Sprachliche Nachträge

Drei Sachen, in chronologischer Reihenfolge.

Erstens: Auf der Rückfahrt aus Österreich, auf der Straße zum dann sich leider als gesperrt herausstellenden Fernpass, sah ich ein Schild mit der Aufschrift: "Lawinenstrich". Ich kenne – man liest ja Zeitung – einiges: Straßenstrich, Babystrich, Bahnhofsstrich – aber was soll ein Lawinenstrich sein? Müssen wir uns hier eine sexuelle Perversion vorstellen, die sich auf Schneemassen bezieht? Oder auf das drohende Erwischtwerden von der Lawine beim Ge-Vau? Ist das mit der "Lawine" vielleicht übertrieben (so wie "Baby", "Straße" und "Bahnhof", wo es doch in Wirklichkeit um "Teenager", "Rückbank" und "Bahnhofsklo" geht) und es sind nur kleine bis mittelgroße Schneebälle involviert? Aber die brennendste Frage: warum stellen die Tiroler dafür ein Schild auf? Ist das etwa erlaubt? Tsk.

Zweitens: die U-Bahn-Dame sagt jetzt "Sendlinger Tor" endlich richtig. Die SWM lesen Münchenblogger.

Drittens: diese Firma stellt u.a. kleine München-Buttons her (gesehen beim Breitengrad in der Schelling, nicht im Internetz). Auf denen steht "Minga – I moag [sic] di".
Welche Lehre ziehen wir daraus? Von einer Firma, die das gleiche Graffel für Hamburg und sogar Berlin (!) macht, kauf ich doch sowas nicht. Zumal die Aussage eine offensichtliche Lüge ist. Ich weiß gar nicht, wer mich mehr hasst, "Minga" oder Berlin. Beide Städte haushalten sehr gezielt mit ihrer Zuneigung (ja, in der Hinsicht kann sogar Berlin haushalten!). Und kennt ihr eigentlich irgendeinen Münchner (nicht aus Landshut, Erding oder FFB zugezogen oder im Volksmusik- oder Trachtenbereich tätig), der Minga sagt?

Posted in Aus Aller Welt, München, Sprachliches. Comments Off on Sprachliche Nachträge
%d bloggers like this: