Lest Willi Winklers Peter-Hahne Artikel in der SZ am Wochenende. Nach einer Einführung in die Thematik der Weltuntergangspredigt ("Das bewährte Grundgesetz ‘Früher war alles besser’ hat sich also verbessert zu ‘Alles wird immer noch schlimmer’") stellt er überrascht fest:
"Der derzeit erfolgreichste unter den hären Predigern ist Pether Hahne. Sein Traktätchen "Schluss mit lustig. Das Ende der Spaßgesellschaft" (Johannis-Verlag) sollte wenigstens den deutschen Buchhandel vorm Untergang retten. Als Literaturkritiker könnte man sich das leicht machen: Das Buch ist rasend schlecht geschrieben, es kann von keinem Lektor durchgesehen worden sein, es besteht aus nicht einmal Fünfpfennig-Weisheiten und ist ein überaus kolossaler und rechter Vollschmarrn. Nun aber ist dieser Schmarrn nach einem halben Jahr in der 28. Auflage, was – der Verlag ist da zurückhaltend – einer Auflage von mehr als 200.000 Stück entspricht."
Man sieht, dieser Hahne ist ein Phänomen, dessen man sich einmal annehmen sollte (das Buch kommt natürlich sofort auf meine Amazon-Wunschliste). Ich empfehle außerdem den Besuch seiner Homepage (‘Toll, dass Sie Sich eingeklickt haben!"). Dort bekommt man auch einen Überblick über seine ‘Publikationen‘ – es ist immerhin ein Zeichen für gesunde Selbsteinschätzung, dass er sie nicht ‘Bücher’ zu nennen wagt. Beim Geschenkbändchen "Mit dem Herzen schauen" fällt mir mein guter Schwager ein, der in epistemologisch-theoretischer Abwandlung Saint-Exupérys zu sagen pflegt: "Man sieht halt doch nur mit den Augen gut."
Mit links löst "Topjournalist" (!) Hahne, der nebenbei Kolumnist der BamS ist, auch noch das Theodizee-Problem, an dem sich andere Schlaffis (siehe Epikur, Leibniz, Hegel) jahrhundertelang die Zähne ausgebissen haben. Und zwar auf 64 Seiten à € 2,50 in der kartonierten Publikation "Leid – Warum lässt Gott das zu?". Der Klappentext beginnt dabei mit der wohl bemerkenswertesten und sinnhaltigsten Aneinanderreihung von Worten, die die westliche Zivilisation jemals hervorgebracht hat: "Leid – immer ein aktuelles Thema! Resignation, Auflehnung, Anklage – das sind die häufigsten Reaktionen gegen diesen oft unsichtbaren Feind."
Wie Winkler passend bemerkt: "Da kann auch ein Gott nicht mehr helfen."