Neunauge sei wachsam

Die  schlechten Nachrichten, äh, schlechten Nachrichten überlasse ich heut mal anderen und gebe mal wieder praktische Lebenshilfe – ein schönes Herbstrezept: Gebratene Neunaugen!

Lebendige Neunaugen in ein Säckchen schütten und unter eine Presse legen, damit sie ersticken. Die herausgenommenen Neunaugen mit Salz bestreuen und mit einem Tuch den Schleim abwischen. Auf einer trockenen, erhitzten Bratpfanne ohne Fett die Neunaugen eng beieinander legen und 5-8 Minuten braten, dann wenden und noch 4-5 Minuten braten. Ein gebratenes Neunauge muss beim Biegen brechen, es darf nicht zäh und auch nicht angebrannt sein, sonst schmeckt es bitter. (Will man die Fertigen Neunaugen flacher haben, dann soll man sie mit einem Holzstampfer plattdrücken). (…) (Nina Masilune, Lettische Nationalgerichte, S. 40)

Mal ernsthaft: wenn ein Land mit solchen Nationalgerichten in die EU darf, dürften wir doch mit ein paar Menschenrechtsverletzungen kein Problem haben!

Netter Polizeistaat

Als ich gerade in die Winzererstraße einbog, stand vor unserem Hauseingang ein Sixpack voller Polizisten. HUCH! Hat mich jemand wegen meiner Balkonbepflanzung angezeigt? (Ja, Rizinusbäumchen sehen genauso aus!)
Doch die Gewaltmonopolisten saßen alle brav angeschnallt auf ihren Plätzen und – löffelten Eis. Ich glaub, ich werd mir jetzt auch eins holen.

Zitat Chief Wiggum: "Can’t you people take the law into your own hands? I mean, we can’t be policing the entire city!"

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Kopfeck-Küche

Wie ich dem Lokalteil der SZ entnehme, hat heute in der Stadt ein neues
(vegetarisch/veganes) Lokal namens "Kopfeck" aufgemacht (anscheinend Nähe
Viktualienmarkt).

 Einsatz Kopfeck Manni:

"Was stinkt denn da aso, im ganzn Hausgang stinkts!"
"Ja sag amal, was is denn des, des is ja alles obrennt?"

Franze: "Des sann Krautwickerln neapolitanische Art, die g'hern so!"

"So, die g'hern so, schwarz und g'schtinkert?"
[…]
"Franze, sei ma ned bös, aber es is einfach so greislig, I kann des ned essn.
Des is ja… schlimmer wia bei uns in der Kantine!"
[…]

Franze: "Meinst ned, dass mas vielleicht runterkriegen täten, wemma immer
einen Schluck Limo dazwischen trinken täten!"

"Limo! Naaa…Franze, jetz schütt ma des ganze Zeig weg, weil sonst werd ma
vom Oschaun schlecht."

Hoffen wir, dass es im neuen "Kopfeck" nicht so kommt. Ich bezweifle, dass
vegane Krautwickerl wesentlich besser schmecken als "neapolitanische"…

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Fette Ente: gesunken.

Man war schon fast so weit, an seinen fest etablierten Vorurteilen zu zweifeln, als vor einiger Zeit doch tatsächlich ein englisches Lokal ("The Fat Duck") zum "Besten Restaurant der Welt" gekürt wurde.

Leider waren dann die Tester vom Gesundheitsamt anderer Meinung:

"Test reports showed the foie gras had "unsatisfactory" levels of "enterobacteriacea and aerobic colony counts". There were also "borderline" levels of listeria. A piece of belly pork tested "borderline" for staphylococcus aureus. And the ice cream had an "unsatisfactory aerobic colony count and coliform levels". (Guardian)

Na klar: englisches Essen halt!

Kolonialenglische Köstlichkeit!

Im schönen England habe ich ja, wie berichtet, eine Vorliebe für "indisches"
Essen entwickelt. Eigentlich wäre kolonial-englisch ein besserer Ausdruck, denn
das alles gehört seit gut 100 Jahren zur englischen Küche und hat mit Indern so
gut wie nichts zu tun…zumal die europäischen "indischen" Restaurants meistens
von Pakistani betrieben werden. (Man stelle sich das vor: das ist ja so, als
ginge ich nach Amerika und machte dort ein "österreichisches" Lokal auf…)
Nun gibt es hier ja nicht diese tollen
Sainsbury's-Convenience-Mikrowellen-Curries, also habe ich über Monate in
mühevollen  Versuchsreihen mit zahlreichen (allen nicht ganz perfekten)
Kochbuch-Rezepten eine neue Version entwickelt. Hier also das perfektionierte
Rezept für

Chicken Tandoori Style
Man nehme für 2 Personen (im nichttechnischen Sinne):

2 Hühnerbrustfilets ohne Haut
1 Becher Joghurt (ideal: Andechser 3,5%)
2 Zwiebeln
1 Dose Kichererbsen

Dazu die Gewürzmischung:
3 TL Garam Masala, 1/4 TL Cayenne-Pfeffer, 11/2 TL Curry, 1 TL Cumin und 2 TL
Paprika, Salz
Na gut, man könnte natürlich auch die Tandoori-Gewürzmischung nehmen, aber
wollen wir das wirklich? Wollen wir uns die Freude nehmen lassen, jedes dieser
Gewürze einzeln für 3 Euro im Asiamarkt zu kaufen? Nein!

Nun legt schneidet man die parierten Hühnerbrustfilets an der Vorderseite (also
vorne im Sinn von "vorne am Huhn") so ein bisschen streifenförmig ein. Wenn man
nicht weiß, wo "vorne am Huhn" ist, sollte man sich mal Gedanken machen, wie
entfremdet man Stadtkind der Natur eigentlich schon ist und lieber Tofu nehmen.
Dann reibt man Filets (oderTofu) mit der Gewürzmischung ein und mariniert sie
ÜBER NACHT im Joghurt, den man idealerweise im Kühlschrank aufbewahrt.

Die Zwiebeln schneidet man – am nächsten Tag, falls man sich noch erinnern kann,
dass man gestern Chicken eingelegt hat; sollte das Einlegen länger als 72
Stunden her sein: was anderes kochen, Chicken wegschmeißen oder Nachbarn
schenken (s.u.) – also, man schneidet sie, die Zwiebeln, in feine Ringe und legt
sie auf den Boden einer Auflaufform; dann kommen die abgetropften Kichererbsen
drauf und zu guter letzt Fleisch und Joghurt. Alles soll vom köstlichen Joghurt
bedeckt sein! Ganze Landstriche soll diese köstliche Joghurtmarinade bedecken,
auf dass Friede und Wohlgefallen einkehren auf der Welt!

Dann für 30-40 Minuten in den Lehmofen bei 200°. Falls man keinen
Tandoori-Lehmofen in der Wohnung haben sollte (ich frage mich, warum man das
Rezept dann überhaupt liest!), kann man ausnahmsweise auch einen normalen Ofen
nehmen. Der wahre Feinschmecker wirft in den letzten 10 Minuten noch 2
geschälte, entkernte Tomaten (in Achtel geschnitten) dazu.

Dazu kann man dann Reis essen (oder aber Naan-Brot, aber mein Rezept dafür
schmeckt dermaßen greislig, dass ich es Euch nicht empfehle).
Warnung: Wenn Eure Vermieter oder Nachbarn "Landser"-hörende, gewalttätige
Ausländerfeinde sind, ist das Rezept aus geruchlichen Gründen nicht zu
empfehlen.
 

Kleine Freuden

Manch einer – ich will keine Namen nennen – freut sich, wenn er nach
jahrelanger Treue beim Metzger in der Hessstraße endlich anschreiben darf und
damit namentlich bekannt ist. Ingridl schlägt vor, diesen
Charcutiers-Ritterschlag mit dem Kauf eines
Wurstteppichs zu feiern. Dann will ich
aber auch endlich
Sushi- und
Käsekissen!

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The Decline of a Nation

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