SPON-Schmarrn

Irreführende Überschrift! Ansonsten wird hier ja über Spiegel-Online nur geschimpft. Aber heute mal Lob: das dort neulich erschienene Kaiserschmarrn-Rezept ist ganz vorzüglich, Cohu-Prädikat, sehr zu empfehlen. Auf  Stroh-Rum-Flambierung haben wir allerdings verzichtet, nachdem mir heut morgen schon vor dem Frühstück im Tengelmann beim Kaffee-Kaufen ein Alki den Appetit verdorben hat (Metaxa trifft auf empfindliche Morgen-Nase…).
P.S. Zum Kaiserschmarrn wird ausschließlich Apfelmus gereicht. Cohu empfiehlt die Sorte "Linkenheil – das andere Apfelmus", nicht nur wegen des leicht politischen Namens ("Ein anderes Apfelmus ist möglich!" möchte man in Attac-Manier rufen) sondern auch wegen des vorzüglichen Geschmacks.
P.P.S: Die Bemerkung über dem Rezept "Für Haushalte ohne Salamander" bezieht sich nicht auf Schwanzlurche, erinnert mich aber daran, dass ich schon immer ein Axolotl haben wollte. Vielleicht eine alternative Aquariums-Besatzidee?

(Bild: Wikimedia Commons)

Mischwesen

In Großbritannien tobt die Debatte über die Herstellung von Hybriden (nicht Autos, sondern Mensch-Tier-Embryonen). Die Regierung ist auf dem Weg zu einem Verbot, die Forscher protestieren. Eine Gegnerin meint: "worldwide there is more opposition than support for the creation of such entities." Aber moment mal! Die USA lassen sich, was Hybridforschung angeht, nicht lumpen. Mit – wie Cohu meint – phänomenalen Ergebnissen!

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Ostern fällt aus,

…und schuld sind die Kommunisten. Wirklich!

Besatz

Ich bin ja immer noch auf der Suche nach dem perfekten Aquarienfisch. Der da oder der da?
Oder gleich (obacht, Zartbesaitete!) der da?

(Bild: Wikimedia Commons)

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Grün oder tot

Das Planet Green Game ist was für pedantische Treehugger, denen ein penetranter Hippiesoundtrack nichts ausmacht und die glauben, dass es gegen Klimawandel was hilft, ungiftige Haushaltsreiniger zu verwendenden, sowie (besonders lustiger Tipp, wie ich finde) Geschirrspüler nur nachts laufen zu lassen, wenn die Stromnachfrage gering ist. Wer Starbucks  schon vorher nicht mochte (sei es aufgrund von Antiamerikanismus oder aufgrund einer Vorliebe für Kaffee, der nach Kaffee und nicht nach mehliger Zuckermilch schmeckt), kann seinen Hass hier noch vertiefen.
Ein Spielchen mit Cohu-Prädikat hingegen findet sich hier: töte Dich selbst innerhalb von fünf Minuten mit allem, was dir im Großraumbüro in die Hände kommt, um dem nächsten Meeting des Schreckens zu entgehen. Destruktion hat schon immer mehr Spaß gemacht als Konstruktion. Gilt natürlich nur für Flashgames!

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Decline of a Nation: Schluss mit Lustig!

Eine walisische Baufirma hat ihren Bauarbeitern verboten, hinter Frauen herzupfeifen.  Etwas ernüchternd allerdings, dass als Grund für diese m.E. ziemlich selbstverständliche Verhaltensregel Folgendes angegeben wird:

“The reality is that nowadays more and more women visit our sites looking for a new house because many are in a position to afford to buy on their own,” said Mr Goad. It all points to the fact that we need to look after our female visitors. (BBC News)

Frauen ohne Geld darf man also zumindest theoretisch auch weiterhin belästigen (daher auch der Ausdruck “billige Schlampe”, oder hat man jemals von einer wohlhabenden Schlampe gehört? Ausnahmen bestätigen wie so oft die Regel).
Fraglich ist auch, wie man das langfristig durchsetzen will.  Ein typisch britischer Ansatz wäre es, sprechende Überwachungskameras einzusetzen (“He, du Maueraffe, noch ein Laut und ich hol Dich vom Gerüst!”).

Traumhaft

Etwa ein- bis zweimal im Jahr bekommt Cohu Besuch von einem Nachtmahr. Der Nachtmahr hat, wie man schon auf nebenstehendem Gemälde sieht, die Angewohnheit, sich auf blonde Damen zu hocken, wenn diese auf dem Rücken schlafen, und sie überaus zu ängstigen. Die vom Nachtmahr besuchte Dame ist wach, kann sich durch Einwirkung des Mahrs überhaupt nicht mehr bewegen, nicht mal die Augen aufmachen, sie ist sich dessen jedoch (im Gegensatz zum normalen Schlafzustand) auch bewusst. Natürlich nur für allerhöchstens ein paar Minütchen, aber: Traumzeit hat ja mit der realen Zeit nichts zu tun, wie jeder Träumer weiß! Wenn man Pech hat, träumt man in diesem bedauernswerten Zustand auch noch weiter, hört also z.B. das Telefon klingeln, Klopfen an der Tür, Schritte, oder (das bleibt Cohu gottseidank erspart) sieht sogar seltsame Gestalten, die einen eventuell sogar "anfassen" (hier eine gruselige Beschreibung). Oder man wird gleich von Aliens entführt.
Nein, es ist noch nicht soweit, dass ich an überirdische Wesen glaube. Natürlich gibt es auch hierfür eine wissenschaftliche Erklärung: es handelt sich um eine hypnopompe Schlafparalyse, wie sie bei vielen Menschen vorkommt, und auch anscheinend in über alle Kulturen hinweg. Erstaunlich finde ich dann auch die Bemerkung des Observer:

Sleep paralysis is perhaps one of the last closet conditions. Few admit they have it, for fear of being labelled mentally ill or scaring off potential friends and lovers. (Observer)

Darauf lass ichs jetzt mal ankommen. Also praktisch schon wieder ein Outing!

Bild: Heinrich Füssli, "Der Nachtmahr" (1781). Das Gemälde existiert in mehreren Versionen, eine davon hängt glaube ich in der Neuen Pinakothek, oder im Lenbachhaus?

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Substance abuse und: Praecox oder Boeseman?

Falls sich jemand über die herabgesetzte Postfrequenz wundert: Cohu wird grade zerrieben zwischen 1. einer Seminararbeit (hoffentlich meiner letzten) und 2. den Ansprüchen der modernen Aquaristik.
ad 1.: Ich weiß nicht, warum ich dieses Fach studiere. Ich habe diesen Text gefunden. Ihn am nächsten Tag nochmal gelesen. Ihn nach dem Mittagessen nochmal angeschaut. Dann: nochmal genauer inspiziert, mit Hilfe einer  Tafel "Rausch Nouméa Edel-Vollmilch Plantagenschokolade aus Neuguinea Edel-Kakao". Was ich bis jetzt verstanden habe: es gibt mindestens sechs Sachen, die man unter "Substanz" verstehen kann. Grob gesagt, "Substanzen" sind irgendso Dinger (es sei denn, man versteht was anderes drunter). Zu mehr hat es von meiner Seite aus leider nicht gereicht. Dysmetaphysie, eindeutig.
ad 2.: Als Cohu ihr erstes Aquarium bekam, kaufte man sich üblicherweise ein 40cm-Becken, warf ein wenig Rollsplit, Wasserpest und fünfzehn Goldfische hinein, füllte mit Leitungswasser auf und gut wars. Menschen mit Filter oder (Wunder der Technik!) Ausströmerstein waren Profis der Aquaristik. Heutzutage schaut’s da ein bisserl anders aus. Lange Zeit war fraglich, ob ich nach heutigen Standards in meinem alten (immerhin 200-Liter)-Becken, das in den vierten Stock zu tragen wir gestern die Freude hatten, überhaupt irgendwelche Fische außer die ungeziefermäßigen lebendgebärenden Zahnkarpfen halten kann. Immer wieder erstaunlich auch, dass in zahlreichen Aquaristikforen Filtertuning (ne, echt!) und sonstige technische Fragen wesentlich regeren Anklang finden als Nebensächlichkeiten wie etwa die, äh, wie hießen sie? Fische. Aber da muss ich jetzt durch! Der momentane Favorit ist ein Ährenfisch mit dem schönen Namen Melanotaenia praecox, bzw. treffender: Diamant-Regenbogenfisch, oder aber: M. boesemani (Harlekin-Regenbogenfisch, siehe Abbildung). Ist er nicht ein Prachtkerl? Falls hier jemand seinen Möchtegernzynismus ausleben möchte: essen könnte man sie vermutlich schon, wäre aber ein sehr teures Vergnügen. Ihr entschuldigt, ich muss weiter die Kalkränder aus dem Alt-Aquarium kratzen.

(Bild: Eileen Kortright, Wikimedia Commons)

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Regelmäßig Rabeneltern

Die Feinheiten, wie "wieder hat eine Mutter ihr Kind umgebracht" und die vielleicht etwas voreilige Überschrift "Kindsmord" übersehe ich jetzt mal – wie sind ja bei Spiegel Online, und nicht bei einer ernsthaften Onlinepublikation. Aber der letzte Absatz ist dann doch (abgesehen vom unschönen Inhalt) ein Brüller:

"…der gewaltsame Tod von Kindern durch einen Elternteil (…) ist in Deutschland keine Ausnahme. Im Februar brachte eine 33-Jährige aus Esslingen bei Stuttgart ihre beiden acht und zwölf Jahre alten Söhne um. (…) Im Mai 2005 erstickte ein psychisch kranker Vater in Nordrhein-Westfalen seine ein und fünf Jahre alten Kinder."

Hm. Tötung durch die Eltern ist bei den ca. 12 Millionen in Deutschland lebenden Kindern also die Regel? Ich frag mich, was nach diesen Standards überhaupt noch eine Ausnahme ist. Ein SPON-Artikel ohne Tippfehler und/oder Busenbildstrecke?