Da kommt was auf uns zu.

  • …ein Indiz für den Untergang des Abendlandes
  • …so schmerzhaft wie eine Wurzelbehandlung bei gleichzeitiger Beschallung mit Roland Kaiser
  • …einen traurigen Beweis für die Verlorenheit der Jugend und die Sinnlosigkeit des Lebens
  • …was sind Ballerina-Schuhe?
  • …entschuldigen Sie, was ist denn ein “Dürndl”?
  • …ganz O.K., wenn man Leggins dazu trägt

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Im englischen nennt man das wohl “mixed signals”


Regelrecht deprimierend finde ich jedoch diese Konstellation:

(fotografiert an unserer schönen Fernwärme-Baustelle, Schelling Ecke Türkenstr.)

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Decline of a Nation: Tax me Not!

Einige britische Konservative regen momentan an, die Erbschaftssteuer abzuschaffen. Ein – aus Tory-Sicht – verständliches Anliegen, nur: die Begründung scheint mir in einem Punkt etwas schwach: die Steuer sei "not a popular tax."
Wenn Großbritannien nach diesem Kriterium vorgeht, dürfte auch dort bald das Steuerlevel der Vereinigten Arabischen Emirate erreicht sein.

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Spül des Lebens

Ich kenne kein Gerät, das den Kontrast zwischen den Tiefen menschlicher Körperlichkeit und den Höhen humaner Geistestätigkeit, also den grundlegenden Dualismus unseres Wesens, unser Geworfensein in die Leere zwischen Geist und Materie, ja, man könnte sagen, das im Menschen vereinte Göttliche und Tierische, oder: den Widerstreit zwischem Konkretem und Abstraktem, derart treffend illustriert wie der Otohime-Geräuscherzeuger der japanischen Firma Toto. Bei Betätigung des Bewegungsmelders (rechts oben) ertönt aus dem Kästchen der Klang einer spülenden Toilette, und auch auf dem WC bleibt so zumindest oberflächlich die Illusion gewahrt, der Mensch sei ein reines Geistwesen.

(Bild: Wikimedia Commons. Hinter diesem Link versteckt sich übrigens auch die Antwort auf die Frage, wozu um alles in der Welt man den Otohime-Geräuscherzeuger brauchen könnte)

Sorry!

 Eva bei A. Dürer (via Wikimedia Commons)

Es ist offensichtlich: wir nähern uns dem Weltfrieden. Überall ist zur Zeit die Tendenz zu spüren, sich für die absurdesten Dinge zu entschuldigen. Die Nachfahren eines ehemals kannibalischen Papua-Stammes auf Neu-Guinea entschuldigten sich dafür, vier Missionare von der Insel Fidschi getötet und vor allem gegessen zu haben. Und der Dänische Kulturminister bekundete anlässlich eines Dublin-Besuchs sein Bedauern für die Vikinger-Überfälle auf Irland.  Erstaunlich: die Vorkommnisse liegen 137 bzw. an die 1200 Jahre zurück! Aber wenn man wirklich dauerhaften Frieden auf Erden schaffen will, muss man auch ganz vorne anfangen (sonst heißt es ja immer wieder "…aber du hast doch angefangen!").
Ich erwarte demnächst eine Entschuldigung der Römer für die Eroberung Raetiens (vor ca. 2000 Jahren). Als letzter Schritt ist eigentlich dann nur noch eine Entschuldigung aller Frauen für den Fehltritt Evas (s. Abb.) denkbar. Auf ein sorry von der Schlange können wir wohl allerdings lange warten.

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Die Hölle der Coffeeshops und: Fleisch mit Botschaft

Eine große Freude ist es immer wieder, wenn die New York Times voller Ernsthaftigkeit, ohne jegliche Prätention oder Ironie, über "neueste Entwicklungen" der Populärkultur auslässt. (Ein ähnliches Phänomen ist zu beobachten, wenn deutsche Medien über das Internet berichten (Second Life, Bloggen) – zum Kugeln!).

Lasciate ogni speranza, voi ch’entrate!
(Bild:Onar Vikingstad/ Wikimedia Commons)

Aber zurück zur NYT. In letzter Zeit gab es da zunächst mal das Op-Ed des Literaturwissenschaftlers Stanley Fish zum Thema "Wie man heute Kaffee trinkt" – Fish berichtet von einer erstaunlichen neuen Entwicklung in den U.S.A., die man so nicht für möglich gehalten hätte. Laut Fish ist es heutzutage nicht mehr üblich, einen einfachen "Kaffee" zu bestellen, nein, da hat sich eine Kette von sog. Coffee-Shops ausgebreitet (der Name "Starbucks" dürfte den trendigsten Settern unter Cohu’s Lesern vielleicht ein Begriff sein). Der ellenlange Artikel über die Schwierigkeiten, in die einen diese neuen, verwirrenden Etablissements bringen, lässt einen ernsthaft daran zweifeln, ob Herr Fish so weltgewandt ist, wie er sich – durch das Verfassen eines volksverbundenen Artikels über ein derart bodenständiges Thema und die Betonung der Tatsache, dass er in der Zeitung natürlich erstmal die "Sports Page" aufschlägt – gerne präsentieren würde:

"It turns out to be hard. First you have to get in line, and you may have one or two people in front of you who are ordering a drink with more parts than an internal combustion engine, something about “double shot,” “skinny,” “breve,” “grande,” “au lait” and a lot of other words that never pass my lips. (…)
But then your real problems begin when you turn, holding your prize, and make your way to where the accessories — things you put in, on and around your coffee — are to be found. There is a staggering array of them, and the order of their placement seems random in relation to the order of your needs. There is no “right” place to start, so you lunge after one thing and then after another with awkward reaches." (NYT via "Behind the Times")

Sic, möchte man rufen, transit gloria mundi – nicht mal der doch bekanntermaßen besonders erdverbundene Stand der Literaturprofessoren findet sich mehr in der Welt zurecht! Was soll dann erst ein normaler Mensch machen? Zum Teetrinken übergehen? Noch überraschender ist das alles, wenn man bedenkt, dass der erste Starbucks immerhin von einem Englisch-, einem Geschichtslehrer und einem Schriftsteller gegründet wurde… (Slate rief Fish’s Kommentar übrigens zum "worst op-ed ever written" aus).

Wenn’s schee macht…

Gut, aber noch etwas absurder wird es bei diesem Artikel im "Fashion & Style"-Teil vom 9. August. Unter den Single-Frauen New Yorks ist es der neueste Trend, beim Date keinen Salat, sondern ein Stück Fleisch zu bestellen. Über eine dieser wagemutigen Damen wird berichtet:

Red meat sent a message that she was “unpretentious and down to earth and unneurotic,” she said, “that I’m not obsessed with my weight even though I’m thin, and I don’t have any food issues.” She added, “In terms of the burgers, it said I’m a cheap date, low maintenance.”
Salad, it seems, is out. Gusto, medium rare, is in. (NYT)

Ein Restaurantbetreiber meint gar: “I’ve been shocked at the number of women actually ordering steak." Damit, könnte man meinen, ist alles zum Thema gesagt. Aber die NYT besteht auch bei solchen Themen auf ihren hohen Qualitäts- und Recherchestandards und nimmt ihren investigativen Auftrag ernst. Leider hat sich wohl kein Harvard- oder Princeton-Kulturphilosoph gefunden, der einen Kommentar dazu hätte schreiben können. Folglich werden zum Thema "Frauen, die Steaks essen"  sage und schreibe sechs Personen interviewt, die den heißen Trend – wie könnte es anders sein – vehement bestätigen.

Cohu hofft inständig, dass dieser Trend – was sage ich, diese Bewegung – nach Europa schwappt und sich bald auch auf Nicht-Single-Frauen überträgt. Auch ich will meiner Umwelt nämlich hin und wieder durch das Bestellen eines saftigen Cheeseburgers tatkräftig beweisen können, dass ich nicht neurotisch bin und keinesfalls food issues habe. Ja, in gewissem Sinne bin ich da dem Trend sogar voraus. Eigentlich hab ich überhaupt noch nie Salat bestellt, und zum Essen gehört ein Bier dazu. Könnte es sein, dass diese Idee der normal essenden Frau eigentlich gar nicht aus der Weltmetropole NY, sondern aus der niederbayrischen Provinz stammt? Vielleicht sollte sich da mal der Leyendecker dahinterklemmen, hinter dieses spannende Thema…

Auf vielfachen Wunsch:

Nun endlich mal ein Dodo auf Cohu’s Blog. Und zwar auf einer Bierdose der Marke "Bourbon", die ein geheimer Informant von der Insel Réunion mitgebracht hat.

Anscheinend handelt es sich dabei um das "Nationalbier" der Réunionesen, wie man hier nachlesen kann (wenn man Französisch kann. Ich glaube zumindest, dass irgendsowas in die Richtung dort steht). Besser bekannt ist das Gebräu schlicht unter dem Namen "La Dodo." Nicht zu erkennen ist leider ein am unteren Rand der Dose abgedrucktes (durchgestrichenes) Piktogramm, das eine sichtlich schwangere, durstig eine Dose leerende Dame darstellt. Man kann hoffen, dass niemand dieses Bild in dem Sinne interpretiert, dass "La Dodo" als wirkungsvolles aber schmackhaftes Kontrazeptivum anzuwenden ist.
Der Raphus cucullatus scheint mir übrigens besonders geeignet dazu, für Bier zu werben (besser als etwa ein Auerhahn oder gar ein Löwe): versetzt dieses Getränk doch ab der zweiten, dritten Dose die meisten Menschen in einen Geisteszustand, der dem eines Dodos nicht unähnlich sein dürfte ("Hui, da sind Menschen! Haha, die sind aber nett. Heute sind überhaupt alle Leute so nett. Ich plaudere mal mit ihnen. Hihi, lustige Keulen haben die dabei….").
Verschweigen sollte die Brauerei allerdings, dass die Dronte gerade aufgrund dieses etwas naiven Charakters schon 1681 ausgerottet wurde.

Sieben dringend notwendige Verbesserungen am menschlichen Körper

1. Bessere Polsterung an den Ellbogen, insbesondere über dem Mäuschen.
2. Optimierte Logistik im Rachenraum. Kann doch nicht ernsthaft sein, dass alles, was man schluckt, zunächst mal über die Luftröhre befördert werden muss!
3. Abschaffung des kleinen Zehs. Nach dem Ellenbogen-Anhauen ist der Zehenrempler an Stühlen und Türrahmen das gefürchtetste Unheil der Neuzeit.
4. Haar-Wuchs-Stopp. Haare sollten bei einer angemessenen Länge aufhören zu wachsen. So wie bei anderen Tieren auch. Friseure könnten dann ja immer noch Strähnchen machen.
5. Eine zusammengewachsene Wirbelsäule, meinetwegen aus Knorpel. Diese einzelnen Wirbel? Gut gemeint, aber schlecht gemacht. Hexenschuss und Bandscheibenvorfall lassen grüßen.
6. Kleine Hörner an den Schultern. Von Cohu’s Schwester stammt diese Verbesserung, die uns vor dem ständigen Herabrutschen von Hand- und Einkaufstaschen von den Schultern bewahren würde.
7. Reißverschluss am Bauch. Männliche wie weibliche Fortpflanzungsorgansysteme sind in vielen Bereichen deutlich verbesserungswürdig. Ich erwähne hier nur einen besonders störenden Punkt. Die vaginale Geburt ist überholt und sollte mithilfe eines formschönen Reißverschlusses auf Nabelhöhe ersetzt werden.

Decline of a Nation: Bean me up

Großbritannien – Cohu berichtete – ist schon seit einigen Jahren auf dem Weg, den kulinarischen Olymp zu besteigen bzw. – jetzt, wo das Empire verloren ist – zumindest zur geschmacklichen Weltmacht zu werden. Heute die Meldung, die den absoluten Gourmet-Gipfel wieder ein großes Stück näher bringt: die Dosenfutter-Firma Heinz ("57 Varieties") wird im Oktober ein revolutionäres Produkt auf den britischen Markt bringen. Baked Beans werden dann in Plastikbechern zum Aufwärmen in der Mikrowelle in den Geschäften des Vereinigten Königreichs feilgeboten, zu schlappen 2 Euro 20 das 4-Becher-Gebinde (1,49£).
Der gebackene Phaseolus an sich ist ja schon ein – für den Außenstehenden offensichtlich – von Grenzdebilen ersonnenes Gebräu aus verkochten weißen Hülsenfrüchten, Zucker und Tomatenmark. Aber den Briten ist es nicht verrückt genug, dieses Zeug allen Ernstes mit Würstchen kunstdarmverhülltem Separatorenfleisch zum Frühstück zu servieren. Nicht mal die Abfüllung des süß-salzigen Breis in Dosen und der (bei Studenten beliebte) kalte Verzehr direkt aus letzteren kann ihren Bedarf nach magenumdrehender Wahnsinnspampe befriedigen. Nein, jetzt muss es das Zeug auch noch als 5-Minuten-, äh, 1-Minuten-Terrine geben, damit man danach nicht abzuspülen braucht (was, zugegebenermaßen, bei der tapetenkleisterartigen Konsistenz von Dosenbohnen sehr unangenehm ist).
Cohu hat sich – den nächsten logischen Schritt konsequent vorausdenkend – in Zusammenarbeit mit der Firma Heinz bereits eine Zubereitungsweise des Hülsenfrucht-Schleims patentieren lassen, bei der die Mischung in einem Fläschchen direkt mit Maul-Spender abgefüllt wird (siehe Abb.). Dreißig Sekunden in die Mikrowelle, dreimal kräftig pumpen, genießen. Nächstes Jahr kommt mein "Pump-A-Bean" auf den GB-Markt – auf dass die stolze Nation dank Löffelverzicht noch mehr Zeit bei der Essenszubereitung sparen und die restliche EU endgültig wirtschaftlich abhängen kann.
Lasst mich schließen mit den Worten Jeffersons:

The sun of Great Britain’s glory is fast descending to the horizon. Her philosophy has crossed the Channel, her freedom the Atlantic, and herself seems passing to that awful dissolution, whose issue is not given human foresight to scan.

Cohu’s wöchentlicher Shopping-Tipp

Bei Dehner am Viktualienmarkt gibt es: Mausbabys, tiefgekühlt, und zwar in praktischen Portionsbeuteln. Da kommt man sich beim dem Einkauf von (im gleichen Schrank gelagerten) TK-Insektenlarven ja noch relativ normal vor.

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