Bei Dehner am Viktualienmarkt gibt es: Mausbabys, tiefgekühlt, und zwar in praktischen Portionsbeuteln. Da kommt man sich beim dem Einkauf von (im gleichen Schrank gelagerten) TK-Insektenlarven ja noch relativ normal vor.
Bei Dehner am Viktualienmarkt gibt es: Mausbabys, tiefgekühlt, und zwar in praktischen Portionsbeuteln. Da kommt man sich beim dem Einkauf von (im gleichen Schrank gelagerten) TK-Insektenlarven ja noch relativ normal vor.
Spätestens seit der Fernseh-Doku über den sympathischen Bernd Stromberg, einem Schadensregulierer der Kapitol-Versicherung ("So .. wenn dir das Private unterm Arsch weg bröselt, wie son morscher Keks .. was haste denn da noch?? Da bleiben ja nur die Kollegen und wir sind ja hier praktisch sind wir hier ja eine große Familie.. ich bin der Vater, Erika ist die Tante, du bist die Tochter, sagen wir mal erste Ehe, adoptiert, dann können wir beide nämlich .. wär trotzdem kein Inzest.. nur rein platonisch natürlich.. Knick, Knack!"), jedenfalls sind Versicherungen jetzt ja ein richtig spannendes Thema. Cohu springt sozusagen auf den fahrenden Zug auf und präsentiert Euch zwei brandheiße Versicherungsthemen:
Als erstes hier mal eine Geschäftsidee aus Indien, die man in Anbetracht der Seltenheit von Fahrscheinkontrollen und angesichts der horrenden Ticketpreise auch mal im MVV-Gebiet anbieten könnte, nämlich die "Schwarzfahrer-Versicherung", die in Bombay gerne anstelle von Billets gekauft wird:
"No one actually buys a ticket, but you can buy ‘ticket insurance’ from private entrepreneurs who work at the entrance of the station. The ‘ticket insurance’ is about half the price of a regular rail ticket. It gives you a guarantee that, in the extraordinary event that you are booked by a railways inspector for taking a free ride, your fine will be paid. A relative was once booked and the ticket insurer paid the fine exactly as promised." (Sydney Morning Herald, via Marginal Revolution)
Ich befürchte aber fast, dass jemand, der ein solches Geschäft in einem Münchner U-Bahnhof aufziehen würde, sich von den Herren in Grün noch schneller vorgeknöpft würde als ein Rastaman mit seltsam riechender Zigarette oder ein auf der Leo in die falsche Richtung fahrender Radler, und das will was heißen. Der Vertrag wäre sittenwidrig und die Versicherungssumme damit nicht einklagbar, oder was sagen die zahlreichen Juristen unter meinen Lesern dazu? Selbst wenn: Sittenwidrigkeit des zugrundeliegenden Vertrags muss, wie wir aus anderen Bereichen (außerhalb des Sperrbezirks) wissen, ja noch lange nicht der Todesstoß für ein Gewerbe sein.
Aber nun zu ernsteren Problemen, die durch Unter-Versicherung entstehen könnten:
"Nach dem Atomgesetz sind Schäden, die von deutschen Atomkraftwerken ausgehen, nur bis zur Höhe von 2,5 Milliarden Euro abgedeckt. Nur für einen Teil dieser Deckungsvorsorge müssen die Betreiber tatsächlich eine Haftpflichtversicherung nachweisen." (www.atomhaftpflicht.de)
Selbst eine Dyskalkulikerin wie Cohu kann sich an den, äh, mehreren Zehen des linken Fußes ausrechnen, dass die Schäden, die bei einem Atomunfall entstehen würden, ichsagjetzteinfachmal, um ein Vielfaches höher ausfallen könnten. Ich bin jetzt wirklich keine Atomkraftgegnerin, aber warum, in Gottes Namen, werden ausgerechnet Atomkraftwerksbetreiber von der Haftung befreit? Ist es wirklich so ‘ne gute Idee, für die Herren eine Anreizsituation zu schaffen, in der Sicherheitsmaßnahmen in Atomkraftwerken sich finanziell einfach nur bis zu nem gewissen Punkt lohnen? Da sich andere auch diese Frage stellen, gibt es eine Unterschriftenaktion für volle Haftpflicht, getragen u. A. vom Bund Naturschutz in Bayern und dem BUND (auch online). Interessant finde ich diese Aktion insbesondere deshalb, weil sie m.E. nicht davon abhängt, dass man kategorisch oder ideologisch "gegen Atom" ist – es geht einfach um eine, wie der Ökonom so schön sagt, Internalisierung von Externalitäten, abstrakt gesehen um den Abbau einer monströsen Subvention für einen einzelnen Wirtschaftszweig, und sowas findet doch jeder gut. Also es sei denn, einer von Euch besitzt oder leitet ein Atomkraftwerk. In dem Fall würde ich verstehen, dass er nicht unterschreibt; ihn aber dringend bitten, sich um die Sicherheit in seiner Anlage zu kümmern statt hier am hellichten Vormittag idiotische Blogs zu lesen!
(Bild: Wikimedia Commons)
Cohu als bekennender Milchzahn ist ob der Milchpreiserhöhungen besorgt: werde ich mir auch in Zukunft meinen Liter Vollmilch am Tag leisten können? Oder werde ich in 40 Jahren vor lauter Osteoporose zu einem Haufen Brösel zerfallen, weil ich mir diesen Stall-Champagner und damit die tägliche Überdosis Calcium nicht mehr leisten kann? Und wodurch soll man den winterlichen Valrhona-Kakao ersetzen, der nur mit der guten Milch – und natürlich dem Rezitieren der Zeilen "Schwarze Milch der Frühe wir trinken sie abends / Wir trinken sie mittags und morgens wir trinken sie nachts" so richtig wärmend und tröstend ist? Was hat es eigentlich mit diesem Milchkartell auf sich?
Naja, Dürre in Australien glaube ich ja noch. Aber jetzt mal zwei Fragen: soll ich ernsthaft glauben, dass ein deutscher, traditionell Mercedes fahrender Landwirt Milch so billig produziert, dass das Zeug mit Gewinn nach China und Indien geht? Ich mein, man würde doch denken, dass die dort wesentlich billiger Milch herstellen können, so wahnsinnig viel Know-How gehört ja nicht dazu. Eine Kuh ist ja kein Atomkraftwerk (s. Abb.). Und grad in Indien laufen doch wirklich genug Kühe rum.
Und dann: gabs nicht mal sowas wie die Milchquote? Zu genau dem Zweck eingeführt, um den Milchpreis exakt steuern zu können? Also, wenn schon Planwirtschaft, können wir diese Quote jetzt vielleicht einfach erhöhen? Die Agrarpolitik der EU: sie ist so rätselhaft wie das Lächeln der Sphinx oder besser: wie die großen, sanften Augen einer Milchkuh.
(Bild: Denis Gustavo, Wikimedia Commons)
Ach, Münchner Mietmarkt, you’re a bitch!
Und so erklärt es sich auch, dass ich Euch schon heute darauf hinweisen möchte, dass mein ehem. Kommilitone und Aristotelesexperte Herr B. im Herbst (Oktober oder November) aus Paris, wo er ein Forschungssemester zugebracht hat, zurückkommen wird und dann auch eine Wohnstatt bräuchte. Seine paradoxen, aber verständlichen Vorlieben: möglichst billig, möglichst nahe an der Uni. Wenn ihr was hört oder selbst ein Zimmer/eine Wohnung freihabt, einen Nachmieter sucht o.ä., wendet Euch bitte mit nebenstehendem "Kontakt"-Link an Cohu, die Euer Angebot gerne weiterleitet.
Wegen des befürchteten Meeresspiegelanstiegs jetzt Grundstücke kaufen, die besonders hoch liegen? He, das ist was für treehugging pussies.
Erfolgstypen kaufen jetzt Land, das unter Wasser liegt. Noch:
Lo’ihi, the newest addition to the Hawaiian Chain but still in International waters, is rescheduled for building as early as 5997, give or take a few thousand years, will offer some of the most spectacular view lots ever available near Hawaii. Every lot will have an ocean view and will appreciate rapidly in value. Your land will grow with time. (Loihi Seaview Estates)
Der Spaß kostet auch nur 39,95 Dollar. Und ich weiß jetzt auch, woher das mit den "Immobilienhaien" kommt.
P.S. Mit Meeresspiegelanstieg hat das natürlich nix zu tun. Diese hawaiianischen Inseln kommen anscheinend von selbst, bzw. durch vulkanische Aktivität, nach oben. Irgendwann. Vielleicht besitzt man dann ja 5997 nicht nur eine schmucke bebaubare Insel, sondern sogar noch einen kleinen süßen Vulkan!
Beim Beck Unterwäsche-Warenhaus (weigere mich, hier Begriffe wie "Lingerie", "Dessous" oder gar "Bodywear" zu verwenden) wird in einem Schaufenster groß angepriesen: "Der Neue Trend: "Nude""
Da hat wohl einer zu oft "Des Kaisers neue Kleider" vorgelesen bekommen als Kind…
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| Alles von selbst gewachsen, ich schwör! (Bild: Wikimedia Commons) |
Danke, Weltenweiser, für den Link zum INSM-Watchblog. Die "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft" ist mir auch schon – aufgrund ihrer Undurchschaubarkeit und seltsamen Werbekampagnen – aufgefallen. Im Englischen gibt es für die Praxis des Einrichtens von PR- bzw. Lobby-Organisationen, die versuchen, nach spontanen "Bewegungen von unten" auszusehen, den schönen Namen "Astroturfing" (von "Grassroots"=Graswurzeln und Astroturf = Kunstrasen). Da haben also der Arbeitgeberverband Gesamtmetall und einige andere Interessenvertreter der "deutschen Eliten" eine große PR-Kampagne inszeniert, einen feinen Kunstrasen ausgerollt – und Zeitungen entblöden sich nicht, mit diesem Verein "Medienpartnerschaften" einzugehen, das Fernsehen lässt sich von ihnen Experten zur Verfügung stellen, und die Kleinen werden durch Veranstaltungen der "Kinderuniversität" indoktriniert.
Traurig sind diese Vorgänge insbesondere, weil der Liberalismus (der in Deutschland eh schon am Boden liegt, eben weil er nur von Lobbyisten und als Interessenpolitik von Wohlhabenden vertreten wird!) eine solche schäbige Propaganda nicht nötig und nicht verdient hat. Warum muss man sich z.B. unter dem abgewetzten Deckmäntelchen des Begriffs "soziale Marktwirtschaft" verbergen, der schon zu Adenauers Zeiten schamhaft über den freien Markt gebreitet werden musste, auf dass der Deutsche sich nicht erschreckt vor der unsichtbaren Hand? Naja, damals hatte das seine Berechtigung: mit dem "sozial" konnte man zumindest noch die Durchsetzung von Nachkriegs-Sozialismus á la Ahlener Programm verhindern. Aber entspricht die Methode einer "Erziehung" zu Reformwillen und Eigenverantwortlichkeit dem Liberalismus? Sorry: wenn man die Leute behandelt, als wären sie kleine, dumme Kinder, denen man erstmal erklären muss, wie’s wirklich läuft (und zwar, ohne klar zu sagen, was man will, nämlich Sozialabbau, Sozialabbau, Sozialabbau), dann werden sie sich auch weiterhin verhalten wie kleine, dumme Kinder, und in jeder Lebenskrise auf Vater Staat und die warme, kuschelige "soziale" Marktwirtschaft vertrauen. Liberalismus ist nicht durch Propaganda zu verbreiten, sondern dadurch, dass die Herrschaften ihr Geld in die freie Marktwirtschaft investieren, die es eben besser versteht, Arbeitsplätze und Wohlstand zu schaffen, als der Staat.
Also, zumindest ein Trost für meine nicht-liberal gesinnten Leser, die sich jetzt diese schamlose Propaganda meinerseits durchlesen mussten: insgesamt wird die INSM dem Neoliberalismus mehr schaden als nützen. So, und jetzt ab mit Euch zum G8-Protest!
Der gute alte Uncle Ben von "Uncle Ben’s", bekannt für einen relativ geschmacksarmen und schneeweißen amerikanischen "Parboiled"-Reis, ist jetzt aus Marketinggründen plötzlich kein "Onkel" mehr, sondern CEO. Sein Büro, das unter dem Motto "Ben knows best" steht, kann man hier besichtigen. Der "wirkliche" Uncle Ben war angeblich ein "afroamerikanischer Reisbauer, der seinen Reis mit so großer Sorgfalt erntete, dass er immer wieder für die hohe Qualität seiner Reiskörner ausgezeichnet wurde. Mit der Zeit wurde er in und rund um Houston berühmt dafür, jedes Jahr den Reis mit der höchsten Qualität zu produzieren." (Deutsche Seite von "Uncle Ben’s")
Die Darstellung auf der Reispackung – mit gestärktem Hemd und Fliege – erinnerte allerdings eher an einen Plantagendiener bzw. -butler. Und das "Uncle" hört sich zwar nett an, war aber wohl ehemals deshalb als Anrede für Schwarze verbreitet, weil man sich weigerte, sie als Mr. oder Mrs. anszureden…auch keine so schöne Geschichte.
Naja, aber jetzt ist der gute Ben (wenn auch immer noch ohne Nachnamen!) zum Boss aufgestiegen. Allerdings nur in den USA – bei uns bleibt er "Reisbauer", und zwar mit dem Zusatz "afroamerikanisch", damit es nicht zu Verwechslungen kommt. Markenbildung. Und die funktioniert, wie der Shopblogger zu berichten weiß…
Man muss für die Telekom jetzt ausnahmsweise auch mal Verständnis haben: irgendwoher muss das Geld für’s Billig-Roaming schließlich kommen.