The N-Bomb

Im reason magazine findet ihr einen
Artikel über die
Geschichte und Beurteilung von Nazivergleichen. Eigentlich ist es eine
Verteidigung dieses wunderbaren Stilmittels.

Schön:

Throughout that decade [the 1960s], while the generation of Americans
with direct experience of the Nazi regime held all the power positions in
politics and media, Hitler allusions flowed like lager in a Munich beer
garden.

Nett auch diese These:

Thus, despite all efforts at regulation, the market has repeatedly
decided in favor of the N-bomb. There simply isn't any other tableau, in
history or fiction, that offers the same variety of evil and oppressive
examples as the Third Reich. Why compare some propaganda to 1984 and some
slaughter to Srebrenica when you can double down and link both of them to
Nazism?

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Ja! Ja! Jaaaa!

Wieder ein schönes Nazivergleich-Exemplar! Also, ts, wie man derart unsachlich gegen das Wahlprogramm der Unionsparteien wettern kann…

Insbesondere ein Einsatz der Bundeswehr im Inland scheint mir geradezu unvermeidlich, wenn man sich die enorme Auslastung unserer Polizei ansieht. Gerade eben auf der Strecke LMU – Schweinchenbau standen 5 (!) Polizeibusse bereit, um in die verkehrte Richtung fahrende Terroristen Radfahrer dingfest zu machen. Zahlreiche Bänke der Leopoldstraße waren mit auffällig jugendlich gekleideten, unauffällig in riesige Funkgeräte schreienden Zivilpolizisten besetzt – Gel im Haar, Adidasjacke, "Vier Sekunden nach Rot, hat eine beige Jacke" – die Polizei rüstet auf gegen den Terror und kennt jetzt schon das Wort "beige."

Der Vollständigkeit halber

…darf natürlich dieser Nazivergleich nicht fehlen, auf den ich von Ingo und Tobi (fast zeitgleich!) hingewiesen wurde:

"Goppel hatte gestern bei einem Festakt zum 25-jährigen Bestehen der Katholischen Universität Eichstätt störende Studenten mit der NS-Zeit in Beziehung gesetzt. Das Benehmen der Protestler sei ein "Hinweis auf die Intoleranz, die wir an denen beklagt haben, die uns damals in das Schlamassel gebracht haben." Mit diesem Satz wird Goppel jedenfalls im "Donau-Kurier" zitiert." (Spiegel Online)

An sich also ein normaler Nazivergleich, geradezu paradigmatisch auch das Dementi:  

"Der Minister wies die Vorwürfe indes zurück. Ihm sei es darum gegangen, dass in einem demokratischen Staat die Möglichkeit des Austauschs von Meinungen und Argumenten nicht behindert werden dürfe. "Von Nazi-Vergleichen war nicht die Rede, sie sind abwegig und liegen dem Minister fern", erklärte sein Ministerium. Wenn dies jemand missverstanden habe, sei es sehr bedauerlich."

Nun bin ich aber bei der Suche nach Illustration auf ein virtuelles Schatzkästlein gestoßen: Goppels Bildergalerie! Von "Goppel mit den Kohlgrubern beim Patronatstag der Gebirgsschützen in Waakirchen" (Kommentatoren, ich warte auf ein Polt-Zitat) über "Goppel mit der bayerischen Delegation bei der Amtseinführung des Heiligen Vaters" bis "Bundespräsident fühlt sich wohl bei Laienmusikern im Ostallgäu" und "Goppel als Legionär" (!) – ein Schmankerl nach dem anderen!

Effiziente Nazi-Heuschrecken!

Ich verpasse ja mal wieder alle "TV-Highlights", da ich keinen Fernseher habe. Sonst hätte ich mir natürlich "Speer und Er" (Tobias "Rex’ Ex" Moretti als GröFaZ himself!) angeschaut, und zweifellos auch den Auftritt von Sebastian Koch bei Beckmann, von dem die taz heute berichtet.

Dann hätte ich nämlich den nächsten Kapitalismuskritik-Nazivergleich – jetzt von einem Schauspieler! – mitgekriegt: bei den "eiskalten Managertypen in unserer Wirtschaft, wo es nur noch um Effizienz und Zahlen geht, das ist vom Prinzip her, vom System her, ganz ähnlich".

Jetzt, wo wir endlich so sachlich-differenziert in die Debatte einsteigen: kann nicht mal ein Fußballer was zu dem Thema sagen? Oder ein Rennfahrer? Ich warte.

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Sind wir schon wieder so weit?

Henkel meint: Ja.

"Münteferings radikale Kapitalismuskritik und der umstrittene Vergleich ziehen seit Tagen Kritik und Lob an. Schon in der vergangenen Woche hatte Hans-Olaf Henkel, der frühere Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) und heutige Präsident der Leibniz-Gesellschaft, eine Parallele zwischen der Rhetorik des SPD-Vorsitzenden und der Weimarer Zeit gezogen. Heute legte Henkel im TV-Sender n-tv noch mal nach: "Mich erinnert das schon sehr an die Diskussion in den dreißiger Jahren: Damals waren nach Meinung von Goebbels und anderen Leuten auch die ausländischen Kapitalisten, natürlich amerikanische, für die Misere in Deutschland verantwortlich. So weit sind wir inzwischen auch wieder." Er fügte ein weiteres Beispiel hinzu: "In der IG-Metall-Zeitschrift von heute sieht man eine Abbildung einer Stechmücke mit einem Hut mit den amerikanischen Farben. Solche Karikaturen hat es in den dreißiger Jahren auch schon gegeben." (Spiegel Online)

Das zähl ich jetzt auch mal als Nazivergleich. Machts nur so weiter!

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Na also, geht doch!

"Der Historiker Michael Wolffsohn hat Müntefering unterdessen vorgeworfen,
mit seiner Kapitalismuskritik gegen Unternehmer so zu hetzen wie einst Nazis
gegen Juden. Wolffsohn schrieb in der "Rheinischen Post", Müntefering benutze
"Worte aus dem Wörterbuch des Unmenschen", weil "Menschen das Menschsein"
abgesprochen werde. 60 Jahren nach der Nazi-Herrschaft würden wieder Menschen
mit Tieren gleichgesetzt, die gleichsam als Plage vernichtet werden müssten.
Wolffsohn warnte vor einem Rückfall in alte hasserfüllte Denkmuster." (Spiegel
Online
)

Der erste Nazivergleich der Kapitalismus-Debatte. Meine Befürchtung, es könne
hier zu einer sachlichen Diskussion ohne Unterhaltungswert kommen, war also
unbegründet.

Kampf gegen die Hochfinanz

Na endlich. Allerdings: es ist ja fast schon schade, dass jetzt so lasch gesagt wird: "Die Debatte muss viel differenzierter geführt werden". Ich – als alte Sammlerin – hatte doch schon seit Wochen auf einen schönen Nazivergleich gewartet!

[Kleiner Tip von meiner Seite an die politische Klasse: Kennt denn niemand Gottfried Feders "Kampf gegen die Hochfinanz"? Na?]

 

Nazivergleich: Hardcore

Die türkische Zeitung Vakit zeigte Schily
"mal
mit Hakenkreuzbinde, mal mit Hitlerbart"
, nachdem Schily die deutsche
Verlagsdependance aufgrund islamistischer und vor allem antisemitischer
Tendenzen verboten hatte. Soweit ja sehr logisch. Gut, mögen da manche Zyniker
denken, wenn Schilys politische Wandlung einfach in die Richtung weitergeht, in
die sie bis jetzt ging, weiß man nie wo der Gute an seinem Lebensabend stehen
wird.Recht hat jedenfalls die
taz: wer fordert
denn immer Pressefreiheit in der Türkei? Na? Also.

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Nazivergleich the american way (2)

…oh, wie konnte ich als eifrige Sammlerin des widerlichsten Schockiermittels seit ’45 denhier verpassen?

“…As to those in the World Trade Center . . . Well, really. Let’s get a grip here, shall we? True enough, they were civilians
of a sort. But innocent? Gimme a break. They formed a technocratic corps at the very heart of America’s global financial empire – the “mighty engine of profit” to which the military dimension of U.S. policy has always been enslaved – and they did so both willingly and knowingly. (…)
If there was a better, more effective, or in fact any other way of visiting some penalty befitting their participation upon the little Eichmanns inhabiting the sterile sanctuary of the twin towers, I’d really be interested in hearing about it.”
(link)

Ein ganz besonders fieses Exemplar! Aaaah, und schon allein wegen des Fotos lohnt es sich, mal auf die Seite des (im wahrsten Sinne des Wortes ur-amerikanischen) Vergleichers zu schauen…

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Endlich…

…hat auch die Achse des Bösen die erfrischende, befreiende Wirkung von Nazivergleichen entdeckt, die in der westlichen Welt schon lange beliebt sind!
"In einer Erklärung des Außenministeriums in Pjöngjang wurde Bush gestern als "Idiot, Ignorant, Tyrann und Menschenkiller" sowie als "Willkürherrscher, der Adolf Hitler in den Schatten stellt", beschimpft."(taz)
(Ich glaube, mit einem putzigen Dementi können wir hier ausnahmsweise leider nicht rechnen. Ob es evt. an zu langen Haaren liegt?)

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