and colliding with a pedestrian or causing a vehicle to swerve resulting in an accident,” Mr Lowson continued.
“Arguably the sight of a squirrel crossing the road on such a rope could cause a distraction to a driver as well but the erection of warning signs in advance of the area may serve to mitigate this. (Courier News via Fark.com)Naja, man muss sagen: das ist wenigstens eine realistische Einschätzung. Einerseits, was die Fähigkeiten des englischen Handwerks angeht (Seil festmachen? Wie? Feierabend?), andererseits aber auch, was die überwältigende, ablenkende Süßheit von roten puscheligen Eichhörnchen betrifft – Ursi berichtete!

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Coming Soon: Sunfish’n’Chips!

Duscht ne Stunde lang heiß, werft die Klimaanlagen an, fahrt mal eben um den Block zum Kippen holen, lasst den Karren über Nacht laufen, verschrottet (besser noch: verbrennt!) Eure Fahrräder, esst nur noch Äpfel aus Neuseeland und wichtig, viele Fernreisen: der CO2 Ausstoß soll ruhig noch steigen. Klimawandel ist nämlich was Wunderbares.  Aufgrund dieses faszinierenden natürlichen Phänomens und der damit verbundenen Erwärmung der Ozeane gibt es meinen Lieblingsfisch, den Mondfisch (schöne Fotos hier, ausgewachsener unglaublicher Mondfisch hier), jetzt auch in britischen Gewässern, wie der Guardian berichtet. Verwirrenderweise heißt das Tier, dessen Fleisch im übrigen aufgrund seiner zweifelhaften Qualität ("I would not bother to try it again if someone gave it to me") für die englische Küche wie geschaffen ist, im englischsprachigen Raum "Ocean Sunfish" (lat. mola mola – mola= Mühlstein).
Die Mondfische ihrerseits haben die Briten anscheinend schon ins Herz geschlossen, manche vielleicht sogar etwas zu sehr:

"A four-year-old boy was flattened by a sunfish in August last year, off the coast of Little Haven, Pembrokeshire, when it leapt from the sea into his dad’s boat. The boy and his brother managed to roll the creature off and back into the sea." (Guardian)

Aaaaach, der tut nichts, der wollte doch nur spielen!

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