Smells Like Best-Ager Spirit

Den Dauerfernsehern unter Euch erzähle ich vielleicht nichts Neues: das Duftwasser "Ambré" der Firma Baldessarini wird seit einiger Zeit in einem famosen Spot (auf "Kampagne" und dann auf "TV-Spot ansehen" klicken) mit der gebürtig oberpfälzerischen Ledervisage Karl Georg Schumann beworben.
Jetzt nicht falsch verstehen. Cohu ist keine Ageistin. Aber dieser Flugzeug-Spot ist einfach gruselig. Der Baldessarini-Slogan "Separates the men from the boys" wird mit zunehmender Alterung und Fältelung des Herrn Schumann immer grotesker. Der ist doch seit mindestens einem halben Jahrhundert kein "Boy" mehr, bei großzügigster Auslegung dieses Begriffs – der braucht kein designiertes Altherrenwässerchen auflegen, der ist ein alter Herr. Was ja an sich gar nichts Schlechtes ist, im Gegenteil. Aber zurück zur Kampagne:
Was geht wohl, angesichts des Mitreisenden, im Hirn der armen Pilotin vor?

"Hm, ich hätte schon Verdacht schöpfen sollen bei diesem Auftrag. Welcher Kunde bittet schon um eine Pilotin im Abendkleid!!! Dann hat der Typ auch noch eine Barry-White-CD mitgebracht…würg…Und jetzt hockt da hinten so ein geifernder Lustgreis und schwelgt in Steuerknüppelphantasien. Riechen tut’s auch so komisch. Und irgendwie fehlt meinem Flugzeug ganz eindeutig die nach EU-Direktive XYZ 089 vorgeschriebene fest verschließbare Tür zwischen Cockpit und Fluggastraum.
Des ist mir jetzt zu blöd. Der schaut ganz komisch. Am Schluss kommt der noch nach Vorne! Ich dreh mal ab, Notlandung in Ellermühle!"

Für all jene, die es jetzt noch immer nicht gruselt, verweise ich auf eine lustige Assoziation meiner IT: stellt Euch das ganze mal mit vertauschten Rollen vor. Dame im Alter von etwa 70. Junger Pilot im Alter von etwa 19 (kann man mit 19 überhaupt schon Pilot sein?). Glotz, glotz. Dann noch der Spruch "Separates the women from the girls" (damit hätte das Parfum "Baldessarina" dann endlich die Menstruation oder meinetwegen, für Zartbesaitete, den ersten BH als Reifezeichen der XX-Chromosomträgerinnen abgelöst).
Ein mahnender Aufruf Cohus: man sollte in Zeiten, in denen das Fliegen eh schon so unangenehm ist (Terroristen, Co2-Ausstoß, keine Kontaktlinsenflüssigkeit) das Leben des unschuldigen Flugreisenden nicht auch noch durch solche Schreckensvisionen wie diesen Riechflüssigkeitsspot erschweren.

Decline of a Nation: It’s Magic

Britische Behörden und W-LAN, das ist so ‘ne Sache (Cohu berichtete). Jetzt wird untersucht, ob das Funknetz Kindlein schädigt (durch "Elektrosmog"). Unabhängig von dem Unfug, der von so manchem E-Smog-Irren verzapft wird, finde ich besonders lustig diese Formulierung:

Wi-Fi – described by the Department of Education and Skills as a "magical" system that means computers do not have to be connected to telephone lines – is rapidly being taken up inschools, with estimates that more than half of primary schools – and four-fifths of secondary schools – have installed it . (The Independent)

Wow. Magisch, genauso wie mein Radio. Ich hab’s aufgeschraubt, und es sitzen keine kleinen Männchen drin, und trotzdem redet es! Wie kommen die Stimmen da hin? Wie kommt das Internetz in den Rechner, ohne dass die kleinen Internetzteilchen durch ein Kabelchen zum Computer laufen können? Cohu hat ne ganz einfache naturwissenschaftliche Erklärung dafür. Äther!

Fang den Dieb

Großbritannien wird von einer Welle des Verbrechens erschüttert. Nein, die meine ich nicht. Wie die BBC schockiert und verwundert berichtet, haben Polizisten zwei Leute beim Stehlen von W-LAN erwischt! Die wurden sofort festgenommen und verwarnt.
Cohu-Analyse: Wir schreiben das Jahr 2007. Die ersten Briten sind draufgekommen, dass man auch über ein fremdes Netz ins Internet kommt. Die Innovationskraft Großbritanniens ist es, die diese Inseln immer wieder an die Spitze der entwickelten Nationen katapultiert. Gerüchteweise habe ich gehört, dass man dort inzwischen dazu übergeht, statt der üblichen Brieftauben sogenannte "Telegraphen" (Fernschreiber) zu verwenden. Der Fortschritt ist nicht aufzuhalten. Die BBC ist an vorderster Front dabei.

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Von Lerchen und Eulen

Gähnende Dänen sind vielleicht bald was von gestern. Hofft die B-Society. Das ist eine in Dänemark ansässige Bewegung, die darauf besteht, dass nicht nur Morgenstund Gold im Mund hat, sondern auch ein später Vogel mal den Wurm fangen sollte. Frühaufsteher-Systeme sind altmodisch, den Bedürfnissen einer anachronistischen A-Society, die von Ackerbau und Viehzucht lebt, angepasst. Menschen, die ihrem tatsächlichen Biorhythmus folgen wollen, fordern eine "B-Society" – die auch besser zum Innovationszeitalter passt:

B-Society will create a new daily rhythm in schools and other institutions as an alternative to the current rhythm of “early at work and early at home”.
The society’s time structures based on habits of the early riser’s are not untouchable natural laws even though it can easily seem so from looking at the ways in which we have organized our lives. No.
The ‘owl’ has got the right to say: “Give me the late riser’s rhythm at work, at home and in society. Let me come to work at 11:00 and go home at 20:00. Let me have quiet mornings to read my newspaper and ease into the day gently and peacefully”. (B-Society)

Ob man eine "Lerche" oder eine "Eule" ist, kann man übrigens anhand dieses Tests rausfinden (wenn man es nicht eh schon weiß, weil man z.B. grade eben erst aufgestanden ist. Oder sich bereits die Schlafmütze aufgesetzt hat, es ist immerhin fast Sieben!).

Cohu ist mit 44 Punkten übrigens ein "Indifferenztyp". Ein schönes Schimpfwort, das ich in mein Fluchvokabular aufnehmen werde.

(Bilder: BS Thurner Hof/Wikimedia Commons, Wikimedia Commons)

Grün oder tot

Das Planet Green Game ist was für pedantische Treehugger, denen ein penetranter Hippiesoundtrack nichts ausmacht und die glauben, dass es gegen Klimawandel was hilft, ungiftige Haushaltsreiniger zu verwendenden, sowie (besonders lustiger Tipp, wie ich finde) Geschirrspüler nur nachts laufen zu lassen, wenn die Stromnachfrage gering ist. Wer Starbucks  schon vorher nicht mochte (sei es aufgrund von Antiamerikanismus oder aufgrund einer Vorliebe für Kaffee, der nach Kaffee und nicht nach mehliger Zuckermilch schmeckt), kann seinen Hass hier noch vertiefen.
Ein Spielchen mit Cohu-Prädikat hingegen findet sich hier: töte Dich selbst innerhalb von fünf Minuten mit allem, was dir im Großraumbüro in die Hände kommt, um dem nächsten Meeting des Schreckens zu entgehen. Destruktion hat schon immer mehr Spaß gemacht als Konstruktion. Gilt natürlich nur für Flashgames!

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Regelmäßig Rabeneltern

Die Feinheiten, wie "wieder hat eine Mutter ihr Kind umgebracht" und die vielleicht etwas voreilige Überschrift "Kindsmord" übersehe ich jetzt mal – wie sind ja bei Spiegel Online, und nicht bei einer ernsthaften Onlinepublikation. Aber der letzte Absatz ist dann doch (abgesehen vom unschönen Inhalt) ein Brüller:

"…der gewaltsame Tod von Kindern durch einen Elternteil (…) ist in Deutschland keine Ausnahme. Im Februar brachte eine 33-Jährige aus Esslingen bei Stuttgart ihre beiden acht und zwölf Jahre alten Söhne um. (…) Im Mai 2005 erstickte ein psychisch kranker Vater in Nordrhein-Westfalen seine ein und fünf Jahre alten Kinder."

Hm. Tötung durch die Eltern ist bei den ca. 12 Millionen in Deutschland lebenden Kindern also die Regel? Ich frag mich, was nach diesen Standards überhaupt noch eine Ausnahme ist. Ein SPON-Artikel ohne Tippfehler und/oder Busenbildstrecke?

Cohu hat getan, was sie konnte,

…aber sie konnte ihn nicht retten. Könnt ihr es? Operation Bunny
(Für Kinder unter 10 und Erwachsene, die noch an den Osterhasen glauben, ungeeignet!)

Ich sehe nix wo du was siehst

Ziemlich lustig findet Cohu, dass die Farbenblindheit von einem britischen Wissenschaftler namens John Dalton im 19. Jahrhundert entdeckt wurde, der selbst nicht nur (was relativ häufig ist) "farbenfehlsichtig", sondern tatsächlich rot-grün-blind war. Herr Dalton beschrieb es so:

"…that part of the image which others call red appears to me little more than a shade or defect of light. After that the orange, yellow and green seem one colour which descends pretty uniformly from an intense to a rare yellow, making what I should call different shades of yellow." (Extraordinary facts relating to the vision of colours, 1794)

Klar, mit solchen Anekdötchen lockt man heutzutage niemanden hinter dem Ofen hervor, seien die wissenschaftstheoretischen Implikationen auch noch so hammermäßig. Aber die verwöhnte Jugend fordert Interaktivität! Darum, und weil ich Futurama-Fan bin, verweise ich Euch auf den Farb-Sehtest nach Farnsworth, den man hier auch online absolvieren kann. Bei Cohu war alles in Ordnung (siehe Abb.). Der Farbenblinde oder -fehlsichtige hat es im Übrigen nicht nur im Straßenverkehr schwer ("Alle Kinder halten vor der Ampel – nur nicht Clint, der ist farbenblind"), sondern auch in anderen Lebensbereichen. So markiert zumindest der Österreicher seine sich vielfach kreuzenden und verzweigenden Bergwanderwege bevorzugt mit entweder roten, grünen, oder rot-grünen Zeichen. An der accessibility muss am Berg also  noch ein bisserl gefeilt werden.

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Liebe wider Willen

Gibt es etwas, was die Tragödie der Moderne besser verdeutlicht als ein erwachsener Mann explizit neoliberaler Ausrichtung, der sich sozialistische Propaganda – Videocasts ansieht, nur, weil er Lucy Redler attraktiv findet? Naja, man darf mit der IT auch nicht so streng sein. Ich wollte als Kind immerhin FJS heiraten…

Doku & Propaganda

Gelangweilt? Und noch (so gut wie) zwei Tage bis zum Wochenende? Hier gibt es einige gute Dokumentarfilme zu sehen, darunter sogar einige BBC-Schmuckstücke (z.B. "If Drugs Were Legal"). Besonders angetan haben es Cohu aber immer die Propagandafilme, die ja durch das Internetz gottseidank endlich wieder einen Aufschwung erleben. Mein persönlicher Tipp: "Was der Darwinismus über die Menschheit brachte." Der Dialekt muss mir aushelfen: da legst di nieder.

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