Meine Suppe ess ich (nicht)!

Wer schon immer mal eine blaue Suppe essen wollte (vielleicht aufgrund der Inspiration durch Bridget Jones) findet hier ein Rezept dafür. Ganz ohne Lebensmittelfarbe (oder gar Fäden), dafür aber auch noch kalt. Das Geheimnis sind blaue Kartoffeln. Mag sein, dass das die "Ur-Kartoffeln aus den Anden" sind, aber Fortschritt hat auch im Bereich der Gemüsezucht seinen Sinn. Eine ähnlich unschöne Lilafärbung von Suppen und Eintöpfen erreicht man übrigens durch sog. "Urmöhren", die auch ansonsten kein Cohu-Prädikat verdienen (holzig!).
Suppentechnisch sehr zu empfehlen ist hingegen der Hallertauer Hopfenspargel, eine Gourmet-Spezialität, die Cohu am Ostersonntag in gar köstlicher Suppen-Form aufgetischt wurde. Wie Spargel schmecken diese Hopfensprossen, nur aromatischer, ein wenig nussig, köstlich (wenn auch farblich nicht sehr ansprechend, da zwischen Leichengrau und Rentnerbeige changierend). Einziger Nachteil: nach dem Genuss der Suppe wird man schlagartig müde. Evt. aber eine Lösung für Kinder mit ADHS – zwei Fliegen mit einer Klappe, gesunde Ernährung und Ruhigstellung. Cohu lässt sich das mal patentieren und plant, Zappelin Konkurrenz zu machen.

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Schall und Rauch

Manche Namen geraten ja schnell aus der Mode: da können ein paar Jahre doch einen ganz erstaunlichen Unterschied machen.
Ein preiswertes, aber immer wieder amüsantes Vergnügen für die Münchner unter Euch: geht mal in den Rathaus-Innenhof und schaut Euch dort die Aushänge an. Da steht unter anderem eine lange Auflistung der Namen, die Eltern ihren Kindern gegeben haben: ein Jean-Jacques Rammerl oder eine Kleopatra Rampfmoser würden auf diesem Schwarzen Brett, glaub ich, gar nicht weiter auffallen…ansonsten ist der Schwall an "Annas", "Leas", Lenas", "Lucas", "Leons" und "Finns" etwas deprimierend. Dann doch lieber "Aurelian Elvis", insbesondere, wenn man für den Burschen eine politische Karriere plant!

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Kundenwunsch

Cohu  ist sich ja (trotz ihrer Grandiosität) nicht zu schade, hin und wieder auf Leserwünsche einzugehen. In den letzten Tagen enthielten meine Google-Keywords sehr oft die Begriffe "Nackte Osterhasen." Nacktere Karnickel hab ich leider nicht gefunden. Zählt das?
P.S.: Sorry, bei "gammelfleisch klingelton" kann ich nicht weiterhelfen.
P.P.S: "ratten müllcontainer"? Ja, hier!

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Master of Disaster

"In Privathaushalten fehlen Notvorräte"? Nicht so bei Cohu. Allein meine Ostereiersammlung reicht – kurz mal Kalorien überschlagen – schätzungsweise für an die drei Tage. Und da würd ich sogar noch zunehmen. Das von den Katastrophenschützern empfohlene Besteck (!) braucht man dafür nicht. Wasser – und bald auch noch köstliche, beschuppte Proteinhappen – hab ich ja an die 200 Liter in meinem Aquarium. Und mein Radio läuft schon immer mit Batterien, aus reiner Bosheit, weil ich die Umwelt zerstören will.
Übrigens coole Sache in dem Zusammenhang, dass Batterien, die im Weltraum betrieben werden sollen oder wesentlichen Sicherheitsinteressen der Mitgliedsstaaten dienen, von der EU-Direktive 2006/66/EC betreffend Batterien und Akkumulatoren explizit ausgenommen sind. Katastrophenschutz ist doch wohl ein wesentliches Sicherheitsinteresse, oder? Boah, dann geh ich jetzt für mein apokalyptisches Rundfunkempfangsgerät sofort total der DIN-Norm und allen Umweltschutzvorschriften widersprechende Akkus kaufen (Quecksilber-Blei-Akkus, wär das was?). Oder gleich ein Atom-Radio?

(Bild: Iron Bishop/Wikimedia Commons)
 

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Ein Aphorismus (muss auch mal sein)

Wenn Rose Pop ist, dann ist Cohu Deutschlandfunk.

Nimm und Lies

So, nun hat Cohu auch mal eine Bloglesung miterlebt! Fand das, auch wenn es mit dem Anfang etwas dauerte, sehr amüsant. Meine persönlichen Favoriten: MC Winkels und Dr.Sno*s jeweilige Biesel-Geschichten! Die House-Party-Story von Nilzenburger kannte ich leider schon, aber der Vortrag war einmalig. Von Herrn Libbertz war ich positiv überrascht, da ich schon Hardcore-Porno befürchtet hatte, war aber dann doch wirklich ganz nett, auch hat er eine sehr schöne Stimme. Frau Rose bestärkte mich immerhin in der Überzeugung, dass Alkoholabstinenz (der bin ich ja jetzt schon seit längerem ausgeliefert) vielleicht gar nicht das Allerschlechteste ist manchmal, was mich ein wenig darüber hinwegtröstete, dass es im Privée nur Pepsicola (örks) und kein alkfreies Bier gab. Aber am besten natürlich: habe endlich mal Felix kennengelernt und ihm den Unterschied zwischen Schlafzimmer und "Schlafzimmer" erklärt und natürlich auch den Dr., der mir im Rahmen einer Carbon-Offsetting-Strategie gleich versprach, für mein Kommen zur Lesung einen Olivenbaum im (italienischen) Garten seiner Eltern zu pflanzen. Sage ihm jetzt nur niemand, dass ich zu Fuß da war!

Abendgestaltung

Cohu (Erkennungszeichen Computadora-T-Shirt) und die IT (Erkennungszeichen: Begleiterin mit Computadora-T-Shirt) gehen heute abend zur Bloglesung. Wir sehen uns!

Muss am Haaransatz liegen.

Decline of a Nation: Konsumkritik

Die britische Kampagne "Buy Less Crap" ruft  – auf den ersten Blick – dazu auf, sich von der Annahme zu verabschieden (Zitat) "…dass Shopping eine vernünftige Antwort auf menschliches Leid ist" (eine Ansicht, die ja leider von so vielen vertreten wird! Kaum seh ich einen Bettler, schon renn ich zu Prada, wie sonst sollte man dem armen Mann helfen?). Ausserdem möchte man zu "insgesamt weniger Konsum inspirieren."
Auf den zweiten Blick geht es dann doch um die Vermehrung von Konsum, wenn auch um den anderer Menschen: durch wohltätige Organisationen sollen Medikamente gegen AIDS, TBC und Malaria verfügbar gemacht , Information über Krankheiten wie Alzheimer, Autismus, und Diabetes an den Mann gebracht und die Hungernden der Welt mit Nahrung versorgt werden – es geht um Konsum, wenn auch natürlich den der akzeptablen Art.
Auf den dritten Blick hat es die (übergeordnete) Kampagne "Product (red)" allerdings doch wieder auf den übermäßig hedonistischen Erstwelt-Verbraucher abgesehen: I-Pods, Handys und Kreditkarten werden nämlich, rot gefärbt, an die Geldsäcke der ersten Welt vertickert, um den Armen der Dritten Welt den Konsum von retroviralen Medikamenten und Maisbrei zu ermöglichen (hier eine Übersicht). Das wirkt nett, ist aber gar nicht so gemeint, nach dem "Manifest" der (red)-Kampagne hat letztere nichts mit Charity zu tun, sondern ist "nur ein Geschäftsmodell". Und Bono steckt da auch irgendwie dahinter, hinter der "Roten Revolution".
Warum man nicht nur einfach was spenden kann, verstehe ich nicht. Vielleicht deshalb: Konsum, durch den man gleichzeitig, nach außen deutlich sichtbar, die Meinung vertritt, dass Konsum eigentlich Scheiße ist, entspricht der ultimativen postmodernen Masche, die andernorts als  "These-Antithese-Synthese" bekannt geworden ist. Analoges Beispiel: der neue Sexy-Feminismus im Gewand z.B. der Pussycat-Dolls. Arschwackeln für die Jungs, gleichzeitig darüber singen, dass Arschwackeln für die Jungs Scheiße ist, und mit dieser Kombination massig Geld verdienen: Hegelsche Dialektik in Reinform!

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Decline of a Nation: Liar, liar, pants on fire

Einer der besten Vorschläge, der mir seit langem untergekommen ist: die Blair-Regierung will "telefonische Lügendetektoren" verwenden, um amtliche Stellen vor Betrügern zu schützen, die unberechtigterweise Zuschüsse oder Steuervergünstigungen beantragen. Die Sprachanalyse-Software soll später auch in Arbeitsämtern eingesetzt werden; zur Kontrolle von auf Bewährung freien Sexualstraftätern wird schon lange der Einsatz von polygraphischen Apparaten gefordert. Steuerzahler, Arbeitslose, Sexualstraftäter – welches höchst verdächtige demographische Segment fehlt noch? Richtig: Flugreisende. Da könnte man sich ja an Russland orientieren.
Dass Lügendetektoren, so das übereinstimmende Urteil der Wissenschaft (siehe z.B. eine Untersuchung der doch recht renommierten NAS), größtenteils ein ziemlicher Schmarrn, wenig akkurat, und anfällig für false positives sind, sollte uns hierbei nicht stören. Noch billiger wären allerdings Wünschelrutentechnik, wie sie von britischen Wasserversorgern schon verwendet wird.

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