Decline of a Nation: Die Wissenschaft hat festgestellt, festgestellt, festgestellt…

Britische Wissenschaftler sind seit Jahrhunderten die Speerspitze der Forschung. Newton entdeckte die Masse, Cavendish den Wasserstoff, Watt die Dampfmaschine, Dalton das Atom, Bentham die Glücksformel, Fleming das Penicillin,  Crick die DNA, Hawking schwarze Löcher, und Oliver das genießbare englische Essen – wo wären wir ohne diese Genies von der Insel? Wir würden vermutlich immer noch unter Bäumen sitzen und uns wundern, warum uns Äpfel auf den Kopf fallen; würden Sauerstoff trinken, würden mit Pferdekutschen fahren, hätten nichts, worüber wir uns mit dem Iran streiten könnten, wären ungewollt unglücklich, würden an Mandelentzündung sterben, könnten keine lustigen leuchtenden Schweine basteln, würden uns wundern, wo die ganzen Sterne hin verschwinden, und bekämen bei Londonbesuchen nur gesalzenes Porridge und Baked Beans zu essen.

Warum denn bloß?

Aber die britische Forschung prescht weiter voran, um unser Leben lebenswert, unser Streben strebenswert zu machen. Wissenschaftlerinnen der University of Newcastle haben nämlich jetzt eine Studie mit bahnbrechenden Resultaten vorgelegt: erstes Ergebnis, für die Öffentlichkeit schon von beträchtlichem Interesse: Newcastle hat eine Uni.
Zweites Resultat – mit der unglaublichen Anzahl von 209 Freiwilligen haben zwei Neuro-Wissenschaftlerinnen erprobt, welche Farben Menschen spontan bevorzugen. Weltbewegende Erkenntnis: alle Menschen mögen Blau, aber Frauen mögen lieber rötliche (Pink-, Lila-) Töne, während Männer grünliche Schattierungen (Himmelblau, Türkis) bevorzugen. An diesem Punkt könnte man noch sagen: ganz interessant. Aber vollkommen absurd wird’s, wenn die Forscherinnen das Ergebnis interpretieren:


Ling speculates that the color preference and women’s ability to better discriminate red from green could have evolved due to sex-specific divisions of labor: while men hunted, women gatherered, and they had to be able to spot ripe berries and fruits. Another theory suggests that women, as caregivers who need to be particularly sensitive to, say, a child flushed with fever, have developed a sensitivity to reddish changes in skin color, a skill that enhances their abilities as the “emphathizer.” (Time)

…deshalb!

Hui! Cohu interpretiert das ganz anders. Meiner Meinung nach waren die Frauen in der Urzeit dafür zuständig, große Mammuts und Säbelzahntiger zu schlachten sowie Neanderthaler-Stämme zu jagen. Und dabei, so meine Vermutung, haben wir von unseren blutrünstigen Vorfahrinnen eine Vorliebe für rot – rot wie frisches, warmes, salziges MAMMUTBLUT! oder NEANDERTHALERHERZEN – geerbt. Während die Herren der Schöpfung für das Sammeln frischer, grüner Triebe für die Salatbeilage zuständig waren. Bei allem, was wir über die Arbeitsteilung bei den Vorfahren des Menschen wissen (nämlich: nicht viel, um nicht zu sagen: nix), könnte dies durchaus der Fall gewesen sein.
Cohu übrigens mag kein Pink. Aber auch kein Hellblau. Sondern den wunderschönen, warmen, appetitanregenden Farbton, der noch heute Ochsenblut heißt.

(Bilder: Wikimedia Commons)

3 Responses to “Decline of a Nation: Die Wissenschaft hat festgestellt, festgestellt, festgestellt…”

  1. Oweh Says:

    Die sind wirklich lustig, die Engländer. Naja, hier gibt es auch noch was zu lesen. Was anderes.Und dann habe ich noch (von http://www.roxor.se auf die Schnelle): "Das menschliche Auge nimmt nicht alle Wellenlängen gleichmäßig wahr, sondern die Empfindlichkeit der Fotorezeptoren ist am größten bei ungefähr 560 nm ( Grün ) und fällt zum rechten und linken Rand des sichtbaren Spektrums hin ab und bildet die sogenannte glockenförmige Absorptionskurve des menschlichen Auges für das Helligkeitssehen. Das menschliche Auge ist also gründominant, es nimmt Grün deutlicher wahr als andere Farben des Sehspektrums."Für die gesteigerte Grünempfindlichkeit gibt es eine prima onthogenetische Urwalderklärung.Frauen können nicht besser rot von grün unterscheiden, sondern werden nur seltener farbenblind. Das hat mit dem X-Chomosom zu tun und näheres kann jeder selber nachgooglen. [Manchmal wäre ich auch gern Wissenschaftler geworden, denn einige verdienen ihr Geld schon sehr leicht, will mir scheinen.]

  2. cohu Says:

    Ich vermute ja immer, dass das Problem eher bei den Wissenschaftsjournalisten liegt…denn in der Studie selbst steht wesentlich weniger spekulativer Schmarrn als in den ganzen Artikeln drüber. Da wird halt alles plakativ verpackt, sonst verkauft es sich nicht (und die Wissenschaftler machen mit: there’s no such thing as bad publicity…)

  3. Oweh Says:

    Wobei ich seit Martin Urban und Stefan Klein eher eine hohe Meinung von Wissenschaftsjournalisten habe. Aber das sind auch eher die von den Büchern und nicht die von den Artikeln.


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