Fama crescit eundo

Was den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften angeht, deuten die Wett-Quoten momentan auf Eugene Fama. Da laut Famas Effizienzmarkthypothese von 1970 Märkte (und somit auch Wettmärkte), funktionieren, kann das Nobelpreiskommittee eigentlich nicht danebenliegen: Wenn Famas Hypothese stimmt, gewinnt er den Nobelpreis – wenn Fama den Nobelpreis nicht gewinnt, stimmt seine Hypothese nicht! (so erklärt bei Marginal Revolution).

Ein  lustiges Bild enthält außerdem eine andere Theorie Famas. Die Kursbewegung von Aktien lassen sich laut Fama als "random walk", also Zufallspfad, beschreiben – d.h. als Weg, bei dem die Richtung eines jeden einzelnen Schritts nicht von der Richtung der vorhergegangenen Schritte beeinflusst wird und also überhaupt nicht vorhersagbar ist.  "Random Walks" spielen auch in anderen Bereichen der Wissenschaft (z.B. Molekularbewegung) eine Rolle. Mathematisch Unbegabte stellen sich hier ein aus dem echten Leben gegriffenes Beispiel  vor –  den torkelnden Zufallspfad eines besoffenen Matrosen:

A "drunken sailor" stands in one of the two crossroads and he wants to leave the town. Since the sailor is very drunk, the probabilities of travelling up, down, left or right are equal. What is the probability for the sailor to reach each one of the six town exits? (The Drunken Sailor Problem, inklusive anschauliches Applet)
 

Das ist doch gleich ganz was anderes als die albernen verhungernden Esel oder neurotischen Barbiere, mit denen man’s in der Philosophie zu tun hat…

(Bild: 2D-Zufallspfad, Wikimedia Commons)

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