Decline of a Nation: Spending a Penny

Wie ich diesem interessanten Artikel entnehme, ist die Zahl der öffentlichen Toiletten in London von 2000 bis 2005 um 40% gefallen, so dass jetzt noch 415 öffentliche Toiletten für 7,5 Millionen Einwohner zur Verfügung stehen (28 Millionen Touristen kommen noch dazu pro Jahr). Und das, obwohl London seit viktorianischen Zeiten für besonders gute Sanitäreinrichtungen berühmt war und Großbritannien überhaupt eine ruhmreiche Vergangenheit in der Geschichte der Erfindung und Weiterentwicklung des Klosetts vorweisen kann – WC kommt nicht von ungefähr von Water Closet! Aber das war einmal.
Heute schockt dieses Ergebnis:

"Research by ENCAMS, an environmental charity, showed 95 percent of Britons had urinated, vomited or defecated in public because no toilet was available." (Bloomberg)

Ich bin keine Expertin der empirischen Sozialwissenschaften, aber trotzdem nicht ganz sicher, ob das faktische Verhalten der Briten tatsächlich am Mangel öffentlicher WCs liegt oder eher an einem grundsätzlich anderen Verhältnis zu Alkohol, Öffentlichkeit und Körperfunktionen…
Für Zartbesaitete gibt es jetzt in der Oxford Street ein privates Luxusklo namens "WC1" – eines der wenigen Klos, das eine eigene Homepage hat. 3 Euro kostet einfaches Pinkeln, 7,50€ die Benutzung des "Powder Rooms" inkl. Handmassage (nur für Frauen das Ganze – laut Website ist das dann a perfect shopping pitstop, and a great place to meet girlfriends between work and play – naja).
Private Luxusklos, Vielleicht der Markt der Zukunft? Cohu patentiert sich die Idee, sowas in der ähnlich luxuriösen Prinzregentenstraße zu bauen und es "P1" zu nennen, pecunia non olet!

(Bild: Andrew Dunn/Wikimedia Commons)

Posted in Decline of a Nation. Comments Off on Decline of a Nation: Spending a Penny
%d bloggers like this: