Zielgruppe

Der  jahrelang juristisch umstrittene Werbespot der taz, der jetzt doch ausgestrahlt werden darf, ist einerseits vollkommen harmlos, aber andererseits – und das ist viel schlimmer – doch irgendwie überhaupt nicht lustig. Eher extrem unsympathisch, würd ich jetzt mal sagen, ähnlicher Effekt wie bei den Mac vs.PC-Spots (Cohu berichtete). Seht selbst:

Aber andererseits, die taz ist damit ja ganz am Puls der Zeit bzw. der Zeit voraus. Denn mit diesem widerlichen Klassenkampf-von-oben-Ton machen sie sich bei der neuen Generation von FDP-Wählern sicher beliebt (und das sagt mit mir wohlgemerkt jemand, für den sowohl FDP-Wählen als auch taz-Lesen zumindest zur optionalen Lebenswirklichkeit gehört). Der Herr in Ballonseide scheint mir jedenfalls, so von der Konstitution her, in der Regel weit nach 11 Uhr aufzustehen… 

4 Responses to “Zielgruppe”

  1. Joseph Says:

    FDP wählen gehört für Cohu zumindest zur optionalen Lebenswirklichkeit?? Womit hätte sich die FDP denn das verdient?

  2. betonblog Says:

    Na ja, na ja, da gibts aber wesentlich härteren Klassenkampf von oben… Werden wir von der FDP (synonym: den Besserverdienenden) noch sehen. Hoffentlich wir der dann hier genauso gebrandmarkt.Der Spot zeigt doch auch eine gewisse Sympathie für die dargestellte, nun, Klasse mag man angesichts mangelnden Klassenbewußtseins nicht sagen, vielleicht: Schicht. (?)Die taz ist ja nun mal nicht für jeden (wie es sich ja leider auch an der verkauften Auflage zeigt), warum sollte man das nicht ansprechen? Die vorherige Kampagne mit dem Slogan "Die Avantgarde erkennt man an Spott, Verweigerung und finanzieller Not." zielte eigentlich in eine ähnliche Richtung, aber da schien sich niemand an dem selbstironischen Spiel mit der eigenen finanziellen Misere zu stören. Obszöner und verratender fand ich dagegen Alice Schwarzers Werbung für die Bild.

  3. cohu Says:

    Ich wage zu behaupten, dass auch "taz-Leser" synonym mit "Besserverdienenden" sein dürften, was aber m.E. auch keine Schande ist.Wenn Du nach "Brandmarkung" (schön archaisch!) der FDP suchst – gibts bei mir auch, z.B. aktuell hier, oder etwas ernsthafter hier.@Joseph: Zum Beispiel mit ihrer Ablehnung der Vorratsdatenspeicherung?Ich warne alle FDP-Feinde unter meinen Lesern allerdings davor, allzu aufmerksam in den Cohu-Archiven zu stöbern. Da findet sich nämlich auch sowas und sowas…shocking!

  4. Sosed Says:

    Und wenns dann drauf ankommt, stimmt Frau Leutheusser-Schnarrenberger z.B. dem Swift-Abkommen selbstverständlich zu. FDP-Wählen als optionale Lebenswirklichkeit … aua aua, wie naiv kann man sein!


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