Ein offener Brief (und Bemerkungen über besonders aufschlussreiche Anagramme)

Liebe SZ,
dass Du von mir abschreibst, bin ich ja schon gewohnt. Aber jetzt: muss es wirklich sein, dass Dein Feuilletonist Ijoma Mangold mein Thema klaut und eine halbe Seite lang über typisch deutsche Redewendungen labert? Zufällig sechs Wochen nach meinem Hinweis auf dieses interessante Gebiet? Ha!
Und, liebe SZ, ich hätte ja gern auf den Artikel verlinkt, damit die Leser vergleichen können, wer zum Thema Phrasen den sprichwörtlichen Nagel besser auf den Kopf trifft. (Als Indiz für die Überlegenheit meines Textes erlaube ich mir, darauf zu verweisen, dass Herr Spinat oder wie er heißt den letzten Absatz einleitet mit "Resümierend lässt sich sagen:…" ). Aber direkt vergleichen können meine Leser nicht, liebe SZ, weil Deine Artikel nicht im Internet stehen, außer für "E-Paper-Abonnenten". Neben Herrn Prantls Kommentaren ein Hauptgrund, warum ich Dein Abo gekündigt habe.
Resümierend lässt sich sagen: Mangold hat Unrecht, wenn er annimmt, das Schimpfwort "Aso" sei verschwunden. Wenn er behauptet "Statt dessen ist  heute mit bewegter oder belegter Stimme vom Hartz IV-Empfänger die Rede", dann können wir uns gut vorstellen, dass dies innerhalb der SZ-Redaktion tatsächlich der Fall ist (Prantl wacht!), der Autor aber momentan zu wenig Erfahrungen außerhalb dieser Redaktion sammelt. Aso!

Nochmal zu einem anderen, aber immer noch durchaus sprachlichen, Thema: der Name des Autors – übrigens ein echter, kein Künstlername – hat mich schon immer fasziniert. Der Vollständigkeit halber hier noch einige Anagramme, die sich daraus bilden lassen:

NAJA, LOG IM DOM
DA LAG JIM MONO
OLGA, JA, IM MOND
MAG MAL JOD ION
LIGA AN DJ MONO
GNOM-AAL IM JOD
und:
JODL AMIGO MAN

Zu der Tätigkeit in der Journalistenausbildung passt übrigens bei Mangolds Kollegen Prantl sehr gut: BAER LEHRT PRINT. Und dass Du selbst, liebe Süddeutsche, bei einiger Buchstabenverschiebung aufforderst: DU GUTE, SEI CSU-HETZEND, kann doch kein Zufall sein?
Wer an Anagrammen aus seinem eigenen Namen (bei mir ergibt sich da z.B. der schöne Räuber-Imperativ TASCHEN HER – TON ZU!)  interessiert ist, finde diese entweder mit Hirnschmalz und gespitzem Bleistift, oder aber hier heraus.

(Bild: Wikipedia)

One Response to “Ein offener Brief (und Bemerkungen über besonders aufschlussreiche Anagramme)”

  1. Oweh Says:

    Und ich hab auch – als ich das in der SZ las – sofort an Deinen Blog gedacht. :-)[Verleiht hier jemand mal bitteschön den »Stein des Anstoßes«? Das könnte man zu einem regelmäßigen Preis für ..ähh.. »Prospektive Erinnerung« machen.]


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