Herbe Enttäuschung

Diese Angestellten immer. Hab ich meine IT extra nach Ascona geschickt, damit cohu’s blog einen eigenen Korrespondenten für die Nationalmannschaft vor EM-Beginn hat. Wir Blogger werden schließlich immer professioneller heutzutage, da kann man nicht immer nur über die Baustelle vorm Haus oder Kochrezepte schreiben. Und dann erreicht mich sowas:

Sind vorhin schon am Mannschaftshotel vorbeigelaufen! Ist aber alles abgezäunt, man sieht leider gar nix!

An seiner Paparazzo-Technik muss der junge Mann noch etwas feilen. Andere legen sich da etwas mehr ins Zeug

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Wie das Private Politisch wird

Blogrolls sind ja so ne Sache. Erstaunlich finde ich immer wieder, dass man, wenn man sich nicht auf ein Thema festlegt, automatisch in die Blog-Kategorie "persönlich/privat" fällt. Dabei habe ich den Eindruck, im Vergleich mit anderen besonders wenig über Persönliches und schon gar nicht über Privates zu schreiben…siehe auch das Zahlenverhältnis in den Kategorien. Ich würde grundsätzlich sagen, dass man mich oder meine Persönlichkeit durch Lektüre meines Blogs überhaupt nicht kennenlernt. Evt. eher im Gegenteil.

Also, da muss man sich eindeutig anders positionieren. Ich hab mir da schon mal nen Plan überlegt, um als "politisch" oder "ernsthaft" wahrgenommen zu werden. Wenn wir schon beim selbstreferentiellen Bloggeschwafel sind, muss das natürlich in eine astreine Zehnerliste gegossen werden. Also hier: 10 Tipps, wie man ein ernsthaftes Blog schreibt.

(1) Kochrezepte und Berichte über Handarbeits-Hobbies weglassen (Verlinkungen auf "Mein Oldtimer-Club", "Meine Hardware" oder "Mein Fußballverein" dagegen würden vermutlich nicht weiter auffallen, aber halt bitte kein so Mädchenzeug!)

(2) Keine Kätzchen. Kätzchen gehen nicht. Und sowas geht schon mal gar nicht. Tiere allgemein nur im politischen Kontext, also; Kampfhunde, Heuschrecken, Problembären. Auch das bitte nur an Casual Fridays.

(3) Keine allzu ironischen Artikel schreiben, das wird immer falsch verstanden. Sarkasmus ist dagegen empfehlenswert.

(4) Unverzichtbar auch: eindeutige Stellungnahmen. Unentschiedenheit oder implizite Andeutungen sind was für Erstsemester und Mädchen. Besser: Strategie-Ratschläge für Volksparteien oder gar Gesellschaftsgruppen, ein Bild der Zukunft unseres Landes zeichnen, außenpolitisch klare Positionierung. Visionen!!! Dann auch: ernsthafte Besorgnis um die Zukunft. Katastrophenprognosen. Verbitterung. Und natürlich: Wahlempfehlungen. Auch zu Wahlen im Ausland. Dein Leser braucht Führung.

(5)  Dazu: braucht man natürlich ne Hammer-Tagline. Sowas wie "Zukunft ist möglich" oder "Vision der Freiheit". "Sterbende Demokratie". "Schöne Neue Welt" . Oder "1984" – warum nicht. Hier gerne dick auftragen. (Was nicht geht, z.B: "Mehr Wichskabinen für Deutschland" oder "Geschichten aus crazy Cybermausi’s verrücktem Leben")

(6) Das richtige Logo. Mein blöder Frauen-Kopf muss natürlich weg (junge Frauen sind ja per definitionem privat), da brauch ich stattdessen ein – eindeutiges! – politisches Symbol. Justitia, äh, oder so ne Art RAF-Logo, statt Kalaschnikow ein Federkiel. Milton Friedman im Ché-Guevara-Stil. Sowas.

(7) Political Correctness. Man muss sich in der Frage eindeutig einem Lager zuordnen lassen. Entweder total dagegen oder absolute UnterstützerIn der entrechteten MinoritätInnen.

(8) Trolle. Man braucht Trolle und Flamewars. Dann zu einer willkürlichen Kommentarlöschpolitik übergehen ("Zensur").

(9) In diesem Zusammenhang: mehr Diskussionen über Antisemitismus. Henryk M. Broder muss da spätestens im 2. Absatz erwähnt oder zitiert werden. (siehe auch –> Flamewar).

(10) Schließlich: klare Blog-Gegner bzw. besser -Feinde, um über ungerechtfertigte Kommentarlöschungen auf anderen Blogs berichten zu können (siehe auch –> Zensur). Hierzu muss man u.U. selbst als Troll tätig werden, was einen Großteil der Zeit und psychischen Ressourcen in Anspruch nehmen kann.

Oh oh, ich sehe schon, ganz schön aufwendig. Eventuell bleib ich da doch lieber bei meiner zurückhaltenden Blogstrategie und -Tagline, die sich folgendermaßen erklärt:

"During the Civil War, newspapers on occasion published dispatches from the field under a cautionary note that read "Important, If True." (Peter Sandman)

"(…) the vast reaches of the Internet operate back in that land of “important if true.”
It’s like a big op-ed page with no editors and quasi-information that moves at the speed of light. At worst, it’s really terrible.
"(NYT editorial page editor Gail Collins, .pdf)

Wobei die letzten zwei Sätze doch auch schöne "Taglines" abgäben.

Vorsprung durch Technik

Wie neulich bereits angekündigt, hat die IT zusätzlich zum sogenannten "Kommentar-Klappi" noch ein neues Feature gebastelt. Rechts oben erscheinen jetzt wie durch ein Wunder jeweils die neuesten Kommentare. So bleibt auch der faulste User stets am Puls der Zeit!
Kritische Geister, die nicht an an eine Verbesserung der menschlichen Wohlfahrt durch technischen Fortschritt glauben, sind damit widerlegt, und zwar endgültig. Führende Wirtschaftsanalysten sagen eine Produktivitätssteigerung von mindestens 300% pro Leser voraus. Und die Erfolgsgeschichte von "Cohu’s Blog" geht weiter: der nächste Rationalisierungsplan, durch den in spätestens drei Jahren Leser sowie Kommentatoren durch vollautomatische Bots ersetzt werden sollen, ist schon in Arbeit.

(Bild: Vollautomatische Selfactor-Spinnmaschine, Wikimedia Commons)

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Neue Funktion: für Lese- und Scrollfaule

Da sich hier ja immer wieder etwas längere Kommentarthreads – sei es über Texteditoren, Politik oder Kochrezepte – ergeben, hat die IT nun endlich die schon bei der letzten Bloglesung von Dr.Sno* angemahnte Ein- und Ausklappfunktion eingebaut. Kommentare werden jetzt default-mäßig versteckt und beim Klick des werten Lesers auf die Kommentaranzahl "ausgefahren". Wenn einen die Kommentarfülle dann doch wieder überwältigt bzw. man sich auf die textlichen Produkte von Cohu höchstselbst konzentrieren will, kann man durch einen Klick auf die gleiche Stelle den ganzen Faden wieder "einziehen". Sehr elegant, wie ich finde. Ohne Javascript klappt es gerade noch nicht so gut, aber das wird jetzt noch repariert, damit auch die Paranoiden Sicherheitsbewussten unter Euch alles schön lesen können.

Bis bald

Cohu’s Blog macht Urlaub, Cohu auch.
Diese Bücher kommen mit.

Ah ja, noch was:

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Click for Antalya, Turkey Forecast

Ausweitung der Kampfzone

 Ist ja keine Kunst. Oder?

Manch ein Leser mag bei Lektüre dieser Einträge schon befürchtet haben, dass es in Cohu’s Blog ab jetzt – neben so abgefahrenen oder soll ich sagen: grandiosen Kategorien wie "Nazivergleich" und "Decline of a Nation" bald auch eine Kategorie "Aquarium" geben wird.
Zwar wäre dies durchaus gerechtfertigt. Denn die Aquaristik erfüllt zunächst einmal vollständig das Kriterium, das bestimmend ist für die heutige zivilisierte Hochkultur, zu der ja auch Cohu’s Blog zweifellos zählt: absolute Sinn- und Zwecklosigkeit. Ja, schau her, Theaterstück mit Aussage: Scheiße, Bild wo was drauf ist: Kacke, Buch mit Geschichte: Nix da! Sogar Kino mit wo zack, zack, bumm, bumm: geht nur mit Bruce Willis! Es muss ein wenig indiemäßig wirr dahinplätschern, interpretationsfreundlich und unfestgelegt, und das ist gut so. Ich könnte meine sinn- und zweckloses Becken, das nix macht außer Strom verbrauchen und ein bisserl Wasser verdunsten, jetzt also auch verkaufen als Installation unter dem Titel: "Rekonstruktion einer Pfütze 21/R" und keiner hätte das Recht, mir EU- und städtische Fördergelder zu verwehren, obwohl Moment, da wär ich am Ende noch eine Epigonin, ein schwacher Abklatsch, denn  in Glaskästen schwimmende Tiere hats in der modernen Kunst schon zur Genüge.
Nun, jetzt wo ich oben schon vorschnell ein zwar hingeschrieben habe, muss hier wohl oder übel ein aber kommen: die Aquaristik ist, egal, wie man es dreht und wendet, nicht jedermanns Sache. Es ist wohl inzwischen so, dass dieses Thema im Leben der Mehrheit der Bevölkerung eine relativ geringe Bedeutung hat. Ich würde sogar sagen – und Obacht, wieder eine Parallele zur Hochkultur – allen bis auf eine verschwindend geringe Minderheit von Menschen, die (nach gängiger, wenn auch evt. fehlerhafter Auffassung) zuviel Zeit oder einen an der Waffel hat, geht dieses Thema vollständig am Arsch vorbei!
Und deshalb bekommt Cohu’s Aquarium ein eigenes Blog.

Baustelle (unterirdisch)

Wider Erwarten war der "Webhost4Life" (Cohu berichtete) doch nur ein Webhost4aYear. Die IT hat sich brav um die Migration gekümmert und sie ohne Downtime hingekriegt. Da sieht man mal wieder: es lohnt sich, auch für die niedersten Dienste Oxbridge-Absolventen einzustellen.
Falls es doch Probleme geben sollte (insbesondere auch mit der Ladegeschwindigkeit), gebt bitte Bescheid (Kommentar oder per mail, siehe Link links).

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