Ja in den Bergen wohnt die Freiheit / In den Tälern wohnt der Schicki-Micki

 
Tiroler fressen mir aus der Hand

So, Tirol hätten wir auch überstanden. Sehr erholsam! Berge, Berge von Essen, und Berge von Geschenken (exemplarisch: eine schöne Robert Gernhardt-Gesamtausgabe, eine Aluminiumkasserole, und ein Riesen-Coffeetablebook mit allen Cartoons des New Yorker, und noch ganz viele andere Sachen). Danke auch für die zahlreichen Gratulations-SMS und -Kommentare.
 Nur gegen Ende wurde es dann ganz schön kalt und schneelastig, und bei einem Talbesuch in Ötz (der Hunger trieb uns nach unten) sind wir in ganz komische Kreise geraten. Nur so von der Anmutung her, ich will nichts unterstellen, kam man auf die Idee, dass hier der Schnee nicht nur unter den Reifen der Geländewagen knirscht. Ganz im Gegensatz zur Vorstellung unseres Mannes in New Haven waren die Schicki-Mickis keineswegs ausgestattet mit (Zitat) "Edelweisstattoo am Oberarm und Polo-Ralph-Lauren-Holzfällerhemd" sondern vielmehr schwarzen Anzügen (!), gelverstärkten Haaren, pashminabehängten Damenschultern, feinen (?) "Drinks", es hatte gar eine dezente Diskokugel und vor allem wahnsinnig laute, u.a. volkstümliche Musik, die uns das Essen zu einer wahren Freude machte. Im Il Giardino sind die 90er noch nicht zuende gegangen und werden das auch eine Weile lang nicht tun, daher wohl die deutliche Alkoholisierung rauschhafte Stimmung von Wirtin und Gästen, die hoffentlich das Morgenlicht bzw. das Fin de Siècle nicht so bald bzw. wenigstens nicht so bewusst erleben werden. Heisser Geheimtipp für Zeitreisende mit akustischer Toleranz!

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