Wer hätte das gedacht: Weapons of Mass Destruction in der Maxvorstadt

Achtung: beim Shiva in der Augusten/Hessstr., einem ansonsten sehr empfehlenswerten kleinen Inder, ist es ratsam, die beiden Worte “sehr scharf”, die neben dem Begriff “Chicken Vindaloo” abgedruckt sind, ernst zu nehmen. Die Wirkung des (immerhin sehr appetitlich aussehenden) Gerichts, das sich hinter diesem Begriff verbirgt, ließ beim (gottseidank mit Cohu nicht identischen) Rezipienten als erstes den Gedanken “Warum verwenden die Amerikaner sowas eigentlich nicht als Foltermittel” aufkommen – im danach folgenden Kampf mit dem Killer-Karai hätte ich beinahe einen meiner treuesten Leser verloren! Immerhin: er war sehenden Auges ins Unglück gelaufen. Warum man überhaupt scharf essen soll, können wir natürlich bei Wikipedia nachlesen. Angeblich dient es:

1. der Senkung (!) der Körpertemperatur – ich hatte da vorgestern einen anderen Eindruck, das mit dem Schwitzen kann allerdings hinkommen. Bei der IT, der zweiten Versuchsperson, habe ich gestoppt, es hat ca. 7,3 Sekunden gedauert, bis die ersten Schweißperlen auf die Stirn traten.
2. als Geschmacksverstärker – da war nur ein Geschmack: scharf. Und der war sehr stark. Kann sein, dass die Schärfe sich noch selbst verstärkt hat. Das konnte ich (die dritte Versuchsperson) aber dann nicht mehr rausschmecken.
3. der Ausschüttung des Glückshormons Endorphin – das allerdings macht Sinn, denn Wikipedia sagt uns auch: “Das Endorphinsystem wird unter anderem in Notfallsituationen aktiviert. Die Endorphinausschüttung ist der Grund, warum manche schwer verletzte Menschen zunächst keine Schmerzen verspüren.”

Zunächst heißt in diesem Fall: für die ersten 10 Sekunden. Ich bleib beim vollkommen schmerzlosen Chicken Badam Pasanda. Da muss ich allerdings die Rosinenhasser unter Euch vorwarnen…

4 Responses to “Wer hätte das gedacht: Weapons of Mass Destruction in der Maxvorstadt”

  1. IT Says:

    Nur um das noch mal zu betonen: Das Shiva ist wirklich super, mein Murg Tikka Massala, 1a, wie immer.

  2. felix Says:

    Murks?Erwähn doch lieber mal das sensationelle Donutgeschäft in der Georgenstr! Ich beneide euch Maxvorstädter.

  3. cohu Says:

    Nicht doch, Murg = Hühnchen auf Hindi. Und Tikka ist original englische Küche, also: super!Wollten letzte Woche das erste Mal das Donutgeschäft ausprobieren – es hatte zu! Bis jetzt kann ich nur das Bagelgeschäft in der Barer (ganz in der Nähe) persönlich empfehlen…und natürlich (trotz der gerne patzigen Bedienung) "Paulo" in der Türken- Ecke Blütenstr. für den Kaffee. Ach, Du hast recht, wir Maxvorstädter sind zu beneiden…

  4. Stadtneurotiker Says:

    Zum Glück ist die Spanne zwischen sehr scharf und Rosinennachtischen bei guten Indern sehr groß…


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