Ein Traum…

…für jeden Verleger sind wohl die "Seltsamsten Bücher", die jedes Jahr von der britischen Wochenzeitschrift "The Bookseller" ausgewählt werden – das seltsamste Buch gewinnt den "Diagram Prize". Auf der Kandidatenliste für 2007 sind laut Guardian:

How Green Were the Nazis?, Thomas Zeller, Franz-Josef Bruggemeier and Mark Cioc (Ohio University Press)
The Stray Shopping Carts of Eastern North America: a guide to field identificatio, Julian Montague (Harry N Masters)
Tattooed Mountain Women and Spoon Boxes of Daghestan, Robert Chenciner, Gabib Ismailov, Magomedkhan Magomedkhanov and Alex Binnie (Bennett & Bloom)

Gar nicht so seltsam erscheint mir "Better Never To Have Been: the Harm of Coming Into Existence" von David Benatar (Clarendon Press), zumindest auf den ersten Blick. Das liegt, ich kann meine Leser beruhigen, weniger an meiner depressiven Ader als vielmehr an meiner berufsmäßigen Beschäftigung mit mehr oder weniger abgefahrenen ethischen Fragen. Der Klappentext entlockt jedoch auch der abgebrühten Professionellen ein erstauntes Augenbrauenlüpfen:

"David Benatar argues that coming into existence is always a serious harm. (…) The author then argues for the ‘anti-natal’ view—that it is always wrong to have children (…) . Anti-natalism also implies that it would be better if humanity became extinct. Although counter-intuitive for many, that implication is defended, not least by showing that it solves many conundrums of moral theory about population." (Amazon)

In der Tat: der Anti-natalism würde nicht nur dieses, sondern praktisch auch noch alle anderen moralischen Probleme lösen. Hoch interessant. Leider sagt mir die STABI zu diesem Titel " im Geschäftsgang bis 04.07.2007" – bis dahin werde ich mich mit der Erkundung des "Anti-Natalism" also noch gedulden müssen…

2 Responses to “Ein Traum…”

  1. Unknown's avatar Wolf Says:

    Dieser Antinatalismus ist ntürlich Wasser auf meine küchenradikalkonstruktivistische Mühle. Einziges Argument dagegen: Man könnte jemanden auslassen, der solche Perlen wie versprengte Einkaufswägen erforscht.

  2. Unknown's avatar cohu Says:

    Mein Schwager weist mich noch auf ein Sophokles-Zitat hin: "Nie geboren zu sein, ist der Wünsche grösster, und wenn du lebst, ist der andere, schnell wieder dahin zu gehen, woher du kamst." Die Position ist ziemlich verbreitet, was mir fehlt, ist der Grund, warum diese Herren dann noch Bücher drüber schreiben, statt den Strick zu nehmen. Man will in seinem exquisiten Weltschmerz dann schon noch umfassend wahrgenommen werden, nehme ich als psychologische Erklärung jetzt mal an…


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