Beförderung

Der gute alte Uncle Ben von "Uncle Ben’s", bekannt für einen relativ geschmacksarmen und schneeweißen amerikanischen "Parboiled"-Reis, ist jetzt aus Marketinggründen plötzlich kein "Onkel" mehr, sondern CEO. Sein Büro, das unter dem Motto "Ben knows best" steht, kann man hier besichtigen. Der "wirkliche" Uncle Ben war angeblich ein "afroamerikanischer Reisbauer, der seinen Reis mit so großer Sorgfalt erntete, dass er immer wieder für die hohe Qualität seiner Reiskörner ausgezeichnet wurde. Mit der Zeit wurde er in und rund um Houston berühmt dafür, jedes Jahr den Reis mit der höchsten Qualität zu produzieren."  (Deutsche Seite von "Uncle Ben’s")
Die Darstellung auf der Reispackung – mit gestärktem Hemd und Fliege – erinnerte allerdings eher an einen Plantagendiener bzw. -butler. Und das "Uncle" hört sich zwar nett an, war aber wohl ehemals deshalb als Anrede für Schwarze verbreitet, weil man sich weigerte, sie als Mr. oder Mrs. anszureden…auch keine so schöne Geschichte.
Naja, aber jetzt ist der gute Ben (wenn auch immer noch ohne Nachnamen!) zum Boss aufgestiegen. Allerdings nur in den USA – bei uns bleibt er "Reisbauer", und zwar mit dem Zusatz "afroamerikanisch", damit es nicht zu Verwechslungen kommt. Markenbildung. Und die funktioniert, wie der Shopblogger zu berichten weiß…

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Neutral und zufällig

Lobenswert und zeitgemäß ist, dass die NZZ bei ihrem Probeabo-Formular auch die Möglichkeit "Neutral" einräumt (wenn es auch sicher Menschen gibt, die weder Mann, noch Frau, noch "Neutral" sind).
Weniger schön ist, dass die NZZler auf die Angabe einer Telefonnummer bestehen. Tröstlich in diesem Zusammenhang, dass selbst ein mathematisch unbegabte Mensch zufällige Zahlenfolgen in Sekundenbruchteilen generieren kann, was ja gar nicht so einfach ist!

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Glücklich ist, wer vergisst, dass Statistik schwierig ist

Gestern hatte Cohu die Ehre und das Vergnügen, im Rahmen einer Veranstaltungsreihe der Siemens-Stiftung einem Vortrag des sehr sympathischen und (hörbar) schweizer Ökonomen Bruno S. Frey zum Thema "Glück – was sagt der Ökonom dazu?" beizuwohnen. Damit Ihr, die Ihr von den atemberaubenden Ergebnissen der ökonomischen Glückswissenschaft bis jetzt nix mitgekriegt habt, eine Vorstellung davon bekommt, welch bahnbrechende Arbeit auf diesem Gebiet geleistet wird, hier mal einige interessante Zusammenhänge:
– Leute, die in Ländern mit höherem GDP und freiheitlichen politischen Systemen leben, sind durchschnittlich gesehen glücklicher als Menschen aus hungergebeutelten Terrorregimes
– Gesunde Leute sind glücklicher als Kranke
– Mehr Geld macht erstmal glücklicher (wenn ein sehr niedriges Einkommen sich erhöht), dann aber (nach Gewöhnung oder bei schon sehr hohem Standard) keinen großen Unterschied mehr
Und, für mich die größte und tiefgreifendste Erkenntnis des Abends:

Glückliche Leute begehen weniger Selbstmorde.

P.S. Weniger snarky gehts jetzt leider nicht, wenn dieser Herr Ökonom schon der Meinung ist, sich über die Philosophie lustig machen zu müssen, weil sie in 5000 Jahren "doch zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen gekommen ist", was die Frage nach dem Glück angeht. Genuin komplexe Fragen mit der Brechstange einfach zu beantworten (etwa, indem man jeden Zweifel an der Messbarkeit des Glücks mit empiristischer Überheblichkeit wegwischt)  ist halt  – das muss man sich von den Philosophen leider sagen lassen – auch keine Lösung.
P.P.S.: Irgendwie schwebte bei jeder dieser Studien das cum hoc ergo propter hoc störend im Raum. Eine Ausführung darüber, wie und mit welcher Autorität man von Korrelationen (z.B. bei Menschen, bei denen man viele soziale Kontakte feststellt, stellt man durchschnittlich eine hohe Lebenszufriedenheit fest) auf Kausalitäten (machen Freunde glücklich oder ziehen Glückliche Freunde an, oder beides, oder keins von beiden?) schließen kann, hätte Cohu sehr glücklich gemacht. Wo wird die Regressionsanalyse so erklärt, dass Cohu sie versteht?

(Bild: Wikimedia Commons, Eduard von Grützner: Fallstaff, 1921)

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Kruzinesn!

Jetzt hab ich schon wieder die Auer Dult verpasst. Da war ich überhaupt noch nie, obwohl ich mir ganz sicher bin, dass ich sie super fände. Erst im Juli gibts wieder eine. Wenigstens hab ich neulich noch die Landshuter Frühjahrsdult (auch bekannt als Gschwerlfest) überquert, das muss jetzt an Volkstümlichkeit halt erstmal genügen.

(Für norddeutsche Leser:
Kruzinesn = Beim Gekreuzigten!
Dult = Kirmes, Jahrmarkt
Gschwerl = Sozial Schwache, siehe auch Begriffserklärung des Tagesspiegels)

Kostbares Nass

Im Lokal "Kranz" (Qype) in der Klenzestraße Hans-Sachs-Straße (fragt mich nicht, wie es mich dahin verschlagen hat, eigenlich ist mir das viel zu ‘gschleckt) gibt es einen sehr guten Orangenkuchen. Und "Lebendiges Wasser." Jetzt mal ehrlich: ich mag mein Wasser ganz, ganz tot. Aber lebendig reicht nicht, für die … ja für wen eigentlich, für die synodisch-periodisch Fixierten? Werwölfe?… also vermutlich einfach für die, die zuviel Geld haben, gibt’s das untote H2O auch aus  "Vollmondabfüllung," für 8 €/Liter. Wer gibt sich schon mit M-Wasser zufrieden, wenn er sowas haben kann?

P.S. Geschäftsidee nach kurzem Googeln: wenn man das Vollmond-Wasser auch noch aus Fatima bezöge, könnte man (moment, da muss mir die IT mal kurz was ausrechnen) 1780 € pro Flasche verlangen.

(Bild: Wikimedia Commons)

Was sollen denn die Leute denken…

…wenn bei so einem Suchbegriff (nsfw) Cohu’s Blog, bei doch immerhin 44.200 Treffern, auf Platz 2 steht???!!! Bei einer ähnlichen Suche für anatomisch Spezialisierte komme ich immerhin noch auf Platz 4!
Ernsthaft: die Suchenden, die so auf meine Seite kommen, müssen ziemlich enttäuscht sein. Zumal ich nichtmal den Begriff in letzter Zeit auf meiner Seite verwendet hab. Geschweige denn Abbildungen von diesem delikaten Objekt bzw. Objektpaaren zeige.

P.S. Warte jetzt auf hochdotierte Angebote von Nacktbildchenanbietern, die mir das Geheimnis für Super-Googleranking ohne entsprechenden Content abkaufen wollen…
P.P.S. Der einzige wirkliche Busenblog mit Cohu-Prädikat: Cats ‘n’ Racks! (Für Geeks)

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Viva las Computadoras!

Danke, lieber Dr., dass Du mir ein Geekstöckchen anvertraust, obwohl ich ja genetisch gesehen in diesem Bereich nix zu suchen habe. Aus diesem Grund werde ich meine Antworten etwas mit denen der IT unterstützen bzw. kontrastieren. Hieraus wird dann hoffentlich auch klar, warum die IT "IT" heißt und ich nur "Cohu." Also, los geht’s:

Was war Deine erste “echte” PC-Hardware?
Da ich aus einem wertkonservativen Haushalt stamme, hatte ich als Mädchen natürlich keinen Rechner und lernte stattdessen Kreuzstich und Klöppeln. Mein Bruder hatte einen Commodore Amiga, aber da er die meiste Zeit eh beim Skateboard-Bretteln war, saß ich da oft dran. Genauso bei meinem Sandkastenfreund, der hatte einen C 64, sah aber lieber fern. Dann die alte Kiste von meiner (10 Jahre älteren) Schwester, aber was das war, kann ich nicht mehr sagen. Schwarz-Grün-Bildschirm jedenfalls. Und man musste so Befehle eintippen. Es gab keine Maus. Mein erster eigener Computer war ein "Highscreen"-Laptop, das ich zum Abitur bekam. Es funktioniert immer noch! Inzwischen wurde es aber natürlich (mehrfach) ersetzt.

Die IT bekam ca. 92 einen Highscreen 386er mit 25mHz (ich tippe das hier nur hin). Ansonsten hat sie auch mal gerne selbst Platinen geätzt (!). Der PC an sich ist eigentlich eine Erfindung der IT.

Deine erste Anwendung, welche Du benutzt hast?
Keine Ahnung. Ah, halt: Paintbrush. Ich habe stunden- und tagelang mit diesem Programm gebastelt. Schade, dass man früher nicht gebackupt (upgebackt?) hat und dass daher alle meine zweifellos wertvollen Kunstwerke unwiederbringlich verloren sind.

Die IT kann sich nicht erinnern. Ich vermute das liegt daran, dass sie ihre erste Anwendung noch intrauterin selbst programmiert hat.

Dein erstes Spiel?
Ich weiß nicht, ob es das erste war, aber am besten kann ich mich an "Giana Sisters" erinnern, so ein Super Mario – Ripoff mit Schwestern statt Brüdern, das per Raubkopie überall verbreitet wurde. Heute habe ich das Spiel sogar auf meinem Handy installiert!

Das erste Spiel der IT war "Monkey Island." Ja, da sieht man schon die intellektuelle Differenz, da hat er sich direkt ein pädagogisches wertvolles, gewaltfreies Adventure mit "Story" ausgesucht, während Cohu in Form der Giana sinnfrei mit dem Kopf gegen Ziegel klopfte, um Edelsteine zu sammeln…

Hattest Du von Anfang an Spass an der Materie?

Ist das ne Fangfrage?

Seit wann bist Du online, und mit welchem Anbieter?
Seit 1997, damals hieß das "Planet Interkom." Ich glaube, das ist inzwischen O2? Oder wie heißt die Firma jetzt? Inzwischen bin ich schon seit Jahren bei der – Oh Graus – Telekom. Äh, des heißt jetzt auch anders, T-Com, oder? Ich bin sogar T-Com-Berater!

Die IT war natürlich schon vor dem Internetz online, bei einem Münchner Anbieter namens CCN. Damals gab es sog. "Mailboxen". Nebenbei: Es war natürlich nicht Al Gore, der das Internet erfunden hat, sondern die IT.

Ich werfe weiter an den Stadtneurotiker, Flix, und (um die von Dr. Sno* angestrebte Frauenquote nicht ganz zu zerstören) die Ursi!

Il Postino

Goldjunge!
(Bild: Wikimedia Commons)

Den Film konnte ich noch nie ausstehen, aber er passt als Titel, weil es da um einen leicht retardierten Zusteller geht.
Unser Postino hat uns schon mehrmals Briefe für einen offensichtlich schon seit Jahren nicht mehr in diesem Haus ansässigen Franzosen eingeworfen. Weil dieser den gleichen Namen hat wie die IT.
Wohlgemerkt: den gleichen Vornamen.
Return to sender, würde Elvis sagen. Ich hoffe jetzt nur, dass der Gute Mr. Postman nicht auch noch anfängt, zu dichten.

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Tastes like chicken

Is da Cohu drin?
(Bild: www.asianhomegourmet.com)

Cohu ist ein großer Fan der Gewürz- und Currypasten des Herstellers "Asian Home Gourmet." Klar, vielleicht nicht so toll wie selbstgemacht, aber die Pasten sind ziemlich authentisch, enthalten keinen Geschmacksverstärker bzw. künstliche Aromen und sind nicht allzu teuer.
Das hier find ich allerdings etwas seltsam:

"Our SpicePastes are made from fresh herbs and spices. You can use them to create any one of a range of authentic Asian dishes. All you have to do is add one important ingredient, a little of yourself."

Zeit für den Wechsel

…so hat die CSU ja schon bei der letzten Wahl geworben. Und jetzt? Wer soll unseren unvergleichlichen Ministerpresadentdoktoredmundstoiber ablösen? Die parteiinternen Kandidaten haben sich ja bereits durch Latexhandschuhe, uneheliche Fortpflanzung, Frankentum und peinliche Boulevard-Auftritte ("Erwin Hubers Tochter: So ist mein Papa wirklich!") disqualifiziert. Aber warum nicht mal ins Ausland schauen. Japan zum Beispiel. Zum Bürgermeister von Tokyo hat dieser vielversprechende Aspirant es nicht geschafft. Aber vielleicht wird’s in der CSU was? Schwarz genug ist er zumindest, und ein Bierzelt kann er so sicher auch zum Kochen bringen! Frisurtechnisch kann er sich vielleicht vom Söder beraten lassen…