Just Say No

Also, dem Vatikan kann man’s aber auch nicht recht machen. Da schreibt eine überzeugte Christin einen phänomenalen, schätzingesken Welterfolgsbestseller mit Spaß, Spannung und was zum Spielen – ganz offensichtlich primär zu dem Zweck, Abstinenzpropaganda für Teenager zu machen, denn:

He and Bella are instantly, overwhelmingly attracted to each other, but he is also wildly hungry for her blood. Resisting that temptation is a constant struggle. Edward’s choice–and the willingness to choose a different way in general–is a major theme in Meyer’s books. "I really think that’s the underlying metaphor of my vampires," she says. "It doesn’t matter where you’re stuck in life or what you think you have to do; you can always choose something else. There’s always a different path." (Time Magazine: Stephenie Meyer: A New J.K. Rowling?)

…und dann warnt, angesichts der Verfilmung dieser ausgewiesenen Anti-Pornographie, der Filmexperte des Vatikan vor "Exzessen" und "Massenhysterie" und "Bildern, die eine totale Leere verbergen". Ihr Katholiken wisst doch auch nicht, was ihr wollt!

(Ich fand den Vampirschmarrn ja übrigens unerträglich und hab ihn, nachdem ich drei viertel des Buches mit einer Mischung aus Abscheu und Langeweile hinter mich gebracht hatte, absichtlich und aus Trotz im Hotelzimmer liegenlassen. Für die "erotics of abstinence" bin ich also wohl genauso wenig empfänglich wie der Vatikan.)
 

4 Responses to “Just Say No”

  1. Sebastian Says:

    Im Grunde hast du ja Recht, aber ich bezweifle doch ganz stark, dass der Vatikan den Magic Underwear Club als “christlich” anerkennt. ­čśë
    Was mich ├╝brigens bei Twilight am meisten st├Ârt ist noch nicht mal die dick aufgetragene Abstinenz-Propaganda (oder die unglaublich miese Schreibe, for that matter) – bei Harry Potter, um bei dem Vergleich zu bleiben, geht’s ja auch z├╝chtiger zu als in einem katholischem Internat, aber Harry Potter ist netter, harmloser Spa├č.
    Nein, was mich diese uns├Ągliche Reihe regelrecht *hassen* l├Ą├čt ist das absolut uns├Ągliche, reaktion├Ąr-sexistische Frauneblid, welches Frau Meyer auf’s Papier kotzt.

  2. Maex Says:

    Ich habe weder das Buch gelesen noch den Film gesehen noch weiss ich gross worum es darin geht (ausser Vampire, Werwoelfe und eine Liebesgeschichte, aber ich denke das ist eh schon alles).
    Was ich aber ganz nett fand war die Frage: “Was macht ein 110 Jahre alter Vampir in einer Highschool?”
    Ganz klar ein Paedovampir.

  3. cohu Says:

    Das war bei mir ehrlich gesagt auch der Hauptgrund. Dieses windige Vampirburschi ist einfach ein Arschloch, wie es im Buche steht, und die “Heldin” findet emotionale Erpressung, Stalking und Einsch├╝chterung totaaaal super, oder jedenfalls normal. Wenn ich eine Teenager-Tochter h├Ątte, die Edward Cullen toll findet, w├╝rd ich mir ernsthaft Sorgen machen. Mit der Meinung stehe ich ├╝brigens auch nicht alleine da.
    Obwohl die M├Ądels das halt eher wie einen Porno lesen, da kommt es auf Charakter nicht so an, sondern auf die “marmorhaften Sixpacks”, oder wie auch immer das bei Mrs Meyer hei├čt…

  4. cohu Says:

    [Ups, mein “Hauptgrund” bezieht sich nat├╝rlich auf Sebastian bzw. das “sexistische Frauenbild” , nicht auf den Paedovampirismus ­čśë ]


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