Der Krieg ist der Vater aller Dinge

Dass der Krieg heute nicht mehr aussieht wie vor hundert Jahren, ist gemeinhin bekannt. So ist es in von Krieg betroffenen Regionen größtenteils gar nicht mehr nötig, erstmal große Mengen von jungen, hoffnungsvollen Leuten einzusammeln und auf (Ab-)Schlachtfelder zu transportieren, wie noch im ersten oder zweiten Weltkrieg – dank denzentraler Methoden ist es heute möglich, das alles vor Ort, auf dem Marktplatz, vor der Moschee, in der Schule zu erledigen. Die mühsamen Unterscheidung zwischen Zivilist und Soldat spart man sich größtenteils auch (Stichwort  "Enemy Combatant"). Selbstmordattentäter sind wohl die effizienteste Form überhaupt, dem Feind zu begegnen, und haben sich deshalb auf dem globalisierten Markt der Gewalttaten durchgesetzt. Was man dadurch an Ausbildungs-, Bekleidungs- und, nicht zu vergessen, Ruhestands- und Sozialzahlungen spart!
Aber die strategischen Errungenschaften der Kriegskunst beschränken sich nicht auf diese "Zivilisierung" des Krieges. In den Nachrichten der letzten Tage ist nämlich auch von ganz neuen Methoden die Rede. Im Irak verbreitete sich das Gerücht, britische Besatzungstruppen hätten menschenfressende Dachse, ja, richtig gelesen, menschenfressende Dachse,  in der Nähe von Basra ausgesetzt, um Panik auszulösen. Der Honigdachs (s. Abb.) siehr zwar drollig aus, aber wird bis zu einen Meter lang und hat unschöne, scharfe Klauen an den Vorderpfoten, die er zu benutzen weiß – nicht nur gegen Vieh, sondern auch, wenn Menschen ihn in die Enge treiben oder auf dem Falschen Fuß erwischen. Um das Gerücht zu zerstreuen, britische Truppen hätten diese ungemütlichen Gesellen (die im Irak heimisch sind) in der Basra-Region ausgesetzt, äußerte ein Militärsprecher dann einen für seine Funktion wohl einmalig lustigen Satz:

"We can categorically state that we have not released man-eating badgers into the area." (BBC News)

Was die Panik mutmaßlich ausgelöst hat, war übrigens dieser Artikel auf der Seite "NewsBisquit", Die eher satirische Natur dieser Publikation ist trotz deutlicher Anzeichen wohl nicht jedem gleich aufgefallen.

Bizarrer ist dann wohl nur eine angebliche Meldung der iranischen Nachrichtenagentur IRNA: der iranische Geheimdienst hätte14 Eichhörnchen festgenommen, weil sie im Grenzgebiet Spionage verübten. Ausgestattet waren sie sogar mit "Spionagewerkzeug" (vermutlich kleine Zeitungen mit reingeschnittenen Augenlöchern, um unauffällig die Atom-Anstrengungen Persiens zu verfolgen?). Schade, dass ich bei der IRNA selbst gar nichts dazu finde (vielleicht hab ihr mehr Glück). Sollte man man sich da in Israel nur einen Scherz erlaubt haben, ist er jedenfalls ganz gut gelungen, finde ich. (Aber was heißt "westliche Mächte"? Dass die Eichhörnchen selbst die Weltherrschaft anstreben, ist lange bewiesen!)

6 Responses to “Der Krieg ist der Vater aller Dinge”

  1. Unknown's avatar Oweh Says:

    Weltherrschaft? Aber schon sehr lange!

  2. Unknown's avatar felix Says:

    Mhm, kein sehr appetitliches Bild…Da hat jemand seinen "Contentklau"-Wachhund aber extrem scharf geschalten. Wenn nichtmal mehr Links erlaubt sind.

  3. Unknown's avatar Marc Says:

    @ felix: Spannend finde ich dabei, daß der Contenklau-Wachhund Content bewacht, der ja Urheberrechtlich eigentlich Disney gehört und nicht dem Besitzer des Contentklau-Wachhundes. Verrückte Welt…

  4. Unknown's avatar cohu Says:

    Geht es da um "Puschel das Eichhörnchen"?

  5. Unknown's avatar Dr.Sno* Says:

    Ist zwar total offtopic, aber ich hab HIER was für Dich gefunden…

  6. Unknown's avatar cohu Says:

    Lieber Dokter, Ahmadinedschad ist nie OT, wenn es um puschelige, pelzige kleine Wesen geht, die nach Weltherrschaft streben! Aber jetzt obacht. Wer hätte gedacht, dass der *echte* Ahmadinedschad-Blog ein Banner mit Blümchenhintergrund hat? Was ist das, Paeonia, oder Agapanthus? Immer wieder für eine Überraschung gut, diese Orientalen 🙂


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