Effiziente Nazi-Heuschrecken!

Ich verpasse ja mal wieder alle "TV-Highlights", da ich keinen Fernseher habe. Sonst hätte ich mir natürlich "Speer und Er" (Tobias "Rex’ Ex" Moretti als GröFaZ himself!) angeschaut, und zweifellos auch den Auftritt von Sebastian Koch bei Beckmann, von dem die taz heute berichtet.

Dann hätte ich nämlich den nächsten Kapitalismuskritik-Nazivergleich – jetzt von einem Schauspieler! – mitgekriegt: bei den "eiskalten Managertypen in unserer Wirtschaft, wo es nur noch um Effizienz und Zahlen geht, das ist vom Prinzip her, vom System her, ganz ähnlich".

Jetzt, wo wir endlich so sachlich-differenziert in die Debatte einsteigen: kann nicht mal ein Fußballer was zu dem Thema sagen? Oder ein Rennfahrer? Ich warte.

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Sind wir schon wieder so weit?

Henkel meint: Ja.

"Münteferings radikale Kapitalismuskritik und der umstrittene Vergleich ziehen seit Tagen Kritik und Lob an. Schon in der vergangenen Woche hatte Hans-Olaf Henkel, der frühere Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) und heutige Präsident der Leibniz-Gesellschaft, eine Parallele zwischen der Rhetorik des SPD-Vorsitzenden und der Weimarer Zeit gezogen. Heute legte Henkel im TV-Sender n-tv noch mal nach: "Mich erinnert das schon sehr an die Diskussion in den dreißiger Jahren: Damals waren nach Meinung von Goebbels und anderen Leuten auch die ausländischen Kapitalisten, natürlich amerikanische, für die Misere in Deutschland verantwortlich. So weit sind wir inzwischen auch wieder." Er fügte ein weiteres Beispiel hinzu: "In der IG-Metall-Zeitschrift von heute sieht man eine Abbildung einer Stechmücke mit einem Hut mit den amerikanischen Farben. Solche Karikaturen hat es in den dreißiger Jahren auch schon gegeben." (Spiegel Online)

Das zähl ich jetzt auch mal als Nazivergleich. Machts nur so weiter!

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Kampf gegen die Hochfinanz

Na endlich. Allerdings: es ist ja fast schon schade, dass jetzt so lasch gesagt wird: "Die Debatte muss viel differenzierter geführt werden". Ich – als alte Sammlerin – hatte doch schon seit Wochen auf einen schönen Nazivergleich gewartet!

[Kleiner Tip von meiner Seite an die politische Klasse: Kennt denn niemand Gottfried Feders "Kampf gegen die Hochfinanz"? Na?]

 

Economic ignorance led to extinction

… of Neanderthals:
"Dr Shogren is suggesting that trade and specialisation are the reasons Homo sapiens displaced previous members of the genus, such as Homo neanderthalensis (Neanderthal man), and emerged triumphant as the only species of humanity."

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Bei Fieber…

…werd ich immer so pedantisch. Dumping ist
definiert als:

"The sale of a good in a foreign market for a lower price than in the
domestic market or for a lower price than its cost of production."

Polnische Fliesenleger betreiben kein "Lohndumping", da sie das Fliesenlegen
nicht billiger als in Polen anbieten. Außerdem können sie ganz gut davon leben.
Sehr erfrischend, dass Christoph Schwennicke deshalb in der SZ am Wochenende
gleich die deutschen Handwerker zu Businessreisen ins Vereinigte Königreich
aufruft ("Ihr seid besser! Ihr seid pünktlicher! Und ihr seid sogar billiger!"). 

 

Und die Moral vom Kapital?

Müntes Rede (Danke, Ingridl, für den Link! Hier auch die Rede als pdf) war doch stellenweise etwas peinlich. Es ist traurig, dass die Sozialdemokratie ihre Ansätze nicht konstruktiver  vermitteln kann und immer noch des billigen Effektes wegen auf Kapital-Bashing zurückgreifen muss. Schröder natürlich nicht besser. Ganz zu schweigen von den Reaktionären der Opposition (Gipfel des Grauens: Werteunterricht-Debatte!)

Passend: lerne gerade Unternehmensethik und lese den klassischen Neoliberalen „Aufreger-Aufsatz“ von Milton Friedman zum Thema „Soziale Verantwortung von Unternehmen“ von 1970. Ich kann die Lektüre nur empfehlen. Man muss seine Feinde kennen, wenn die eigenen Reihen einen im Stich lassen…

(Bild: Howie Berlin / flickr)

From the Institute of the Bloody Obvious

New York Times: Scientists find out that persons trained in economic theory
are more likely to be

egoistic assholes
than….uh, philosophers, I'd suggest!

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