Decline of a Nation: Dirrrty!

Großbritannien, kleine grüne saubere Insel der Hecken, Hügel und Naturschönheiten? Nix da, alles total verdreckt, wie uns Jeremy Paxman im Guardian erklärt:

The gutters heave with the spring awakening of Starbucks cartons. The pavements glitter with discarded gum and the sun twinkles on a million soft-drink cans. What is that streaming from the top of the tree? It’s a 12ft length of grubby plastic. (Guardian)

Dazu dann, was den Bio-Dreck angeht, noch die Hunde und die Briten selbst – und schon hat man einen Saustall auf den Straßen (s. Abb.). Wir wären nicht beim Guardian, wenn man, statt einfach auf die kaugummispuckenden und müllwerfenden Dreckspatzen zu schimpfen, nicht auch zumindest den Versuch einer gesamtgesellschaftlichen Erklärung machen würde. Immerhin: "it is too easy to blame it all on Margaret Thatcher."
Stattdessen, so der Autor, ist zumindest auch die Respect Culture an der Umweltverdreckung schuld, und natürlich die "increasingly frenetic attempts to persuade us to spend money on things we don’t need to buy", äh, also der freie Markt. Nachvollziehbar – erinnern wir uns, wie vorbildlich sauber und aufgeräumt es z.B. im Ostblock zuging. Wer für eine Plastiktüte drei Tage anstehen muss, wird einen Teufel tun, sie danach achtlos wegzuwerfen! Da eine Rückkehr zum wahren Sozialismus aber auch Paxman momentan nicht machbar erscheint (Blair!), schlägt er eine konzertierte Aktion vor, sozusagen einen landesweiten Frühjahrsputz:

What is obviously needed is some combined initiative, individual and collective, voluntary and coercive, before it is too late. Unless we are to revel in a belief that somehow the British are a uniquely sordid people, we should seize the moment. This is the perfect time of year for a national spring-clean, which could involve councils, schools, voluntary groups and community organisations, as well as the statutory authorities. It would be one of those few tasks in life at the end of which you would see a result.

Vielleicht kann Berlin da ja auch gleich mitmachen?

4 Responses to “Decline of a Nation: Dirrrty!”

  1. Martin Says:

    GoogleMail machts ja schon lange vor, wo im Mail-Mülleimer noch nützliche Tips gegeben werden wie "Junk mail and newspaper can be reused as package stuffing" oder "Old plastic bags are as good as new reused as litterbags"…

  2. Martin Says:

    Obwohl mich der Hinweis "Who needs to delete when you have over 2000 MB of storage?!" doch daran erinnert, dass ich auch die alten Zeitungen und Plastiktüten doch lieber erstmal im Wandschrank zwischenlagern sollte, Platz ist ja da. Und so kann ich dann über den optimalen Weiterverwendungszweck nachdenken.

  3. HarrisonFord Says:

    In der untergegangenen DDR gab es die "Volkswirtschaftliche Masseninitiative", die vielleicht – zumindest bezeichnungsmäßig – den Vorstellungen des zitierten Autors nahekommt. Gemeint war damit übrigens der Treppenhausputz der Mieter nach Putzplan in einem "volkseigenen" Mietshaus.

  4. cohu Says:

    @Martin: Who needs to delete when you have over 2000 MB of storage?!-Sag das mal meiner Mutter, die ist eine chronische Wegschmeißerin, obwohl der ganze Keller leer steht! Sogar meine supercoolen grünen Sandalen mit Flecht-Keilabsatz, die ich gekauft hab, als sie noch nicht wieder in waren. Naja, besser als das.@Mr.Ford: Fein, fein. Werde das hier im Haus evt auch mal vorschlagen, nachdem ich WG-intern schon mit eiserner Faust bzw. Besen einen Putzplan durchgesetzt hab. Um die Leut mit neurotischer Scheiße zu nerven, brauchts schließlich kein Volkseigentum!!!


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