Kneipenkrise

In Uninähe haben ja in letzter Zeit diverse alte Kneipen und Restaurants geschlossen bzw. bis zur Unkenntlichkeit renoviert (ich sag nur Café Schneller: autsch!). Ich finde das allerdings nicht ganz so schlimm bzw. bedenklich wie manch  anderer. Jaja, das La Bohème war schon nett. Aber: das Essen war schlicht ungenießbar. Und ich bin nicht besonders anspruchsvoll. Die Engelsburg? Ja, toll, dass man so ein richtiges Wirtshaus, mit Grattlern und allem Drum und Dran, in der Nachbarschaft hat, aber – mal ehrlich – ich sitz ungern neben Hardcore-Alkoholikern, die Rothändle ohne Filter rauchen und einen dazu passenden rasselnden Husten haben, auch, wenn sie ein großartiges Münchnerisch reden und Mutterwitz haben und Karteln und drollige Sachen wie Eier im Glas und saures Lüngerl essen. Sorry. Es gibt schon Gründe, warum Lokale schließen. Wenns nach mir ginge, dürften auch noch ein paar andere Lokale schließen bzw. neue Pächter bekommen, so z.B. der Simpl (eigentlich meine Lieblingskneipe!), wo man inzwischen zu zweit keinen Dreiertisch mehr besetzen darf und mit ungenießbaren Sachen zu überteuerten Preisen abgespeist wird (bester Kommentar zu Nudeln, die offensichtlich viel zu lange in der Mikro und steinhart waren: "Das servieren wir aber immer so!").
Was diese ganzen neuen Lokale angeht: klar, das Riviera schaut schrecklich aus, genauso wie dieses g’schleckte neue Bistro Adalbert Ecke Ludwig. Geht gar nicht. Cream und Café Schneller sind die abschreckenden Beispiele der Amalienstraße. Aber irgendwann wird auch mal ein schönes Lokal aufmachen an der Uni, und vielleicht auch mal ein neuer Kiosk, an dem man Leberkassemmeln kaufen kann bis tief in die Nacht. Vertrauen wir auch diesmal wieder auf den freien Markt!
(Mir fällt jetzt nur ein Beispiel ein, das wirklich Mut macht in Uni-Nähe: Henkelmann in der Amalien, ein großartiger Imbiss, Ihr werdet einmal dort essen und nie wieder wo anders! Wie bei meiner verstorbenen böhmischen Großmutter!)
Und wenn es schon so lokalpatriotisch à la "Mein Viertel" zugehen muss: das Viertel heißt Maxvorstadt. Bitte.

4 Responses to “Kneipenkrise”

  1. Tobi Says:

    Maxvorstadt! Kann ich nur unterschreiben… – Ich war zwar nur ein paar Mal im La Bohème (einmal glaub ich sogar mit Dir), aber mir hats da auch nicht besonders gefallen. – Und bezüglich der Wirtshäuser: Jeder Laden, in dem man nach dem Besuch so nach Kippen, Bierdunst & Bratfett stinkt, wie wenn man seit 4 Wochen ungeduscht unter der Reichenbachbrücke nächtigen würde, ist meiner Meinung nach inakzeptabel. Daß es auch anders geht, zeigen Wirtshäuser wie etwa der Dürnbräu.Und: Wieso findet eigentlich niemand süßen kleinen Säufer-Treffs (Stehausschank "Bei Otto" – mit Hartz4-Special vor 17:00 Uhr) total kultig, voll erhaltenswert, und supi-authentisch?

  2. ursi Says:

    conzi, schlechte nachrichten: henkelmann ist zu! da ist jetzt entweder der kleine koreaner oder der döner-türke drin. den kleinen ösi gibts nimmer. ich hätte fragen sollen, ob ich das bild vom arnold schwarzenegger als mr. universium hätt mitnehmen dürfen. das ist aber schon länger so – leider. oder ist der etwa nur umgezogen? im moment schauts ned guad aus – in deinem viertel, deinem haus, deinem block. aber es wird schon wieder was neues kommen 😉

  3. cohu Says:

    das ist ja schrecklich, dass der henkelmann zugemacht hat! ich hatte es noch gar nicht gesehen, danke, ursi. trotzdem muss ich maxvorstadttechnisch sagen: zumindest bei mir oben am massmannbergl schaugts nicht sooo schlecht aus. mao und bar triana, beides schleißheimer, das genügt mir und da brauch ich gar nicht bis zur uni latschen…und die schönen von tobus beschriebenen stüberl hats hier auch massig, um nur einige zu nennen: "Du & I", "Needy’s", "Zum Strawanzer", und natürlich das sagenumwobene "Hess-Stüberl"… "supi-authentisch", indeed.

  4. cohu Says:

    das ist ja schrecklich, dass der henkelmann zugemacht hat! ich hatte es noch gar nicht gesehen, danke, ursi. trotzdem muss ich maxvorstadttechnisch sagen: zumindest bei mir oben am massmannbergl schaugts nicht sooo schlecht aus. mao und bar triana, beides schleißheimer, das genügt mir und da brauch ich gar nicht bis zur uni latschen…und die schönen von tobus beschriebenen stüberl hats hier auch massig, um nur einige zu nennen: "Du & I", "Needy’s", "Zum Strawanzer", und natürlich das sagenumwobene "Hess-Stüberl"… "supi-authentisch", indeed.


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