Ist das nicht volk?

Wieder mal ein Beispiel für die auch schon an anderer Stelle dokumentierte düstere Weltsicht meines Handys, das wortschatzmäßig wohl irgendwo um 1940 rum steckengeblieben ist: ich will schreiben: sublim, T9 schreibt stattdessen (1. Vorschlag!) stalin. Na dann gute Macht!

Equivokation

Neue Schuhe sind fällig und im Zuge dessen eine Begriffsklärung – Okapi:

1. Okapi, das: “ein Paarhufer aus der Familie der Giraffenartigen. In der Gestalt ähnelt es auf dem ersten Blick eher einem Pferd als einer Giraffe, zudem hat es am Hinterteil schwarz-weiße Streifen wie ein Zebra. Zur besseren Verdeutlichung der Verwandtschaftsverhältnisse ist auch die Bezeichnung Waldgiraffe verbreitet.”  (Wikipedia: Okapi)

2. Okapi, der: “Der Okapi war der erste frauenspezifische adidas-Spikeschuh überhaupt und ursprünglich mit vier austauschbaren Spikes ausgestattet. Diese neue Version kommt immer noch in schmalem Schnitt mit leicht hochgezogener Ferse und wurde durch eine komfortable – spikelose – Außensohle absolut straßentauglich gemacht.” (Frontlineshop: Okapi)

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Empfehlung von msn Music

…oder soll ich sagen “ms’n Mu’sic” ?

Feinheiten

Also ich weiß nicht, obs an diesem ekligen gelben Pollenstaub liegt oder daran, dass ich am Donnerstag nach einer Runde Rollerblades zum Aumeister ein paar Viertelstunden zu lange im Schatten vor dem Milchhäusl an meiner eiskalten Bio-Apfelschorle genuckelt hab: jedenfalls hab ich mir eine scheußliche Hals-Nasen-Nebenhöhlen-Mandelentzündung eingefangen. Trotz fachkundiger Behandlung mit Bronchoforton-Inhalation, Zinktabletten und Isla-Moos Pastillen (könnt ihr euch an die uralten, steinharten Bonbons erinnern, die ihr bei Eurer Oma – ohne Einwickelpapier –  in der Schublade gefunden, gierig in den Mund gesteckt und sofort wieder ausgespuckt habt? Schmecken genau so! Wirken aber) hocke ich immer noch erbärmlich durch das Maul schnaufend vor dem Puter, da meine Nasenschleimhäute ver.di-mäßig streiken. Wie Jamie Oliver, dem hängt doch auch immer so ein bisserl die Zunge raus, á la englische Bulldogge.  Bemitleidenswert!

Aber ein bisserl Lachen musste ich jetzt doch grade, also ich Bild.de aufschlug, nämlich, als ich diese Artikelüberschrift sah:
Nati-Stars? Also, wenn man die so ausspricht, wie das Wort  “Nationalmannschaft”, von dem  ihre Bezeichnung diminutiv abzuleiten man in der Bild-Redaktion für eine gute Idee hielt, dann braucht man da gar kein Klinsimeter. Deutschlands letzte große Stars dieser Art starben 1945, was nachkam, waren in dieser Hinsicht nur noch Zweitligisten!

Ganz einfach: wie man’s spricht

Also, wenigstens der Gemüsehändler in der Theresien scheint auf mich zu hören: der hat brav sein ehemals seltsames Schild korrigiert.

Aber: der unterqualifizierte Schildermacher hat dafür woanders Kundschaft gefunden:

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Was man so lesen muss

"Lest the central issue of my discourse be lost in the tangle of a hundred codicils, I therefore state it here: whatever else be true, whether there be gods or only atoms, whether men are significantly superior to non-human animals or no, whether there be a life to come or this poor accident be all, this at least cannot be true, that it is proper to be the cause of avoidable ill."
(Stephen R.L. Clark, "The Moral Status of Animals", Oxford: Clarendon Press, 1977)

Also, da wundert es einen doch wirklich nicht, zu hören, dass der Clark beim Verfassen dieser epischen Zeilen gerade aus All Souls, dem eindeutig höchsten unter den Elfenbeintürmen Oxfords, entkommen war…Übrigens ein Leben der Kontraste, jetzt ist der Gute nämlich dort, wo man es am wenigsten vermuten würde: in Liverpool!

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Aller guten Dinge…

…sind drei: der Frühling ist wieder da – haben wir das Ursis quasi-heidnischem Beschwörungsritual zu verdanken? – , cohu ist wieder in München und Herr Klinsmann auch, der lief mir nämlich gestern im Terminal 2 über den Weg. Was hat sich (abgesehen vom Wetter und dem plötzlichen Auftauchen von Erdbeeren beim Lidl) verändert?
In der Theresienstraße hat ein neuer Obst- und Gemüseladen, anscheinend von Asiaten betrieben, aufgemacht. Der Name, der auf großen Schildern vor dem Geschäft kund getan wird, hat mich etwas erstaunt: "GRÜNER TAL".
Erklärungsversuche:
1. Die Besitzer "mit Migrationshintergrund", wie man heut so schön sagt, wollten ein Zeichen setzen gegen die "Deutschoffensive" der CSU  – (Obacht: "Deutschoffensive" ist was anderes als "Blitzkrieg", auch, wenn sich die Assoziation anbietet!)
2. Die Besitzer sind Fans des "höhlenreichsten Tals Deutschlands."
3. Der Schildermacher von Nebenan steckt dahinter.

Was man so lesen muss: Christliche Chimären

Russell DiSilvestro: "A Neglected Solution To The Problem Of The Metaphysical And Moral Status Of The Human-Animal Chimera", Ethics & Medicine, Summer 2004.
 
"In answering the metaphysical question posed above, I argue that the doctrine of the Incarnation, and in particular the doctrine of the two natures of Christ, provides good reasons for thinking that such a two-species creature is possible. Just as Jesus was fully human and fully God, it makes sense (even if it never in fact comes about) that a human-animal chimera could be fully a member of species a and fully a member of species b."

Man sollte schon darüber nachdenken, ob eine "vernachlässigte Lösung" in manchen Fällen nicht sogar zu Recht vernachlässigt ist…

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Krankhaft

Ich glaube zu wissen, warum der Schilder-und-Stempel-Laden in der Schleißheimer Ecke Theresien dieses Schild lediglich als Schaufensterauslage verwendet und nicht an den Kunden gebracht hat. Aber durch diesen Pandemiewahn wird man ja auch ganz kirre…

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Gesucht:

Ein elegantes Wort für den Ausdruck "und/oder", siehe:
"Die Eltern bringen ihre Töchter und/oder Söhne zur Schutzimpfung."
Warum gibt es das nicht? Muss man sich in dieser kalten, unmenschlichen Welt denn wirklich immer entscheiden, ob "und" oder "oder"? Argh!