Tastes like chicken

Is da Cohu drin?
(Bild: www.asianhomegourmet.com)

Cohu ist ein großer Fan der Gewürz- und Currypasten des Herstellers "Asian Home Gourmet." Klar, vielleicht nicht so toll wie selbstgemacht, aber die Pasten sind ziemlich authentisch, enthalten keinen Geschmacksverstärker bzw. künstliche Aromen und sind nicht allzu teuer.
Das hier find ich allerdings etwas seltsam:

"Our SpicePastes are made from fresh herbs and spices. You can use them to create any one of a range of authentic Asian dishes. All you have to do is add one important ingredient, a little of yourself."

Luxus ist…

…sich zwischen pakistanisch (schmatz!), thai (mjam!) und italienisch (knurps!) nicht entscheiden zu können. Bayrisch ist, nach dem Servicedesaster letztes Mal, erst mal gestorben. Aber was soll man auch von einem Lokal halten, das lange Zeit mit Maßen "Caibierinha" warb, Spareribs auf dem "Holzbrett’l" (sic) serviert und das stolz präsentierte "Mir red’n Boarisch"-Schild lediglich damit rechtfertigen kann, dass die Bedienungen, wenn sie schon hochdeutsch reden, so doch zumindest einen typisch münchnerischen Grant aufweisen. Naja, genug genörgelt – jetzt wird entschieden. Vietnamesisch!

Eis und Weltpolitik

Ähnlich wie bei Dr. Sno* und beim MC sieht es auch bei Cohu aus: Nogger mit Schokofüllung (Nogger Choc) war das Lieblingseis meiner längst verstrichenen Jugend. Ok, wenn ich drüber nachdenke: das Eis selbst war nicht so toll. Aber der Schokoladenkern drunter… der zarte Schmelz, das feine "Knack", die kantige Form, und das alles ohne die doofe "Prioritäten setzen"-Prätention und den peinlichen Namen des Konkurrenten und "Luxus"-Anbieters aus dem Premiumsegment, Magnum (Im Kühlfach habe ich billige Magnum-Nachahmungen im Miniaturformat namens "Mini Boss". Was hat es auf sich mit "männlichen" Eisnamen? Oh Gott, das musste ja kommen: ein Gedanke an die Wassereis-Phalluskonnotation in MC’s Altmänner-Urinier-Geschichte. Reden wir nicht mehr drüber).
Also, Nogger: das Eis hat sogar einen politischen Skandal auf dem Buckel.  Das Internetmagazin Slate berichtete 2005 aufgeregt darüber, dass es in Dänemark ein Eis namens "Nogger black" gäbe. Ein Deutschlandkorrespondent von Slate versuchte das noch zu toppen, indem zum Thema "racist ice-cream" folgendes berichtete:

In Germany, the top-selling ice cream novelty is a chocolate-covered vanilla ice cream pop, which is advertised with placards that stand on the sidewalk outside each shop showing an almost entirely naked African boy with an imbecilic grin, a huge bone jammed through his nose and every vicious stereotype of black facial characteristics ever used by the Nazis or any other hate group. The Negerkuss, a German ice cream treat similar to our Klondike bar, translates generously as "black man’s kiss" and literally as "nigger’s kiss." Astonishingly, when I would ask Germans about these marketing methods, they would accuse me of being wildly oversensitive. (Slate)

Ich kann mich an solche Werbeaktionen (die ja immerhin noch Anfang der 90er stattgefunden haben sollen), nicht erinnern. Wurde Nogger (oder ein anderes Eis) tatsächlich so beworben?
Natürlich hab ich Slate sofort geschrieben, um denen zu erklären, dass es sowas m.E. nicht gab (geschweige denn gibt). Und dass "Negerkuss" kein Eis ist. Und dass es außerdem schon länger  in "Dickmann" umbenannt wurde. Dass "Dickmann" aber nicht das heißt, was ein Amerikaner darunter verstehen würde. Wobei das dann wieder der Phalluskonnotation genüge tun würde.
Egal: Slate hat mir nicht darauf geantwortet. Und wir Deutschen gelten jetzt wegen "Nogger" als Rassisten!
Trotzdem fordere ich die Wiedereinführung des Leckerbissens "Nogger Choc". Meinetwegen unter anderem Namen.

Meine Suppe ess ich (nicht)!

Wer schon immer mal eine blaue Suppe essen wollte (vielleicht aufgrund der Inspiration durch Bridget Jones) findet hier ein Rezept dafür. Ganz ohne Lebensmittelfarbe (oder gar Fäden), dafür aber auch noch kalt. Das Geheimnis sind blaue Kartoffeln. Mag sein, dass das die "Ur-Kartoffeln aus den Anden" sind, aber Fortschritt hat auch im Bereich der Gemüsezucht seinen Sinn. Eine ähnlich unschöne Lilafärbung von Suppen und Eintöpfen erreicht man übrigens durch sog. "Urmöhren", die auch ansonsten kein Cohu-Prädikat verdienen (holzig!).
Suppentechnisch sehr zu empfehlen ist hingegen der Hallertauer Hopfenspargel, eine Gourmet-Spezialität, die Cohu am Ostersonntag in gar köstlicher Suppen-Form aufgetischt wurde. Wie Spargel schmecken diese Hopfensprossen, nur aromatischer, ein wenig nussig, köstlich (wenn auch farblich nicht sehr ansprechend, da zwischen Leichengrau und Rentnerbeige changierend). Einziger Nachteil: nach dem Genuss der Suppe wird man schlagartig müde. Evt. aber eine Lösung für Kinder mit ADHS – zwei Fliegen mit einer Klappe, gesunde Ernährung und Ruhigstellung. Cohu lässt sich das mal patentieren und plant, Zappelin Konkurrenz zu machen.

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Master of Disaster

"In Privathaushalten fehlen Notvorräte"? Nicht so bei Cohu. Allein meine Ostereiersammlung reicht – kurz mal Kalorien überschlagen – schätzungsweise für an die drei Tage. Und da würd ich sogar noch zunehmen. Das von den Katastrophenschützern empfohlene Besteck (!) braucht man dafür nicht. Wasser – und bald auch noch köstliche, beschuppte Proteinhappen – hab ich ja an die 200 Liter in meinem Aquarium. Und mein Radio läuft schon immer mit Batterien, aus reiner Bosheit, weil ich die Umwelt zerstören will.
Übrigens coole Sache in dem Zusammenhang, dass Batterien, die im Weltraum betrieben werden sollen oder wesentlichen Sicherheitsinteressen der Mitgliedsstaaten dienen, von der EU-Direktive 2006/66/EC betreffend Batterien und Akkumulatoren explizit ausgenommen sind. Katastrophenschutz ist doch wohl ein wesentliches Sicherheitsinteresse, oder? Boah, dann geh ich jetzt für mein apokalyptisches Rundfunkempfangsgerät sofort total der DIN-Norm und allen Umweltschutzvorschriften widersprechende Akkus kaufen (Quecksilber-Blei-Akkus, wär das was?). Oder gleich ein Atom-Radio?

(Bild: Iron Bishop/Wikimedia Commons)
 

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SPON-Schmarrn

Irreführende Überschrift! Ansonsten wird hier ja über Spiegel-Online nur geschimpft. Aber heute mal Lob: das dort neulich erschienene Kaiserschmarrn-Rezept ist ganz vorzüglich, Cohu-Prädikat, sehr zu empfehlen. Auf  Stroh-Rum-Flambierung haben wir allerdings verzichtet, nachdem mir heut morgen schon vor dem Frühstück im Tengelmann beim Kaffee-Kaufen ein Alki den Appetit verdorben hat (Metaxa trifft auf empfindliche Morgen-Nase…).
P.S. Zum Kaiserschmarrn wird ausschließlich Apfelmus gereicht. Cohu empfiehlt die Sorte "Linkenheil – das andere Apfelmus", nicht nur wegen des leicht politischen Namens ("Ein anderes Apfelmus ist möglich!" möchte man in Attac-Manier rufen) sondern auch wegen des vorzüglichen Geschmacks.
P.P.S: Die Bemerkung über dem Rezept "Für Haushalte ohne Salamander" bezieht sich nicht auf Schwanzlurche, erinnert mich aber daran, dass ich schon immer ein Axolotl haben wollte. Vielleicht eine alternative Aquariums-Besatzidee?

(Bild: Wikimedia Commons)

Mischwesen

In Großbritannien tobt die Debatte über die Herstellung von Hybriden (nicht Autos, sondern Mensch-Tier-Embryonen). Die Regierung ist auf dem Weg zu einem Verbot, die Forscher protestieren. Eine Gegnerin meint: "worldwide there is more opposition than support for the creation of such entities." Aber moment mal! Die USA lassen sich, was Hybridforschung angeht, nicht lumpen. Mit – wie Cohu meint – phänomenalen Ergebnissen!

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Krankheits-Einsicht

Cohu hat’s leider schnupfentechnisch ganz übel erwischt, daher heute Bestellung bei "Hot Wok" (wenn Nase zu, Geschmack egal). Weil dort irgendwas durcheinanderging, wurde die Glasnudelsuppe zunächst fälschlicherweise an die alte Cohu-Adresse geliefert, daher gab es leider eine enorme Wartezeit… Lustig in dieser Hinsicht aber dann der Spruch, der sich im beiliegenden Fortune-Cookie fand:

GOOD THINGS COMES TO THOSE WHO WAIT

Vielleicht sind die Sprüche extra auf diesen Bestellservice abgestimmt? Alternativvorschläge:


CHEAP OILY FOOD MAKE BEAUTIFUL WOMAN
THOSE WHO CANNOT COOK MAKE THE BEST HUSBAND
TOMORROW, YOU WILL FIND ALUMINIUM BOX IN YOUR FRIDGE AND HAPPINESS

The lustrous.

Die Tatsache, dass man nur die Rückseite einer billigen chinesischen Weizennudelpackung beschriftet, ist für den Autor dieses Textes kein Grund dafür, schmucklos, lieblos oder technisch zu schreiben. Beispielhaft!

1. Put noddles into boiling water
2. After 2-3- minutes, (at first, cook it by strong fire for two minutes and then cook it by moderate fire little by little) please stir it by chopsticks
3. The lustrous. bright, soft and nutrient noodles should be poured by cold water after it is recovered from water.
4. The making method is unique and needs short time for cooking The noodles can be cooked. souted and scalded. It can be cooked into delicious noodles according your taste.

Schön auch die Wortneuschöpfung “noddles” und die beatpoetry-mäßige Interpunktion.

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Protestkochen

Wenn der Frühling nicht will, dann eben nicht! Und um ihm eins auszuwischen, kocht Cohu aus Protest Kasspatzen, das hüttigste aller Gerichte. Und morgen Kaiserschmarrn. Und übermorgen Dampfnudeln. Und Überübermorgen Leberknödelsuppe. Und dann Gulasch. Meinetwegen kann noch bis August Winter sein. Ätsch!

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