Kuschlig warm

Auch wenn mich jetzt Stilpächter und Geschmackspäpste verspotten werden: Cohu ist immer wieder froh, wenn sie vom Eppendorfer Edel-Altbau in den maxvorstädter Nachkriegs-Glasbaustein-Bunker zurückkommt, den Sie (noch) ihre Wohnstätte nennt. Hohe Decken, Stuck, Jugendstil-Türen und -Kacheln in Ehren, und auch die wunderschönen Dielenböden: in sowas ist Cohu lieber nur zu Besuch. Ich kann Zug auf den Tod nicht leiden, genausowenig wie stickige, staubige Heizungsluft – da hat man es  in einer mit Nachtspeicheröfen beheizten Wohnung schwer. Und dann überall diese Winkel und schiefen Wände! Ne, ne, dann doch lieber mein rechtwinkliger Betonkasten, mit Zentralheizung und ohne teuflische Durchlauferhitzer. Jedenfalls im Winter, im Sommer kann sogar Cohu sich für Altbauten erwärmen. [Interessant wäre es zu wissen, ob es in der Steinzeit, als die Leute gerade die ersten Holzhütten gebaut hatten, welche gab, die lieber weiter in zugigen, düsteren Höhlen wohnten, mit der Begründung: “Es hat einfach Stil!”? Vermutlich war die Begründung eher sowas wie UGGA AGA UGG!].
Egal, denjenigen, die unter ihrer zugigen Altbauwohnung leiden, empfehle ich jedenfalls (so sie denn in München wohnen), den Besuch einer Kuschelparty. Der dort vorhandene “Kuscheltrainer” schlägt Weltenweisers Tierpsychologen jedenfalls um Längen…

Nimm das mal!

Cohu wird ab jetzt immer so multiplizieren. Großer Spaß! Jetzt das Gleiche noch für Prozentrechnen, und ich bin meine latente Dyskalkulie los…

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Decline Of A Nation: Glänzend geht die Welt zugrunde

Am letzten Glanz eines untergehenden Imperiums erfreuen sich traditionsgemäß die verfeinertsten und verbildetsten Geister jeder Epoche. So auch Cohu. An besonderer Dekadenz durfte ich heute beim samstäglichen Schuhputz teilhaben, die Treter wurden nämlich mit einer ganz besonderen Essenz behandelt:
Die IT hortet – seit einem Einkauf in Oxfords ältestem Schuhgeschäft “Ducker & Son” – noch einen Vorrat der Schuhcreme der (ursprünglich australischen) Marke “Kiwi“. Schon der Name erinnert an Zeiten, als dies Vogels Heimatland Neuseeland noch Teil des British Empire und nicht nur des popeligen Commonwealth war. Die besondere Ausführung “Parade Gloss” in der Farbe “Dark Tan” (Abb. abweichend) lässt nochmals die militärische Stärke eines Weltimperiums aufblitzen, selbst wenn Cohu ihre Treter auch diese Woche nicht zu einer Parade tragen wird. Der “Parade Gloss”-Dose entsteigt ein feiner Duft, der – obwohl die Firma natürlich längst einem amerikanischen Konzern gehört – an die Stiefelkammer eines Landgestüts im Somerset erinnert, jedoch wohl auf Terpentinöl zurückzuführen ist. Die Geschmeidigkeit, Glanztiefe und Farbverteilung ist jedenfalls mit gängigen deutschen Schuhpflegeprodukten (auch z.B. Hochpreissegment wie Tapir) nicht vergleichbar. Leider ist (wohl aus Angst vor erneutem Blitzkrieg?) die Ausführung “Parade Gloss” in Deutschland nicht erhältlich.

Baustelle (unterirdisch)

Wider Erwarten war der "Webhost4Life" (Cohu berichtete) doch nur ein Webhost4aYear. Die IT hat sich brav um die Migration gekümmert und sie ohne Downtime hingekriegt. Da sieht man mal wieder: es lohnt sich, auch für die niedersten Dienste Oxbridge-Absolventen einzustellen.
Falls es doch Probleme geben sollte (insbesondere auch mit der Ladegeschwindigkeit), gebt bitte Bescheid (Kommentar oder per mail, siehe Link links).

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Zum Wochenausklang

…gibt’s hier ein schönes phonetisch phunktionierendes Doppel direkt aus dem STMWIVT (Bildauswahl habe allerdings ich besorgt):

Fahrt’s hier

 Hartz IV

(Bilder: Wikimedia Commons, Screenshot unbekannter Herkunft)

Arbeiter zu Pflugscharen

Bei der Diskussion um Investivlöhne sind die Grenzen von Cohus Verstandeskraft erreicht. Bei Beteiligung am Arbeitgeberunternehmen fällt mir zunächst mal die lustige Praxis mancher Dotcom-1.0- Startups ein, die doch tatsächlich jede noch so kleine Sekretärin dazu überredeten, ihre Bundesschatzbriefe zu verkaufen und in Unternehmensanteile der “Wuzi Consulting A.G.” umzuwandeln. In der Blase und vor der Insolvenz: sehr arbeitgeberfreundlich, sehr lohnkostensparend!
Auch ansonsten: man würde doch jedem Lohnsklaven raten, die Unternehmensanteile/Aktien, die er von seinem Arbeitgeber bekommt, schnellstmöglich abzustoßen und sein Geld sinnvoll zu investieren. Sogar mein  Beraterbank-Bankberater – der im Bezug auf Dow Jones, Dax et al. übrigens stets von “Indexen” spricht – weiß nämlich, dass die Investition von Privatvermögen in Einzelunternehmen aufgrund der fehlenden Risikostreuung vollkommener Schmarrn ist. Arbeiter zu Kapitalisten ist ein netter Slogan, aber jeder Arbeiter, der Geld auf dem Kapitalmarkt anlegt, ist ein Kapitalist, da braucht er keine fünf Thyssen-Krupp-Geburtstagsaktien im Wandschrank.
Ursprung des Ganzen ist, wenn mich mein Kommunistenlatein nicht täuscht, die Theorie,dass der Arbeiter von seiner Arbeit entfremdet wird, weil ihm die Produktionsmittel nicht gehören. Dies soll psychologisch unangenehm sein. Aber korrigiert mich gerne. Marxismus-Leninismus hatten wir in meinem humanistisch-niederbayerischen Gymnasium nur kurz in der Mittelstufe.

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