The Decline of a Nation (2)

Der Engländer hat es bekanntlich nicht nur mit dem stilvollen Trinken, sondern auch mit ausgesuchten kulinarischen Offenbarungen. Nun ist eine große Debatte darüber entbrannt, ob die durchgehend frittierten, panierten Produkte von "Bernard Matthews" tatsächlich für die Verköstigung von Kindern geeignet sind. Insbesondere die "Turkey Twizzlers" (siehe Abb.) haben dank der Intervention Jamie Oliviers inzwischen einen zweifelhaften Ruf. Nur ein Engländer kann wohl verstehen, dass der Hersteller diese exkrementähnlichen Dinger damit verteidigt, sie seien ja zumindest nicht ungesünder als englische "pork sausages"  und damit doch eigentlich nicht so schlimm. 

Zutaten der Turkey Twizzlers:

"Turkey 34 per cent, water, pork, fat, rusk, wheat starch, salt, potassium chloride, hydrogenated veg oil, citric acid, smoke flavouring, colour E160c + E162, mustard flour, sweetener E304 E307 E330 E300."

Blargh. Äh, immerhin mehr Wasser als Fett! Man beachte auch folgendes Bernard-Matthews-Produkt:

"Turkey 2004 is a tempting and topical shape for children and an excellent menu option. Made from selected pieces of turkey covered in golden breadcrumbs, formed into the shape of the number 2004."

Mjam! Zu panierten Letztjahreszahlen aus Tierresten und Wasser servieren wir heute in Bierteig* ausgebackene Buchstaben aus Kartoffelschalen und Sojapulver!

*hergestellt aus naturidentischem Bieraroma, Glucosesirup, Maisstärke, kann Spuren von Bier enthalten

Allen, die nun auf den Geschack gekommen sind, lege ich James Lilek’s Gallery of Regrettable Foods ans Herz.

(Bild: rjp/wikimedia commons)

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Teufels Alternativen

Vorgeschlagen von der
taz.

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T-Com

Gestern Mittag schaltete sich mein DSL-Zugang ab. In meiner Post fand ich einen Brief der T-Com: "Kündigungsbestätigung, Auftragsnummer XYZ. Ihr DSL-Anschluss wurde am 15.3. gekündigt und wird am 21.3. abgeschaltet." Hm, tatsächlich, er war ausgeschaltet. Dies hörte sich verdächtig an, seit wann führt eine Telekomfirma Aufträge anstandslos, ohne Fehler aus? Der Fehler lag in diesem Fall sozusagen beim Kunden: ich hatte gar nicht gekündigt, abgesehen davon war ja alles glatt gelaufen.
Also rief ich an. Nach mehreren Gesprächen und ohrenkrebsverursachenden Warteschleifenminuten wurde mir bestätigt: "Ich habe das jetzt in den Server eingetragen, spätestens morgen müsste es funktionieren." Heute morgen. Wie erwartet ist DSL noch nicht wieder eingeschaltet. Erneute Gespräche: "Ich habe das jetzt in den Server eingetragen, spätestens morgen müsste es funktionieren." – "Äh, ihr Kollege hatte mir gestern das Gleiche gesagt…" – "Der hat nichts eingetragen, das würde ich ja sehen…". Ich frage mich, ob in diesen Callcentern überhaupt Computer stehen? Lesen die vielleicht nur aus irgendwelchen Skripten irgendwelche Antworten vor, während sie mit einer nirgends eingesteckten Maus klicken? Oder sind das überhaupt keine Menschen? Sondern nur Sprachcomputer, die Zufallsantworten geben?

Na warte – morgen mach ich den Turingtest.

 

Wieder ein Seniorenstudent.

Jeder Philosophiestudent schätzt sie: ältere, "jung gebliebene" Kommilitonen,
die die Diskussion im Philosophischen Seminar vom Kopf auf die Füße stellen
("Machen wir das Seminar doch gleich um acht! Früh aufstehen ist gesund, und ich
kann nicht so lang schlafen."), endlich mal Praxisbezug reinbringen ("Ich bin
Naturwissenschaftler, also ich habe 40 Jahre als Bauingenieur gearbeitet, und
meine Meinung zur Entstehung des Universums ist…") und mit ihrer
Lebenserfahrung die Debatte bereichern ("Also von wegen zoon politikon, es gibt
durchaus Menschen, und das sage ich aus Erfahrung, die total unpolitisch
sind!").

Die Hochschule für Philosophie bekommt nun auch
Seniorenunterstützung.

Sex Ed



"If adolescents only had sex in monogamous, married relationships, by
definition there would be no STDs,"

Note that STD is defined by Bush's health officials as "The ugly itchy thingy
that only unmarried, too good-looking sluts get"

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TV-Tipp

Zwei am Großen See.

"5,67 Millionen Zuschauer sahen im Februar 2004 die erste Episode dieser liebenswürdigen Heimatkomödie am malerischen Chiemsee. Uschi Glas ("Alles Glück dieser Erde") und Ruth Drexel ("Der Bulle von Tölz") spielen auch in der Fortsetzung wieder das unschlagbare Frauen-Duo. Die weiteren Rollen sind wieder prominent besetzt mit Gerd Anthoff ("Unter Verdacht") als bajuwarischer Bösewicht, Max von Thun ("High Society") als Wunderkoch und Hans Clarin ("Hochwürdens Ärger mit dem Paradies") als guter Geist im Hintergrund. Gedreht wurde rund um den Starnberger See, Chiemsee und Tegernsee. Regisseur Walter Bannert ("Gummibärchen küsst man nicht") inszenierte die Komödie nach einem Buch von Dinah Marte Golch ("Der Bulle von Tölz")."

Mei, ich kann nur immer wieder sagen: es ist so schad, dass ich meinen Fernseher weggegeben habe…

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Es gibt nichts Neues unter der Sonne

Von wegen: die Philosophie kann auch heute noch neue Themengebiete erschließen. Harry Frankfurt, Princeton, "On Bullshit":

"One of the most salient features of our culture is that there is so much bullshit. Everyone knows this. Each of us contributes his share. But we tend to take the situation for granted. (…) We have no clear understanding of what bullshit is, why there is so much of it, or what functions it serves. And we lack a conscientiously developed appreciation of what it means to us. In other words, as Harry Frankfurt writes, "we have no theory."

Frankfurt, one of the world’s most influential moral philosophers, attempts to build such a theory here. With his characteristic combination of philosophical acuity, psychological insight, and wry humor, Frankfurt proceeds by exploring how bullshit and the related concept of humbug are distinct from lying.(…)

Landet natürlich gleich auf meiner Wunschliste!

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Nazivergleich: Hardcore

Die türkische Zeitung Vakit zeigte Schily
"mal
mit Hakenkreuzbinde, mal mit Hitlerbart"
, nachdem Schily die deutsche
Verlagsdependance aufgrund islamistischer und vor allem antisemitischer
Tendenzen verboten hatte. Soweit ja sehr logisch. Gut, mögen da manche Zyniker
denken, wenn Schilys politische Wandlung einfach in die Richtung weitergeht, in
die sie bis jetzt ging, weiß man nie wo der Gute an seinem Lebensabend stehen
wird.Recht hat jedenfalls die
taz: wer fordert
denn immer Pressefreiheit in der Türkei? Na? Also.

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I advise You to spank Your monkey

…if it develops
violent
tendencies.
Even if it happens to be a symbol for a mythical monkey god.

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Kolonialenglische Köstlichkeit!

Im schönen England habe ich ja, wie berichtet, eine Vorliebe für "indisches"
Essen entwickelt. Eigentlich wäre kolonial-englisch ein besserer Ausdruck, denn
das alles gehört seit gut 100 Jahren zur englischen Küche und hat mit Indern so
gut wie nichts zu tun…zumal die europäischen "indischen" Restaurants meistens
von Pakistani betrieben werden. (Man stelle sich das vor: das ist ja so, als
ginge ich nach Amerika und machte dort ein "österreichisches" Lokal auf…)
Nun gibt es hier ja nicht diese tollen
Sainsbury's-Convenience-Mikrowellen-Curries, also habe ich über Monate in
mühevollen  Versuchsreihen mit zahlreichen (allen nicht ganz perfekten)
Kochbuch-Rezepten eine neue Version entwickelt. Hier also das perfektionierte
Rezept für

Chicken Tandoori Style
Man nehme für 2 Personen (im nichttechnischen Sinne):

2 Hühnerbrustfilets ohne Haut
1 Becher Joghurt (ideal: Andechser 3,5%)
2 Zwiebeln
1 Dose Kichererbsen

Dazu die Gewürzmischung:
3 TL Garam Masala, 1/4 TL Cayenne-Pfeffer, 11/2 TL Curry, 1 TL Cumin und 2 TL
Paprika, Salz
Na gut, man könnte natürlich auch die Tandoori-Gewürzmischung nehmen, aber
wollen wir das wirklich? Wollen wir uns die Freude nehmen lassen, jedes dieser
Gewürze einzeln für 3 Euro im Asiamarkt zu kaufen? Nein!

Nun legt schneidet man die parierten Hühnerbrustfilets an der Vorderseite (also
vorne im Sinn von "vorne am Huhn") so ein bisschen streifenförmig ein. Wenn man
nicht weiß, wo "vorne am Huhn" ist, sollte man sich mal Gedanken machen, wie
entfremdet man Stadtkind der Natur eigentlich schon ist und lieber Tofu nehmen.
Dann reibt man Filets (oderTofu) mit der Gewürzmischung ein und mariniert sie
ÜBER NACHT im Joghurt, den man idealerweise im Kühlschrank aufbewahrt.

Die Zwiebeln schneidet man – am nächsten Tag, falls man sich noch erinnern kann,
dass man gestern Chicken eingelegt hat; sollte das Einlegen länger als 72
Stunden her sein: was anderes kochen, Chicken wegschmeißen oder Nachbarn
schenken (s.u.) – also, man schneidet sie, die Zwiebeln, in feine Ringe und legt
sie auf den Boden einer Auflaufform; dann kommen die abgetropften Kichererbsen
drauf und zu guter letzt Fleisch und Joghurt. Alles soll vom köstlichen Joghurt
bedeckt sein! Ganze Landstriche soll diese köstliche Joghurtmarinade bedecken,
auf dass Friede und Wohlgefallen einkehren auf der Welt!

Dann für 30-40 Minuten in den Lehmofen bei 200°. Falls man keinen
Tandoori-Lehmofen in der Wohnung haben sollte (ich frage mich, warum man das
Rezept dann überhaupt liest!), kann man ausnahmsweise auch einen normalen Ofen
nehmen. Der wahre Feinschmecker wirft in den letzten 10 Minuten noch 2
geschälte, entkernte Tomaten (in Achtel geschnitten) dazu.

Dazu kann man dann Reis essen (oder aber Naan-Brot, aber mein Rezept dafür
schmeckt dermaßen greislig, dass ich es Euch nicht empfehle).
Warnung: Wenn Eure Vermieter oder Nachbarn "Landser"-hörende, gewalttätige
Ausländerfeinde sind, ist das Rezept aus geruchlichen Gründen nicht zu
empfehlen.