My english makes me nobody after, et mon francois est meilleur de plus, aber sicher doch!

Wenn Frau Limbach, die Präsidentin des Goethe-Instituts, sich jetzt in einem DLF-Interview dafür einsetzt, dass jeder Deutsche nicht nur die "Kulturtechnik Basic English", sondern auch noch eine zweite Fremdsprache ("Adoptivsprache") beherrschen soll, und das dann noch "so intensiv (…) wie die Muttersprache, wo man sich also auch mit der Kultur des Landes, seiner Geschichte vertraut macht", und dann noch die "Einsicht" vorbringt, "dass Einsprachigkeit Einfältigkeit fördert", dann frag ich mich ernsthaft, ob sie eigentlich weiß, dass der Rest Deutschlands anders aussieht als  das Innere ihres Instituts.
Angeblich verstehen lediglich gut 30 % der Deutschen die Englische Sprache so, dass sie einer Nachrichtensendung im Fernsehen oder einem Zeitungsartikel in Englisch "zumindest ungefähr" folgen können. Und: 6-11% der Deutschen sind funktionale Analphabeten – in ihrer Muttersprache, wohlgemerkt. Vielleicht sollte man sich, statt wenig hilfreiche Vorschläge wie den der  dritten "Adoptivsprache" zu machen, lieber mal der Mehrheit der deutschen Zweisprachigen annehmen. Das sind nämlich keine Akademiker, die ihre paper in english publishen und daneben jetzt noch  Isländisch lernen dürfen inklusive Lektüre von Snorri Sturluson sondern Einwanderer und deren Kinder. Cohu also ausnahmsweise mal vollständig auf der Seite der Sozis, ihr könnts Euch im Kalender anstreichen.
(Warum Türkischunterricht allerdings auf deutsch erfolgen soll, ist mir nicht ganz klar. Mir hallt aus dem gymnasialen Sprachunterricht immer noch das "In English, please!" und das Ideal der Immersion nach. Aber vielleicht darf man den, Zitat Limbach, "einfältigen" Deutschen auch nicht überfordern).

(Bild aus: Heur et malheur, E. d’Erwin, illustrated by H. Castelli, Paris 1877, via Old Book Illustrations)

One Response to “My english makes me nobody after, et mon francois est meilleur de plus, aber sicher doch!”

  1. Haken Says:

    ich habs auch gehoert. Brilliant oder? … und ueberhaupt. Englisch nicht als adoptivsprache zuzulassen, faend ich auch tragisch. Die anglisten werden sich bedanken. Denn das englisch, was so gesprochen wird, als kulturtechnik, ist mindestens so einfaeltig, wie die naiv-froehlichen vorschlaege aus dem Ghoete-Institut. Ich will mich da gar nicht ausnehmen. Warum soll es mir verwehrt werden, das englische als eine solche adoptivsprache zu sehen und hier kultur und geschichte zu studieren? Aus dem englischen sprachraum kommt nun mal hochinteressantes und hochrelevantes … Also Fazit: Aufgeblasener quatsch fuer privatschueler und deren eltern, die sich in ererbten, am ende unverdienten, wohlstand suhlen, so!


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