Avantgarde der Frühgeschichte

Hatten die Neanderthaler Musik? Und wenn ja, wie hörte sie sich an? Der Jazzkomponist Simon Thorne (Obacht, Audio) hat im Auftrag des Walisischen Nationalmuseums eine Komposition geschaffen, die dieser Frage nachspüren soll. Hier ein Artikel darüber und hier ein kurzer Ausschnitt.

Jetzt muss ich freilich dazusagen, Cohu ist ja selbst eine große Freundin der Neuen Musik. Unter der Dusche trällere ich Zwölfton-Greatest-Hits (siehe) und wenn ich mal richtig relaxen will, kommt mein Lieblingssong in den CD-Spieler – zum Mitschunkeln:

Aber trotzdem, Herr Thorne: Dass die Neanderthaler eine solch greislige Musik gemacht haben sollen, wie Sie sie da abgeliefert haben, glauben Sie doch selber nicht. Nur, weil die Damen und Herren homo neanderthalensis keine schwarzen Rollkragenpullis, Apple-Computer und Saxophone ihr eigen nannten, können sie ja trotzdem Geschmack, Virtuosität und Groove gehabt haben. So wie z.B. die Baka-Pygmäen – ein heute noch jägerisch und sammlerisch tätiges Volk der Schwesternspezies homo sapiens -, die mir musikalisch viel besser gefallen als das von Ihnen pseudoprimitiv nachempfundene Gewummer, Gedröhne und Gegröhle.

[P.S.: Jodeln rockt! Cohu berichtete.]

Cohus Weg zurück zum Glauben

*Akustisch und ästhetisch Schmerzempfindlichen, Schwangeren, Personen mit Herzschrittmachern und Kindern unter 12 Jahren wird dringend davon abgeraten, die in diesem Eintrag eingebetteten Videos abzuspielen*

Cohu war auf der Suche nach einem kleinen Tubenstück, um ihre bevorstehende Abreise in ein Land zu illustrieren, das der aufmerksame Seher bzw. Hörer bald identifizieren können wird. Zunächst mal stieß ich auf dies hier. Die typische Schreckens-Lähmung setzte ein, ich musste mir das Desaster bis zum bitteren Ende ansehen.

“Zweifellos” – so dachte Eure tapfere Cohu – “zweifellos wird dies das schlechteste sein, was die Tube beim gewählten Stichwort zu bieten hat, denn die Welt ist gut und behütet von einem allwissenden, allmächtigen, barmherzigen Gott, der alles Unrecht durch Schönes und Gutes wieder ausgleicht, weil wir gottesebenbildliche Menschlein ihm am Herzen liegen.” – ich klickte weiter und wurde eines Besseren belehrt:

Danach war ich, wie jeder, der den Clip auch nur angespielt hat, kurz davor, mir mit einer rostigen Gabel die Augen und vor allem Ohren auszukratzen. Was ist das für ein Gott, der sowas erlaubt? Warum fährt kein Blitz vom Himmel, warum tut die Erde sich nicht auf, warum zersplittert nicht das Raum-Zeit-Kontinuum? Darf Satan nun ungestraft auf Erden wandeln und dann auch noch ein Akkordeon bedienen? Warum ich???

Doch worauf stieß ich dann? Wie hielt das Universum in seiner unerforschlichen Synchronizität mich doch noch davon ab, an der Verkommenheit und Hässlichkeit der Welt zu verzweifeln und zur gottlosen Teufelsanbeterin zu werden? Wie fand ich meinen Glauben wieder?

So, meine Damen und Herren:

Apelsin. Eine 1974 gegründete estnische Rockband. Ich weiß nicht, was am coolsten ist. Die Schnauzer? Das Banjo? Das Käppi? Die Fiedel? Die Pullover? Die Fototapete? Ich weiß nur: Apelsin ist definitiv die rockingeste estnische Band die ich überhaupt jemals gehört habe!!! Achja, das Lied heißt “Tirooli Lauluke / Tirol Song”. Damit wissen jetzt sogar die Feigsten unter meinen Lesern, wo es hingeht. Cohu jedenfalls hat den festgefassten Plan, von diesen sagenhaften Kerlen heute Nacht zu träumen, denn: Jodeln kann sexy sein. Solang’s kein Tiroler ist.