Das Robbenrätsel

Hohenzollern-Ecke Hiltenspergerstraße steht auf einem Flecken etwas heruntergekommener Grünanlage dieser Brunnen, der ein Mädchen darstellt, das seltsamerweise eine Robbe auf der Schulter trägt. Um das Rätsel um den Seehund (ist ja doch ein eher ungewöhnliches Motiv) aufzuklären, bin ich natürlich sofort zur unvergleichlichen Seite "München und seine Springbrunnen" gesurft, und habe das gute Stück auch gefunden, leider stehen da – bis auf den Künstler – auch nicht mehr Infos. Ferdinand Liebermann war anscheinend ein Nazi, aber warum er dem Mädel diesen verdammten Flossenfüßler auf die Schulter setzt, bleibt ungeklärt. Eine Hommage an das erfolgreiche Nazi-Zwerg-U-Boot "Seehund"?. Ein nicht minder verwirrende Deutung des Seehunds als Symbol bietet das Online-Traumlexikon.
Noch eine rätselhafte Pinnipede findet sich außerdem am Hinterausgang des LMU-Hauptgebäudes: auf Augenhöhe (ja, lacht nur, für Cohu ist es Augenhöhe!) finden wir auf einer Seite der Tür eine Eule (logisch, Weisheit und so), auf der anderen jedoch ein gut als solches identifizierbares Walroß. Was soll das denn bitte? Die einzige Referenz, die mir zu Walrössern einfällt, ist die hier, aber was in aller Welt hat das mit der Uni zu tun? Es sei denn, man stellt sich die Austern als Studenten vor. Mahlzeit!

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Katzenkontent

Endlich: eine Browserkatze für die, die Katzeninteraktion zur Konzentrationssteigerung während der Arbeit nutzen wollen, aber keine Bürokatze zur Kollegin haben (für Hundeliebhaber gibts sogar einen gehorsamen Kläffer). Tierhasser können sich zumindest einen virtuellen Kaffee machen.

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Decline of a Nation: Exhaust-ing

Menschen, die sich als "Auto-Fans" bezeichnen, waren Cohu schon immer suspekt. Autos sind große laute stinkende Blechhaufen, die die Innenstädte verschandeln, aber doch nichts, womit man sich in der Freizeit beschäftigen will! Dieser Brite geht sogar noch weiter: er ist Auto-Liebhaber im buchstäblichen Sinne. Man könnte jetzt daraus wieder schlimme Dinge über den britischen Nationalcharakter ableiten, aber Obacht: bei der sonderbaren Beziehung der Deutschen zu ihren Autos gibt es hierzulande vielleicht sogar einen größeren Prozentsatz von Blechfetischisten. Immerhin ist das wohl eine relativ CO2-neutrale Art und Weise, sich mit Automobilen zu beschäftigen.
Entsetzte Leser, die die Vorlieben des Herrn Donald für unnatürlich halten, kann ich beruhigen: Sex mit Gegenständen ist auch in der nichtmenschlichen Tierwelt weit verbreitet. Man nehme (ich spreche aus Erfahrung!) ein Kaninchen und irgendein Stofftier – Voilá! Schön auch die sog. Sexualtäuschungsblüten der der Ragwurz-Orchideen: sie sehen aus wie Bienen- bzw. Wespenhinterteile (siehe Abb.) und sondern auch dementsprechende Duftstoffe ab. Kommt ein Männchen der imitierten Art geflogen, wird es, wie Wikipedia das ausdrückt, "verführt" (und hilft im Idealfall, die nächste verführerische Orchidee zu bestäuben). Sex mit vergleichsweise unbelebten Dingen also schon im Insektenreich. Ich weiß es nicht, aber vielleicht kommt von dieser Geschichte her ja die Sitte, Kindern von "Bienchen und Blümchen" zu erzählen…
(Bild: Wikimedia Commons)

Affenmenschen, Menschenaffen

Beim gestrigen Frans deWaal – Vortrag in der Siemensstiftung gab es interessante Einblicke in das Verhalten von nichtmenschlichen und menschlichen Primaten. Zumal über das Amüsement der Gäste angesichts der Tatsache, dass die stumpfsinnigen Schimpansen und Kapuzineraffen praktisch nur kooperieren, wenn man dafür auch Fressen rüberwachsen lässt. "Spontanes" Imitationsverhalten, Spielverhalten, also alles, was in Richtung einer Kultur im weiteren Sinne deuten würde, ist eher selten, bzw. jedenfalls bei weitem nicht so gut erforscht wie Konditionierung, Angeborenes, etc.: ein Resultat des in den letzten Jahrzehnten vorherrschenden Behaviorismus. Ein mit der Fähigkeit zur Selbstreflexion versehener Menschenaffe wie Cohu durchschaut natürlich sofort, dass auch das Aufkreuzen von Homo-Sapiens-Individuen bei so einem Vortrag in den seltensten Fällen spontan geschieht. Ein nicht unerheblicher Teil der Gäste war nämlich, wenn mich mein hobbyethologisch geschärfter Blick nicht täuschte, wegen des köstlichen Büffets da…
Schade fand ich, dass – angesichts der stetig wachsenden Erkenntnisse über die Kontinuität zwischen Affen und Menschenverhalten und -bewußtseinsvorgängen –  die Frage der moralischen Rechtfertigung für Versuche an Affen (insbesondere medizinische Forschung an Menschenaffen, die in den USA und vielen anderen Ländern noch üblich ist) gar nicht zur Sprache kam. Aber sowas fällt einem natürlich auch immer nach der Diskussion ein. De Waals neues Buch "Primates and Philosophers" kommt jedenfalls auf meinen Wunschzettel.
Zum Thema "merkwürdiges Primatenverhalten": nach dem Vortrag sprach mich eine mir unbekannte Dame an, sie sei Künstlerin, und wolle meine ihrer Ansicht nach besonders schöne Haarspange fotografieren. Dies tat sie dann auch, hinter meinem verwunderten Rücken. Kultur ist nicht nur bei Affen ein seltsames Ding.

(Bild: Catherine Marin/Wikipedia)

Hello Kitty

Ein ausgeprägter Antiamerikanismus hat sich bei Cohu – trotz ihres insgesamt boshaften und missbilligenden Charakters – nie einnisten können. Aber manchmal fragt man sich schon: unter katzenhaltenden US-Bürgern ist es durchaus verbreitet, die pelzigen Mitbewohner zu “declawen”, d.h. ihnen in einer chirurgischen Prozedur die Krallen entfernen zu lassen. Warum das so toll ist, erklärt diese Seite.
In den USA ist es viel üblicher als bei uns, Katzen nie vor die Tür zu schicken – bei Kindern bis zur Volljährigkeit und Haustieren ist der Amerikaner grundsätzlich der Meinung, dass es unverantwortbar ist, sie nur einige Minuten aus den Augen zu lassen, da die Welt voller böser Menschen und Terroristen ist (vgl. dazu auch die Seite “I saw your nanny“). Die derart bemutterten Katzen werden verständlicherweise etwas seltsam und müssen sich am Sofa abreagieren, daher das “Declawing”. Als tierfreundliche Alternative wird das Produkt “Softclaws for Cats” beworben: künstliche, stumpfe Plastikkrallen, die der Katze angeklebt werden. Auch noch in allen möglichen bunten Farben – wo man doch weiß, wie gerne Katzen ausgelacht und verspottet werden, und wie sehr es sie erfreut, Fremdkörper an den Pfoten zu haben! (Schon mal ne Katze über Tesafilm laufen sehen?)
Gerne möchte ich einen der “tierlieben” Katzenhalter dabei beobachten, wie er diese Dinger an seinen jungen “Samtpfötchen” (!) anbringt – hoffentlich eine letzte Gelegenheit für das Tier, die Schärfe der noch nicht verklebten Krallen am Besitzer zu testen. Und wenn das alles nicht zur notwendigen “behavior modification” führt, gibts ja noch Prozac.

Decline of a Nation: Good Dog

 People Person mit Macho-Image

In Großbritannien werden momentan, wie ich den BBC News entnehme, bevorzugt Staffordshire Bullterrier gestohlen – inzwischen fast doppelt so viele wie noch vor ein paar Jahren. Laut einem Polizeireport wird vermutet, dass die Diebe die Köter später als Wachhunde für ihre Drogenverstecke bzw. für Diebesgut verwenden – die Rasse gilt laut deutscher Kampfhundeverordnung bei uns als "gefährlicher Kampfhund". Nun könnte man schon Zweifel daran haben, ob Hunde, die sich einfach so stehlen lassen, als Wachhunde besonders gut geeignet sind – und das bestätigt die Dame vom Staffordshire-Züchter-Verein:

"They’re so people orientated that they will go with anyone, contrary to their reputation. They’re happy to go off with people. They just love people.Because of their macho image, people think they’re going to look macho with a Staffordshire Bull Terrier, but the dogs would far rather be curled up by the fire." (BBC News)

Auch für den Staffordshire Bullterrier Club Germany ist die Rasse ein "Familienhund", die Einordnung in Kampfhundkategorien ein Missverständnis.
 Ich bin kein Hundeexperte, aber was für ein schönes Bild: der Bösewicht gerät aufgrund der überbordenden Gutmütigkeit des nur gefährlich scheinenden Terriers in Schwierigkeiten, weil dieser die Schnüffler der Polizei nicht geifernd und knurrend vertreibt, sondern schwanzwedelnd zu Koks und geklauten Stereoanlagen führt, um sich dort auf dem Rücken zu werfen und am Bauch kraulen zu lassen.

(Bild: Staffordshire-Bullterrier-Club)

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Blue in the Face

Der Los Angeles Zoo hat nun eine Feng-Shui-Expertin engagiert, um ein Affengehege zu gestalten. Der Guten stehen dafür 4500 Dollar zur Verfügung. Wie kommt man auf so eine total bescheuerte Idee?
Vermutlich deshalb, weil es sich um eine chinesische Affenart (Goldener Stupsnasenaffe oder Goldstumpfnasenaffe, Pygathrix roxellana) und bei den Tierchen um eine zehnjährige Volksrepublikanische Leihgabe handelt, für die der Zoo auch noch 100000 Dollar pro Jahr berappen muss.
Zynische Erklärung: Wenn man schon soviel Geld für potthässliche blaugesichtige Primaten ausgibt, ist es um die paar Kröten auch nicht mehr schade.
Gutmütige Erklärung: Der Zweck (Versuch der Rettung einer Aussterbenden Tierart) heiligt in diesem Fall die Mittel (einer Pseudowissenschaft Geld in den Rachen werfen, um die Affen für Spendenwillige interessant zu machen).
Ironie Nr. Eins: Die Affenart ist zu einem nicht geringen Ausmaß gerade aufgrund der oh-so-großartigen und harmoniefördernden fernöstlichen Pseudowissenschaften bzw. Religionen gefährdet, weil ihre Knochen in der Traditionellen Chinesischen Medizin als Heilmittel gelten und ihre Felle für irgendwelche abgefahrenen schamanischen Rituale gebraucht werden.
Ironie Nr. Zwei: die Expertin für Energiefluss erklärt in aller Ernsthaftigkeit:

"It’s very experimental," Mainini said. "We don’t have any books on feng shui for monkeys. We just have to assume that Darwin is correct and that there is a connection and what is good for humans is good for monkeys."  (Abilene Reporter-News)

Danke, Frau Mainini, dass sie so eine große Konzession an obskure Theorien wie die Evolutionshypothese machen. Ich mein, dafür gibt es (im Gegensatz zum Feng Shui) ja praktisch keine Beweise, geschweige denn Falsifizierbarkeit, aber nehmen wir gutmütigerweise einfach mal an, dass es stimmt, dass Menschen und Affen gemeinsame Vorfahren haben….

Wie die Karnickel!

Jaja, schon wieder Tiercontent. Aber schließlich ist Sonntag und schlechtes Wetter, irgendwie muss man sich aufheitern, und das geht schließlich nicht per Berichterstattung über die Sicherheitskonferenz. Also: dem einen oder anderen dürfte beim Sport Springreiten schon aufgefallen sein, dass Pferde als Steppentiere irgendwie physiologisch total ungeeignet dafür sind, über 1,60-Hindernisse zu hüpfen, die im Abstand von ein paar Metern voneinander und in wirren Schlangenparcours aufgebaut sind, nochdazu  mit so einem Aff auf dem Rücken. Da knacksen die Gelenke, die Wirbelsäule ächzt, und der edle Herrenreiter greift zu zweifelhaften Methoden der Konditionierung. Aber, Rettung kommt aus der allweisen Natur: es gibt nämlich Tiere, die zum Turniersprung eine natürliche Veranlagung haben, seht selbst (via Cuteoverload).
 

Jetzt bräuchte man nur noch Kaninchen, auf denen man reiten kann, aber ich hätte da schon nen Kandidaten

Decline of a Nation: Dringendes Update

Ich wollte ja über das Phänomen "Binge Drinking bei Tieren" eigentlich nicht berichten. Aber jetzt komm ich nicht mehr aus: ein Farmer in Cornwall bringt laut BBC News seine Bullen mit 20 Maß Bier täglich und zärtlichen Massagen auf Wagyu-Niveau. Manch einer würde vielleicht tauschen wollen, wäre da nicht dieser Absatz:

"The result is fatty well-marbled beef with burgers from the herd fetching up to £40 each in London restaurants."You can’t really taste the beer, it just tastes like really, really good beef," said Mr Pluess." (BBC News)

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Decline of a Nation: Dicht wie Sau

Cat content: in diesem Fall nicht intendiert!

Mal wieder was für die Tierfreunde: seht Euch mal Perky the Pig an, ein Ferkelchen in Pint-Größe aus der am Rande des Dartmoor-Nationalparks gelegenen Gemeinde Buckfastleigh.
Wie ich der Seite des lokalen Fotografen entnehme, scheint man im landschaftlich reizvollen südlichen Devon eine ganz besondere Beziehung zum Fotomotiv "Tier + Alkoholisches Getränk" zu haben – vgl. Saatkrähe (?) Jackie The Rook beim Genuss eines Scotch. Unglaublicherweise  gibt es in besagtem Buckfastleigh auch noch eine kombinierte Schmetterling- und Otterfarm. Und zu allem Überfluss- das kann doch kein Zufall sein – stammt auch die lockige Katzenrasse "Devon Rex" (s. Abb.) aus dem Kaff (ob man die süß findet, ist allerdings Geschmackssache…).

P.S. Natürlich sollte das, siehe Überschrift, ein Artikel darüber werden, dass in GB jetzt sogar schon die Schweine binge drinking praktizieren. Aber durch die vielen drolligen Tierchen wurde ich milde gestimmt. Es lebe Buckfastleigh!