…ist einfach schön: meine neue Bredemeijer-Teekanne, bestellt beim sehr zu empfehlenden Teeversand Paul Schrader.
…ist einfach schön: meine neue Bredemeijer-Teekanne, bestellt beim sehr zu empfehlenden Teeversand Paul Schrader.
Nur den Wenigsten ist ja die Gabe geschenkt, ein in einem stickigen Uni-Hörsaal hinter kleinen, bandscheibenzerfetzenden Klapp-Bänken eingesperrtes, teilweise noch unter Nachwirkungen der Pubertät leidendes Publikum zu fesseln, und in
Deutschland habe ich das (soweit ich mich erinnern kann) überhaupt noch nicht erlebt. Es gibt es jedoch eine Vorlesungsreihe, die ich mit größter Freude besuchen würde: die nämlich, die Robert Gernhard anlässlich der
Heine-Gastprofessur der Uni Düsseldorf im Jahr 2006 halten wird (
WDR-Interview). Abgesehen von seiner enormen künstlerischen Produktivität (die manchem vielleicht aus dem “Buch OTTO” unserer Jugend noch in verschwommener Erinnerung ist) hat Gernhard noch eine andere beeindruckende Eigenschaft: ich kann ihn definitiv nicht unter den Tisch trinken. Reschpekt!
Das Schlechte an Weihnachten: Last Christmas.
Das Gute an Weihnachten: das Christkind. Es ist 1. ein Mädchen und 2. eine Erfindung Martin Luthers, die heute hauptsächlich in katholischen Haushalten zu Besuch kommt, und somit ein Zeichen des Religionsfriedens (oder ein Zeichen für überbordende Irrationalität im Angesicht junger blondgelockter Frauen – ok, ich bin still).
Ach, doch noch was Gutes. Wenn man dreimal laut Last Christmas mitsingt, kann man den Black-Eyed-Peas-Ohrwurm, der einen schon seit Wochen verfolgt, wieder loswerden, bevor er sich in einen bösartigen, die psychische und physische Leistungsfähigkeit des Trägers stark vermindernden Tinnitus verwandelt. Hua Hsu in Slate:
“(…) the Peas’ call-and-response courtship fails to titillate—in fact,
it’s enough to convince one to never, ever ogle again. (…)
“What you gon’ do with all that ass/ All that ass inside them jeans? … What you
gon’ do wit all that breast?/ All that breast inside that shirt?” rapper
Will.I.Am teases in response, rendering literal what had heretofore been pretty
much literal. It’s a song that tries to evoke a coquettish nudge and wink, but
head-butts and bloodies the target instead. It isolates sectors of the female
anatomy that obsessive young men have been inventing language for since their
skulls fused, and yet it emerges only with “humps” and “lumps”—at least “Milkshake”
sounded delicious.”
Oder gleich Frontalangriff und den Großeltern mal einen anderen Weihnachtshit vortragen. Dieses Jahr singt sogar Opa mit:
What you gon’ do with all that junk?
All that junk inside your trunk?
I’ma get, get, get, get, you drunk,
Get you love drunk off my hump.
My hump, my hump, my hump, my hump, my hump,
My hump, my hump, my hump, my lovely little lumps. (Check
it out)
Mit der Zwei-Ton-Blockflöten-, Kantele- oder Triangel-Begleitung der kleinen Geschwister wird das – wetten! – ein großer Erfolg. In diesem Sinne wünsche ich allen Blog-Lesern ein Frohes Fest.
There once was a well-off Bavarian
Who was an astute Libertarian
And so he would preach
Full freedom of speech
For anyone non-proletarian.
Zeit, “Elvis’ Christmas Album” rauszuholen und andächtig dem schönen Lied “Santa Claus is back in town” zu lauschen (hier kann man es für einen Cent anhören, wenn man IE verwendet und sich nicht dafür zu schade ist, sich bei msn music* anzumelden, obwohl es ja längst wieder Napster gibt…).
Der entschieden säkulare Touch dieses Songs wird einem – sofern einem der schwarze Cadillac noch nicht komisch vorkam – spätestens bei dieser Strophe klar:
“Hang up your pretty stockings,
turn off the light,
Santa Claus is coming
and he’ll be with you tonight.”
(*für msn music spricht zumindest die höfliche Meldung, die nach dem Absenden einer E-mail-Empfehlung erscheint: welches andere Musikportal ist so devot?)

Endlich, eine Sokolov-Kritik.
"(…) In solchen Momenten ist man geneigt, für Handyklingeln im Konzert mehrjährige Freiheitsstrafen zu fordern. Doch Sokolov ließ sich nicht beirren und führte seinen Schubert zu einem fulminanten Ende. Uff!
Aber damit nicht genug: Nach der Pause setzte er sogar noch einen drauf.(…)
Während das Publikum danach, beglückt und überwältigt, seine letzten Kräfte beim Trampeln und Bravobrüllen verausgabte, war Sokolov, der traumhafte Tasten-Titan, lange nicht am Ende – und schickte sechs Zugaben hinterher. Unglaublich." (Hamburger Abendblatt)
Überwältigend? Unglaublich? Uff? Traumhafter Tasten-Titan ????
Aufgabe: Das nächste mal die Kritik bitte in Comic- bzw. Mangaform verfassen. Und bitte noch mehr Fuchsche Wortschöpfungen einbauen ("Die Karten des Konzertveranstalters waren vollkommen überteuert – Grrr!")
…soviel zu meinem Besuch von Grigory Sokolovs Klavierkonzert gestern abend. Beruhigend in diesem Zusammenhang die Distanziertheit des Künstlers:
“Rechts von ihm sitzt das Publikum. Es kümmert ihn nicht. “Ich spiele nicht
für Beifall”, sagt er. Musik ist für einen wie ihn kein Beruf, sondern eine
Seite des Lebens: “Man bekommt Geld dafür, aber man spielt nicht für Geld.”
Braucht er überhaupt Publikum? “Die Akustik ist besser, wenn der Saal mindestens
halbvoll ist.” Für ihn gibt es nur die Musik.
So war ich gestern zumindest als akustisch wirksamer Raumfüller eine Bereicherung.
…bekommt gerade die Heßstraße, die übrigens entgegen anderslautender Gerüchte nicht nach “dem” Heß benannt ist, sondern nach einem anscheinend politisch unauffälligen Landschaftsmaler.
Gerade laufen grölende Sozis Richtung Reithalle, gen Münte. Obwohl, vielleicht sind’s gar keine richtigen Sozis, denn sie kennen
(genau wie ich!) offensichtlich nur die ersten zwei Zeilen der Internationale, oder aber sie behalten den Rest des Liedes beharrlich für sich. Fürs Käferzelt reicht das allemal, aber auf einer Parteiversammlung?
Also, ich geh eh nicht zum Münte, weil erstens kommt Frl. Jung zu Besuch, und zweitens gibts heut einen Franz, der mir wesentlich lieber ist…
Der bajuwarische Bösewicht kann auch anders! Die SZ schreibt:
"Auch Barbara Frey will Horvath erkennbar anschärfen: So holt sich der Rittmeister des Gert Anthoff statt der Ziehungslisten vom Lotto seine Pornohefte bei der Trafikantin, wird des Zauberkönigs Aussprache mit seiner gefallenen Tochter durch schwallweises Erbrechen konterkariert. Es wird gefummelt und gegrapscht, keine sexuelle Konnotation vernachlässigt, der Ton ist von forcierter Schärfe, die Körperlichkeit ruppig, gefühlige Szenen werden wie mit dem Glasschneider seziert, und der österreichische Akzent klingt wie auf einer Sprachlernkassette. Für solche Härten entschädigen Slapsticknummern, die vor allem Sunnyi Melles als Valerie abzieht, mal im Kampf mit der Tücke des Objekts, mal mit der des Lustobjekts. Entscheidend aber ist die Haltung der Schauspieler, die ihren Figuren Gerechtigkeit widerfahren lassen, ohne dabei zu blinzeln." (spiegel online)