Besser geht’s nicht? Von wegen!

In der Nature ist ein interessantes Interview mit meinem ehemaligen Tutor, Nick Bostrom, zum Thema "Human Enhancement." Bostrom ist Transhumanist, das heißt:

"Transhumanists view human nature as a work-in-progress, a half-baked beginning that we can learn to remold in desirable ways. Current humanity need not be the endpoint of evolution. Transhumanists hope that by responsible use of science, technology, and other rational means we shall eventually manage to become posthuman, beings with vastly greater capacities than present human beings have." (Transhumanist Values)

So eine Einstellung geht natürlich vielen gegen den Strich (besonders denen, die der Meinung sind, sie seien eh schon die Krone der Schöpfung und die bestmögliche Ausformung der Art Homo Sapiens). Francis Fukuyama etwa bezeichnete den Transhumanismus als "größte Bedrohung für das Wohlergehen der Menschheit". Eine sehr unterhaltsame Erwiderung von Bostrom findet sich hier. Den Fukuyama hab ich eh g’fressen, verwirrenderweise wird er übrigens bei der deutschen Wikipedia als "liberaler Denker" (???) bezeichnet, dabei ist er davon – trotz seiner Abkehr von den Neocons – etwa so weit entfernt wie ich von einer Heiligsprechung durch die katholische Kirche,  und zwar, wenn ihr mich fragt, sowohl vom Attribut "Denker" als auch vom "Liberalen". Ja aber schön, wenn um ein ethisches Thema noch so richtig diskutiert wird, mit ad hominems und Superlativen.
 Hätte auch direkt ne Idee für Cohu-Enhancement: so ein paar Trübsal-Gene könntens bei mir auch Out-Knocken. Die Darstellung von geheilten Depri-Mäuse als "permanent fröhlich" lässt beim Autoren Rötzer übrigens eine typisch wissenschaftsjournalistische Gehirnschrumpfung vermuten, die allerdings durch ein paar Hirnimplantate sicher zu beheben wäre. Alles kein Problem für den Transhumanismus!

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