Decline of a Nation: Happiness is egg-shaped

In Großbritannien wurde gerade noch die Ausstrahlung von Werbespots gestoppt, die mit absurden Behauptungen vielleicht Tausende von Menschen das Leben gekostet oder sie zumindest gesundheitlich beeinträchtigt hätte.  Da wurde der Verbraucher tatsächlich dazu aufgefordert,  vor der Arbeit ein Ei zu essen.  Jeden Tag!  Einseitige Ernährung! Cholesterin!
Da schwör ich doch auf das übliche Britische Frühstück, das wesentlich abwechslungsreicher ist: während der Woche Potato Crisps in immer wieder anderen Geschmacksrichtungen, dazu ein Cola, am Wochenende 4 Eier, Speck, Würstchen, Baked Beans und Bratkartoffeln. Und ein schönes lauwarmes Ale dazu.
Wie absurd das Verbot tatsächlich ist, merkt man vielleicht, wenn man sich die Spots (die in den 60ern gedreht und jetzt zum Geburtstag der "Go to Work on an Egg"-Kampagne des Egg Information Service wiederholt werden sollten), einmal ansieht:

Cohu bekommt einen Korb

So, jetzt für alle zum Mitschreiben und immer daran denken:

Ein paar Kilo süße, saftige, leckere, frische Kirschen aus Ungarn (s. Abb.) bekommt Cohu immer gerne geschenkt. Die werden hier nicht alt!

Aber meinem empfindlichen Verdauungssystem zuliebe ("Kirschen gegessen, Wasser getrunken, Bauchweh gekriegt, tot!") werde ich zumindest einen Teil davon zunächst mal einfrieren. Gottlob hab ich ja einen KERNEX (Cohu berichtete).

Mjamjam

Ausgewogene Ernährung ist geboten, zuletzt hatten wirs ja mit Hundefleisch und Rindermägen, aber jetzt mal was Gesundes: ein sehr zutreffender Kommentar zur Ernährungspolitik vom Stadtneurotiker. Interessant fände ich übrigens auch mal eine Untersuchung über den Zusammenhang zwischen zunehmender Thematisierung von Übergewicht und "falschem" und "richtigem" Essen und der Entwicklung von Esstörungen. Es geht hier ja nicht nur um modeabhängige Schönheitsideale wie Models, sondern auch um eine immer stärker werdende gesellschaftliche Normierung des Essens (darunter fällt auch das "Ampelsystem", m.E. vollkommen hirnrissig), das Kinder krank macht. Wenn Vierjährige im Kindergarten erklärt bekommen, dass man von eigentlich allem außer rohem Gemüse fett wird, dann finden die sich nämlich (Überraschung!!!) tatsächlich irgendwann fett, auch wenn sie’s gar nicht sind…

Decline of a Nation: No Use Eating A Dead Dog

Ein britischer Performancekünstler (über den ich hier schon mal ausführlich berichtete, Stichwort: Schwanenbraten) hat in einer Live-Radiosendung auf offener Straße Hund gegessen, um gegen die Jagd-Gewohnheiten der Monarchen, insbesondere die inhumane Fuchsjagd von Prinz Phillip, zu protestieren. To add insult to injury, wie man im Englischen so schön zu sagen in der Lage ist, hat auch noch Yoko Ono mitgespachtelt.
Verspeist wurde (teilweise) ein "Welsh Corgi", eine Hunderasse, die, soweit ich weiß, durch eine Kreuzung zwischen Dackel, Schäferhund und Fledermaus erzeugt wird, wobei bei den Welpen die komplizierte Praxis des Beinchen-Kupierens angewandt wird (s. Abb.). Ein Rudel dieser Zeckenteppiche umschwärmt bekanntermaßen stetig Queen Elisabeth.
Corgi also, gedünstet mit Äpfeln und Zwiebeln. Jedoch:

"It was pretty disgusting. I’ve never tasted anything like it — it was gray and had a very funny smell. It was horrible." (MSNBC)

Hm. Vielleicht, lieber Herr Gowan, lag das daran, dass ihr einen Hund verwendet habt, der "eines natürlichen Todes" gestorben ist – so wird das natürlich nichts. Hundegreisenfleisch. Und warum denn Äpfel, um alles in der Welt? Warum nicht eine schön scharfe Bosintang-Suppe? Ach Großbritannien, wann lernst Du endlich kochen…

(Bild: Wikimedia Commons)

Decline of a Nation: Chocing!

Schon etwas älter ist die Urban Legend, dass Kakao Rinderblut enthält. Während sich der Massai (zurecht) über eine nahrhafte Mahlzeit aus Milch und Blut freut, ist das beim Mitteleuropäer wohl anders. Na, schon gefrühstückt?
Aber es geht – wenn man der "Welt" Glauben schenken will – sogar noch schlimmer. Ein Lebensmittelkonzern hätte in Großbritannien  geplant, "Schlachtabfälle" in Schokoriegel zu mischen und dann Vegetarier darauf hingewiesen, dass die Riegel von nun an für sie ungeeignet sind – nach größeren Publicityproblemen wurde dann aber doch von der Änderung der Rezeptur abgesehen. Tatsächlich, in Großbritannien wird die Vegetarier-Auszeichnung  sehr ernst genommen. Ganz im Gegensatz zu Deutschland, wo man ja zumindest außerhalb der großen Städte auch noch davon überzeugt ist, dass Geflügel, Fisch und Wild kein Fleisch sind und damit für Vegetarier akzeptabel. Manch ein gutmeinender Wirtshauswirt dehnt das bis zum Kalbfleisch aus!
Aber das mit den "Schlachtabfällen". Naja. Das hätte jetzt gut zu "Decline of a Nation" gepasst, Engländer fressen alles, höhöhö, usw. Bei den verwendeten "Schlachtabfällen" handelt es sich jedoch um Lab, ein Enzym aus dem vierten Kälbermagen. Dieser Stoff wird seit Urzeiten zur Käsegerinnung gebraucht. Es handelt sich nicht um einen "Abfall", sondern vielmehr um ein Nebenprodukt der Fleischproduktion – meine Schuhe sind ja auch nicht aus "Schlachtabfällen". Schockiert sollte die "Welt" vielleicht auch noch titeln: "Käse: es werden Schlachtabfälle beigemischt!".
Als Lehre kann man aus diesem Vorkommnis jedoch ziehen: wer es mit dem Vegetarismus ernst meint, sollte sich das mit dem Käse noch mal überlegen. In Deutschland ist die Verwendung von Kälberlab auf dem Käse fast nie ausgezeichnet. Gottseidank kann dank moderner Technik Lab inzwischen auch künstlich (mit Hilfe genveränderter Mikroorganismen) hergestellt werden ("vegetarischer Käse" steht dann drauf). Ob der allerdings wirklich vegetarisch ist, ist auch wieder so ne Frage, denn Kühe geben bekanntermaßen nur Milch, wenn sie in regelmäßigen Abständen Kälber bekommen. Und wohin mit den ganzen Kälbern, insbesondere den männlichen? Na, Wiener Schnitzel. Is ja vegetarisch!

(Bild: Wikimedia Commons)

BBQuatsch

Nicht, dass ich dem Weltenweisen mit seinem Bericht über das "MP3-Waschmaschinen-Patent" Konkurrenz machen will. Aber weil gerade so ein perfektes Grillwetter ist (und ich außerdem an einer leichten, geistesumnachtenden "Fleisch-Vergiftung" durch Doppelgrillen am Wochenende leide) : Cohu präsentiert den George Foreman "IGrill", den ersten Grill mit eingebautem IPod-Lautsprechersystem! Ob man den auch gleich an die MP3-Waschmaschine anschließen kann?

Wie im Urlaub…

Me likey: so sieht das Original aus. Neapolitanische Pizza Margherita.
(Bild: Wikimedia Commons)

…fühlst Du dich, wenn Du, einen romantischen Sonnenuntergang im Blick, zu sparsamen Preisen ein kühles Bierchen zischen und eine knusprige Pizza verspeisen kannst, untermalt vom südländischen Geschäker des dreitagebärtigen Pizzaiolo Enzo und seines ebenso dreitagebärtigen Kumpanen Renny, die außerdem die gesamte italienische Diaspora nördlich der Alpen um sich versammelt zu haben scheinen. Um so besser, wenn man dafür nicht an den Gardasee oder gar bis ins eher unappetitliche Neapel fahren muss, sondern die Schellingstraße reicht: Lo Studente. Die Pizza ist übrigens tadellos (wenn auch nicht perfekt): sehr knusprig, hat mir persönlich etwas zu wenig Kräuter, aber ich muss jetzt erst mal ein paar Sorten ausprobieren, um mir ein abschließendes Urteil erlauben zu können (gestern gab’s Napoli, die ist natürlich hauptsächlich salzig).
Das wär’s eigentlich: alle Sorten von Mario, Rosso und Studente einmal durchprobieren. Widerstand gegen den Nationalen Aktionsplan!

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Ab jetzt nur noch Magermilch!

 Was haben wir denn da?
(Bild: Deutsche Saatveredelung)

Die Bundesregierung, allen voran der vielgeliebte Herr Seehofer (siehe Detail-Abb.), sollte sich vielleicht mal diesen Artikel durchlesen, bevor die Herrschaften meinen, mit Appellen und Aktionen dem Deutschen das "Übergewicht" austreiben zu müssen bzw. zu können. Das Gewicht ist ein Faktor, der stärker genetisch determiniert ist als fast alles andere (z.B. Brustkrebsanfälligkeit, Größe, psychische – und Herzerkrankungen). Klar, man kann das Gewicht beeinflussen – aber für jemanden, der die Veranlagung zum Dickwerden geerbt hat (wie anscheinend auch unser guter Horst) bedeutet das ein ständiges Ankämpfen gegen natürliche Veranlagung. Um den Ernährungswissenschaftler Jeffrey Friedman zu zitieren:

“Those who doubt the power of basic drives, however, might note that although one can hold one’s breath, this conscious act is soon overcome by the compulsion to breathe, (…) The feeling of hunger is intense and, if not as potent as the drive to breathe, is probably no less powerful than the drive to drink when one is thirsty. This is the feeling the obese must resist after they have lost a significant amount of weight.” (NYT)

Das ganze wird noch dadurch verstärkt, dass die Standards für "Übergewicht" ständig verändert werden. Warum sind heute angeblich 60% bis 75% (!) der Männer übergewichtig? Hauptsächlich, weil man unter "übergewichtig" inzwischen langsam alles versteht, was nicht Men’s Health (bzw. Hungerhaken-) Niveau entspricht. Und jetzt mal ganz abgesehen davon, dass ich den "Aktionsplan" für eine Anmaßung, eine unzulässige Einmischung in persönliche Angelegenheiten der Bürger und, nicht zuletzt, eine enorme Verschwendung von Steuergeldern halte, abgesehen davon, dass Diäten ungesund und auch die Fixierung von Kindern auf Nährwerte und Gewicht unverantwortlich und angesichts der schon bei neunjährigen Mädchen einsetzenden Essstörungen bis hin zur Unterernährung und psychischen Dauerschädigung lebensgefährlich sind: es ist schon interessant. Bei ganz vielen ungünstigen Verhaltensweisen hat man inzwischen eingesehen, dass Appelle an die Selbstdisziplin wenig helfen: man sagt heute dem Alkoholiker nicht mehr "Na dann trink halt einfach nix mehr!". Dem Depressiven erspart man (zumindest meistens) den Rat "Reiß dich halt zusammen"! Aber bei jemandem, der gegen eine ganz enorme Kraft zu kämpfen hat – nämlich Hunger oder Appetit, oder auch eine ganz enorme Abneigung gegen Sport – meint man, der Appell "Ernähre dich halt einfach richtig!", "Krieg doch mal den Arsch hoch!" würde irgendwas bringen, außer, dem Betroffenen Schuldgefühle einzureden, die die Lage noch schwieriger machen. Ich bin gespannt, wann man darauf kommt, dass es so einfach nicht ist. Die Idee mit dem Ernährungsunterricht finde ich allerdings eine Gute – wenn das mal nur nicht darauf rausläuft, dass man schon als Kleinkind Kalorien- und Fettpunkte zählen lernt…

Beförderung

Der gute alte Uncle Ben von "Uncle Ben’s", bekannt für einen relativ geschmacksarmen und schneeweißen amerikanischen "Parboiled"-Reis, ist jetzt aus Marketinggründen plötzlich kein "Onkel" mehr, sondern CEO. Sein Büro, das unter dem Motto "Ben knows best" steht, kann man hier besichtigen. Der "wirkliche" Uncle Ben war angeblich ein "afroamerikanischer Reisbauer, der seinen Reis mit so großer Sorgfalt erntete, dass er immer wieder für die hohe Qualität seiner Reiskörner ausgezeichnet wurde. Mit der Zeit wurde er in und rund um Houston berühmt dafür, jedes Jahr den Reis mit der höchsten Qualität zu produzieren."  (Deutsche Seite von "Uncle Ben’s")
Die Darstellung auf der Reispackung – mit gestärktem Hemd und Fliege – erinnerte allerdings eher an einen Plantagendiener bzw. -butler. Und das "Uncle" hört sich zwar nett an, war aber wohl ehemals deshalb als Anrede für Schwarze verbreitet, weil man sich weigerte, sie als Mr. oder Mrs. anszureden…auch keine so schöne Geschichte.
Naja, aber jetzt ist der gute Ben (wenn auch immer noch ohne Nachnamen!) zum Boss aufgestiegen. Allerdings nur in den USA – bei uns bleibt er "Reisbauer", und zwar mit dem Zusatz "afroamerikanisch", damit es nicht zu Verwechslungen kommt. Markenbildung. Und die funktioniert, wie der Shopblogger zu berichten weiß…

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Kostbares Nass

Im Lokal "Kranz" (Qype) in der Klenzestraße Hans-Sachs-Straße (fragt mich nicht, wie es mich dahin verschlagen hat, eigenlich ist mir das viel zu ‘gschleckt) gibt es einen sehr guten Orangenkuchen. Und "Lebendiges Wasser." Jetzt mal ehrlich: ich mag mein Wasser ganz, ganz tot. Aber lebendig reicht nicht, für die … ja für wen eigentlich, für die synodisch-periodisch Fixierten? Werwölfe?… also vermutlich einfach für die, die zuviel Geld haben, gibt’s das untote H2O auch aus  "Vollmondabfüllung," für 8 €/Liter. Wer gibt sich schon mit M-Wasser zufrieden, wenn er sowas haben kann?

P.S. Geschäftsidee nach kurzem Googeln: wenn man das Vollmond-Wasser auch noch aus Fatima bezöge, könnte man (moment, da muss mir die IT mal kurz was ausrechnen) 1780 € pro Flasche verlangen.

(Bild: Wikimedia Commons)